Verein Sofa hat neues „Chamäleon“

Achim: Wandlungsfähiges Jugendmobil

Der Verein Sofa hat ein neues „Chamäleon“. Jeden Dienstagnachmittag sind damit vier pädagogische Mitarbeiter am Büz präsent; hier zu sehen sind v.l.: Jacqueline Hähnel, Diyan (8 Jahre), Geschäftsführer Jan-Dieter Junge, Bundesfreiwilligendienstler Justus Rademacher, Sebastian Jolov, Franziska Windeler, Nils Decker und Aria (5).
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Der Verein Sofa hat ein neues „Chamäleon“. Jeden Dienstagnachmittag sind damit vier pädagogische Mitarbeiter am Büz präsent; hier zu sehen sind v.l.: Jacqueline Hähnel, Diyan (8 Jahre), Geschäftsführer Jan-Dieter Junge, Bundesfreiwilligendienstler Justus Rademacher, Sebastian Jolov, Franziska Windeler, Nils Decker und Aria (5).

Achim – Wer dienstagnachmittags beim Bürgerzentrum (Büz) an der Magdeburger Straße vorbeigeht, dem springt das knallig-bunte „Chamäleon“ sofort ins Auge. Gemeint ist nicht das gleichnamige Reptil mit der sprichwörtlichen Anpassungsfähigkeit, sondern das neue Fahrzeug des Vereins Sozialpädagogische Familien- und Lebenshilfe (Sofa) in Achim.

Seit März ist das Gefährt jeweils dienstags, mittwochs und donnerstags mit einem offenen Angebot für Kinder und Jugendliche ab sieben Jahre turnusmäßig an drei Standorten im Stadtgebiet unterwegs: am Büz, am Rathauspark und auf dem Marktplatz in der Innenstadt. Geplant sei zudem, dass es auch beim Ferienspaß der Stadt Achim zum Einsatz kommt.

Das „Chamäleon“ hatte vor zwei bis drei Jahren das Emma-Mädchenmobil abgelöst, um ein offenes mobiles Angebot nicht nur für Mädchen, sondern auch für Jungen zu schaffen. Gekauft hat der Verein Sofa den jetzigen Gebrauchtwagen bereits letztes Jahr, die Einbauten und das „Make-Up“ erfolgten über die Wintermonate.

Diesmal wurde das typische Chamäleon-Motiv übrigens nicht aufgesprüht, sondern mit bedruckter Folie beklebt, berichtet Jan-Dieter Junge, Geschäftsführer des Vereins Sofa. Im Inneren befinden sich eine Bank mit Tisch sowie Schubfächer für Sport- und Spielmaterialien. Fußball, Slackline, Federballschläger, das Koordinationsspiel Kendama, Frisbee-Scheiben, Springseile, Skateboards sowie eine Bluetooth-Box zum Musikabspielen sind vorhanden. Offene Jugendarbeit bedeutet: Keiner muss sich anmelden, Kinder und Jugendliche sollen ausdrücklich mitgestalten. „Wir geben aber Anregungen, indem wir kreative Situationen schaffen“, sagt die Kunstpädagogin und Sofa-Mitarbeiterin Franziska Windeler. Zudem ist ein Monitor eingebaut, der den Teilnehmern ermöglicht, sich über weitere Angebote von Sofa zu informieren. „Wenn sich die Corona-Lage weiter bessert, kommen wir dienstags zusätzlich mit dem Toby-Spielmobil der Stadt Achim zum Büz“, so Junge.

Auch bei der Anschaffung des Transporters hat Sofa mit der Stadt kooperiert. Der Verein stellte 25 000 Euro für den Wagen zur Verfügung, die Stadt gab 5 000 Euro für den Innenausbau dazu.

Das „Chamäleon“ biete nicht nur Spiel, Sport und kreative Angebote, sondern auch Ansprechpartner bei Problemen. „Ziel des Angebots ist es, Standorte aufzusuchen, wo wir Kinder und Jugendliche anderweitig nicht erreichen würden“, erklärt Jan-Dieter Junge. Sofa-Mitarbeiterin Franziska Windeler ergänzt: „Hier können wir sie gezielt ansprechen und ihnen die Schwellenangst nehmen.“ So seien einige Mädchen, die am Büz auf Sofa aufmerksam wurden, mittlerweile auch regelmäßige Besucher des Mädchenangebots im Jugendtreff an der Langenstraße. „Das dauert seine Zeit, aber sozialpädagogische Arbeit ist eben auch Beziehungsarbeit“, stellt Junge fest.

Aus diesem Grund sei es für den Verein auch wichtig gewesen, die Jugendarbeit in der Corona-Zeit so gut wie möglich aufrechtzuerhalten. Teilweise konnten die Jugendlichen Materialien durch das offene Fenster beim Jugendtreff an der Langenstraße ausleihen, teilweise gab es digitale Angebote. „Unser Klientel verfügt nicht unbedingt über die notwendige technische Ausstattung, aber wir wollten alle Möglichkeiten ausschöpfen“, betont Junge.

Fast alle 180 Mitarbeiter, die Sofa einschließlich der Angebote in Bremen beschäftigt, haben Junge zufolge durchgearbeitet – auch, als hohe Inzidenzzahlen die Schlagzeilen bestimmten. Mittlerweile sei hier eine hohe Impfquote erreicht.

Auch das Vorgängermodell des „Chamäleons“ war in dieser Zeit weiterhin unterwegs. „Wir wollten den Kontakt zu den Kindern und Jugendlichen nicht verlieren.“ Denn durch Lockdown und Homeschooling habe insbesondere diese Altersgruppe schon genügend Nachteile erleiden müssen.

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