„Gute räumliche Bedingungen“

IGS Achim startet mit 125 Schülern in fünf 5. Klassen

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Einen Tag vor dem Start der IGS Achim mit der feierlichen Einschulung des fünften Jahrgangs stimmte Schulleiterin Kerstin Albes-Bielenberg (vorne, Zweite von rechts) das Lehrerkollegium bei einer Fortbildung im Kasch auf die künftige Aufgabe ein. Mit dabei war auch Marianne Assenheimer (vorne, Zweite von links), Dezernentin für Gesamtschulen und Gymnasien bei der Landesschulbehörde. Auf dem Foto fehlt Dominik Lerdon, didaktischer Leiter der IGS Achim.

Achim - Von Michael Mix. Die Achimer Schullandschaft ist ab sofort um eine Lehr- und Lernstätte reicher. Nach Jahren der ideologischen Diskussionen im Stadtrat um die Integrierte Gesamtschule und missglückten, wenig aussagekräftigen Elternbefragungen nimmt die IGS Achim tatsächlich ihren Betrieb auf und wird in den kommenden Jahren nach und nach an die Stelle der Realschule und der Liesel-Anspacher-Hauptschule treten.

125 Schülerinnen und Schüler bilden zunächst fünf 5. Klassen. Feierlicher Auftakt für den allerersten Jahrgang und für die gesamte neue Schulform in Achim ist heute um 15 Uhr im Forum der Liesel-Anspacher-Schule. Dort werden die 125 Premierenschüler und ihre Eltern nicht nur von IGS-Leiterin Kerstin Albes-Bielenberg und Bürgermeister Rainer Ditzfeld begrüßt, sondern bekommen auch Vorführungen von Haupt- und Realschülern geboten.

Natürlich stellen sich bei der Gelegenheit auch die 18 Lehrkräfte der neuen Schule den Kindern und den übrigen Anwesenden vor. Die 16 Frauen und ihre zwei männlichen Kollegen arbeiteten bisher an der Hauptschule, der Realschule, am Cato-Bontjes-van-Beek-Gymnasium, an der IGS in Buxtehude und in Osterholz-Scharmbeck, oder aber sie wurden ganz neu eingestellt. „Alle Schulformen sind vertreten“, freut sich Albes-Bielenberg. Didaktischer Leiter der IGS Achim und damit ihr Stellvertreter ist Dominik Lerdon, der dennoch weiterhin Rektor der Liesel-Anspacher-Schule bleibt.

Vorerst ohne große bauliche Maßnahmen

In diesem Gebäude wird auch der fünfte Jahrgang der IGS im ersten Obergeschoss beschult. „Wir haben dort gute räumliche Bedingungen“, sprach Albes-Bielenberg im Gespräch mit dieser Zeitung der Stadt Achim als Träger der Schule ein Lob aus. Im ersten Jahr ihres Bestehens werde die IGS ohne größere bauliche Maßnahmen über die Runden kommen, da die Hauptschule modern und weitgehend behindertengerecht eingerichtet sei. Auch die dortige Mensa könne genutzt werden.

Wenn in einem Jahr die heutigen Anfänger in die sechste Klasse wechseln und ein neuer fünfter Jahrgang an der IGS beginnt, und erst recht in den Folgejahren, wenn die neue Schule bis Klasse 10 hochwächst, wird die Situation schwieriger. Dann genügt vor allem das alte, verwinkelte Realschulgebäude nicht mehr heutigen Anforderungen. So fehlen dort Fahrstühle. 

Denn egal ob IGS oder Oberschule, die ein Teil der Eltern und örtliche CDU-Politiker vorgezogen hätten – für die Inklusion, also für das Mitwirken von behinderten Schülerinnen und Schülern am Regelunterricht, schreibt der Gesetzgeber bestimmte räumliche Gegebenheiten vor. Was bedeutet, dass die Stadt Achim in den kommenden Jahren drei bis vier Millionen Euro in eine funktionstüchtige IGS investieren muss.

Alternative zu Gymnasien

Kerstin Albes-Bielenberg und ihr Team haben indes eine Menge dafür getan, dass die Gesamtschule sich zu einer guten Alternative zu den beiden Gymnasien vor Ort mausert. Ein Teil des Kollegiums hat von November vergangenen Jahres an in der Planungsgruppe für die IGS Achim mitgewirkt. Exkursionen zu erfolgreich arbeitenden Gesamtschulen gehörten mit zur Vorbereitung. 

Die Gruppe hospitierte laut Albes-Bielenberg unter anderem an der Helene-Lange-Schule in Oldenburg, um sich dort die ihrer Ansicht nach vorbildliche Inklusion „abzugucken“, an der mehrfach für ihre erfolgreiche Arbeit ausgezeichneten Robert-Bosch-Gesamtschule in Hildesheim und auch an der IGS Osterholz-Scharmbeck, an der die 56-Jährige die vergangenen sieben Jahre als didaktische Leiterin tätig war.

Das gesamte Kollegium hat sich nach ihren Angaben eine Woche lang auf den nun gekommenen „Tag X“ vorbereitet. Zum Abschluss stand gestern eine Fortbildung im Kulturhaus Alter Schützenhof auf dem Programm. Dazu war auch Marianne Assenheimer, Dezernentin für Gesamtschulen und Gymnasien bei der Landesschulbehörde, aus Lüneburg angereist.

Keine herkömmliche Schule

Es gab viel zu besprechen, denn in einer IGS läuft vieles anders als in einer herkömmlichen Schule ab. Eine große Herausforderung ist, die mit ganz unterschiedlichen Leistungsniveaus in einer Klasse sitzenden Schüler individuell nach ihren Möglichkeiten nach vorne zu bringen. Ein Klassenlehrer-Tandem soll dabei hilfreich sein.

„Zunächst geht es aber darum, dass sich die Kinder gut eingewöhnen, deshalb gibt es eine dreiwöchige Eingangsphase“, informierte Assenheimer. Erst danach beginnt dann der Fachunterricht, aber auch der wird vielfach anders ablaufen als in einer Hauptschule, Realschule oder in einem Gymnasium. Die „Kleingruppe“ und „eigenverantwortliches Arbeiten“ spielen dabei wesentliche Rollen. Näheres dazu will die Schule zu einem späteren Zeitpunkt mitteilen.

Klar ist aber schon jetzt, dass die vor fünf Jahren gestartete erste Integrierte Gesamtschule im Landkreis Verden dabei kein Vorbild sein wird, verrät Kerstin Albes-Bielenberg auf Nachfrage. „Wir werden anders als die IGS Oyten arbeiten.“

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