Abschluss-Forum zu „Leitbild“-Zielen

Achim wächst, und  es wird eng

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„Wir sind weit vorangekommen beim Leitbild für Achim“, freute sich Bürgermeister Rainer Ditzfeld (stehend) am Ende des Forums im Kasch. Er dankte allen Beteiligten für ihr Engagement und besonders dem Ex-Ratsvorsitzenden Hans-Jürgen Wächter, der als Vater des Leitbildprojekts gilt.

Achim - Achim wachse in vielerlei Hinsicht immer weiter. Der Stadt und den meisten Menschen hier gehe es im Vergleich zu anderen Kommunen „brutal gut“. Sie verdienen relativ viel und leben überwiegend in Einfamilienhäusern. Es sei aber auch zu spüren, dass es in Schulen, Kindergärten und anderen Einrichtungen langsam immer enger werde.

Und zeitweise brauchten Laster schon anderthalb Stunden, um nur aus einem Gewerbegebiet heraus zu kommen, berichtete Stefanie Vogel von der mit dem Deutschen Städtetag verbundenen Kommunalen Gemeinschaftsstelle für Verwaltungsmanagement (KGST) aus Köln weiter. Das Wachstum müsse daher künftig moderat gestaltet werden.

Auch nicht auf 45 000 oder gar 60 000 Einwohner dürfe sich die Stadt zubewegen, sondern auf maximal um die 35 000. Derzeit gibt es knapp 32 000 Achimerinnen und Achimer.

Wichtige „Leitbild“-Ziele

Moderates Wachstum ist ein wichtiges „Leitbild“-Ziel zur weiteren Entwicklung der Stadt. In Bürgerforen und der Leitbild-AG ging es darum, solche Zukunfts-Kriterien zu erarbeiten. Die KGST lieferte dazu Beratungsgrundlagen. Stefanie Vogel stellte jetzt im abschließenden öffentlichen Forum im Kasch die genannten und weitere Ergebnisse vor.

In Sachen Gewerbeentwicklung sei ebenfalls zu überlegen. welche Richtung eingeschlagen wird. Statt immer höherer Bauten oder riesiger Logistikhallen solle auch an Wissenschaftsbetriebe und kleinere Start-Up-Unternehmen sowie andere Branchen gedacht werden, die zum Beispiel Arbeiten und Wohnen miteinander vereinbar machen.

Dritter „Leitbild“-Schwerpunkt ist das Ziel einer „Stadtgesellschaft“, zu der nicht nur die Einkommensstarken gehören. Es geht vor allem um „Aufenthaltsqualität“ und auch um die „kompakte Stadt“. Zu der gehört die Möglichkeit, „mal ein Käffchen zu trinken“ ebenso wie Treffpunkte für Jugendliche und kundenfreundliche Öffnungszeiten. „Mehr Wohnen in der Innenstadt zulassen“ fällt außerdem in diesen Bereich.

Starkes „Wir-Gefühl“

Jugendliche wollten im Übrigen nicht nur mit Luftballons spielen, sondern suchten echte Erlebnisse, betonte Stefanie Vogel. Da habe es den Wunsch gegeben, den Lieken-Turm am Bahnhof als Jump-Station zu nutzen.

Als riesiges Plus an Aufenthaltsqualität in Achim gilt die Vielfalt an Sport- und anderen Vereinen sowie die insgesamt „starke Zivilgesellschaft“ mit ebenfalls ehrenamtlich funktionierenden Einrichtungen wie Bürgerstiftung, Achimer Tafel und Bürgerbus.

Auch ein starkes „Wir-Gefühl“ hat Stefanie Vogel bei Interviews zum „Leitbild“-Projekt in der Stadt immer wieder wahrgenommen.

Kritik bei der Einwohnerzahl

Doch sei ihr in einem Ortsteil, dessen Namen sie nicht nennen wolle, auch des öfteren klargemacht worden: „Ich bin gar kein Achimer“. Dass städtische und dörfliche Strukturen gleichermaßen zum Gesamtbild zählen, sei aber auch ein besonderes Kennzeichen Achims, hob sie hervor.

In drei Themenecken diskutierten Forums-Teilnehmer die Leitbild-Schwerpunkteweiter. Kritik gab es an der genannten Grenze von nur 35.000 Einwohnern, weil beim gewollten Ansiedeln neuer Firmen in Gewerbegebieten ja immer auch Wohnraum für die Mitarbeiter zur Verfügung stehen müsse.

Zielvertrag vor Abschluss

Der Servicegedanke wurde in einer Gruppe noch besonders hervorgehoben: Nahverkehrsangebote, Digitalisierung und ortsnahe Versorgungsmöglichkeiten.

Die Leitbild-Schwerpunkte samt einzelner Maßnahmen zum Weg dorthin fließen ein in einen Zielvertrag, der zwischen Rat und Bürgermeister demnächst vereinbart werden soll.

la

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