Achim - Stadtvertreter bleiben rat- und tatenlos

Stadtvertreter bleiben rat- und tatenlos

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Mediengruppe Kreiszeitung

Von Manfred Brodt. Wäre ein Einkaufszentrum auf dem Liekengelände endlich der Magnet, der Kunden nach Achim zieht und sie nicht zwingt, in die Nachbarorte zu fahren, oder würde es die Fußgängerzone und die Ortsteile veröden lassen?

Das ist letztlich eine Glaubensfrage, beweisen kann keiner seine Voraussage. Viele derer, die anderen vorwerfen, in einer Glaskugel die Zukunft sehen zu wollen, betätigen sich dann schnell selbst als Hellseher.

Ich glaube, dass ein Einkaufszentrum auf dem Liekengelände, das über die heruntergekommene und wiederbelebte Bahnhofstraße attraktiv mit der nahen, originelle Lädchen und Erlebnis bietenden Fußgängerzone verbunden würde, Achim und den Kunden sehr gut täte.

Die Stadtvertreter haben wohl zum dritten Mal eine Riesenchance verspielt: Jetzt, bei der plötzlich gestoppten Erweiterung der Marktpassage und, als sie in den 90er Jahren alle Investoren für ein Kaufhaus auf dem Schmiedeberg mit ihren Forderungen und ihrer Nörgelei vergraulten.

Seit 40 Jahren, als man auch Dodenhof auf keinen Fall in Achim haben wollte, versuchen Politiker und Kaufleute im Weserstädtchen, eine Schutzhaube über die engere Innenstadt zu stülpen. Die Ergebnisse sind bekannt: permanenter Niedergang.

Wenn Bürgermeister Rainer Ditzfeld jetzt im Rat angesichts einiger Entwicklungen in der Fußgängerzone sagt: „Wir haben eine Pflanze zum Blühen gebracht“, dann erinnert das fatal an Kohls blühende Landschaften, die er Ostdeutschland versprach.

Rat und Verwaltung der Stadt sind in Wahrheit rat- und tatenlos. Erst hieß es, man müsse an den äußeren Enden der Innenstadt Knochen (attraktive Einkaufsorte) hinlegen, damit die Kunden Appetit bekämen, anbissen und in die Stadt kämen. Jetzt heißt es im Gegenteil, die Stadt müsse von innen nach außen entwickelt werden. Beides ist Blabla gut bezahlter Gutachter.

Die SPD argumentiert nun, der Kommunalverbund könne etwas gegen ein solches Einkaufszentrum haben. Warum dieser vorauseilende Gehorsam gegenüber Bremen, das sich trotz aller Süßholzraspelei wie kaum eine andere deutsche Großstadt egoistisch und rücksichtslos gegenüber seinem Umland verhält?

Auch Bürgerbeteiligung vermisst die SPD bei dem Lieken-Einkaufszentrum. Erstens hat die SPD wie alle anderen Fraktionen auch die bis jetzt selbst ausgeschlossen, indem sie bei der Bürgerbeteiligung der Achimer für die Gestaltung der Innenstadt diese am Kreisel enden ließ. Das ist bürokratischer Blödsinn, denn Achims Innenstadt besteht nicht nur aus 500 Metern Fußgängerzone. Zweitens müsste für ein Einkaufszentrum der Bebauungsplan geändert werden, und es käme wie auch bei dem privat entwickelten ehemaligen Kasernengelände zur Auslegung der Pläne und ganz viel Bürger- und Ratsbeteiligung.

Es bleibt wie immer in Achim. Es ändert sich fast nichts, jedenfalls nicht zum Besseren. Es sei denn Achimer versuchen wirklich Bürgerbeteiligung in Form eines Bürgerbegehrens und -entscheids.

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