Sportfischer entlassen hunderttausende Mini-Aale in die Weser

Aal-Besatz aus EU-Fördertopf

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Die „vorgestreckten“ Farmaale wiegen drei bis fünf Gramm bei einer Länge von etwa zehn Zentimetern.

Achim - Von Ingo Schmidt. Ein ungewohntes Bild bot sich Beobachtern am Samstagvormittag an der Weser: Angler setzten Fische ins Wasser, anstatt sie herauszuangeln. Hunderttausende Jung-Aale fanden so den Weg in Weser, Aller und Eyter im Bereich der Fischerei-Pachtgemeinschaft Weser IV sowie Blender See.

Um 11 Uhr erreichte eine Aal-Lieferung den Treffpunkt an der Uesener Brücke in Achim. Zahlreiche Gewässerschützer und Helfer der acht Mitgliedsvereine standen bereit, um vorgezogene Aale mit einem Gewicht von drei bis fünf Gramm vom Lieferanten Aalhof Götting aus Wildeshausen in Empfang zu nehmen. Mit einer Extraration Sauerstoff und Wasser versorgt, wurden die Jungfische kiloweise in großen Plastikbeuteln schnellstmöglich auf die jeweiligen Hegebereiche zwischen Hemelingen und Dörverden verteilt.

Die Lieferung ist Teil einer Gesamtbesatzung der EU-Aalschutzverordnung gefördert durch den Europäischen Meeres- und Fischereifonds (EMFF) und das Land Niedersachsen. Die Weser- und Aller-Fischereigenossenschaft Verden hat für ihre Mitgliedsvereine der Fischereipachtgemeinschaft sowie für den Verdener, Blender und Thedinghauser Sportanglerverein und dem Berufsfischer Janke die Förderung beantragt und erhält für die Besatzkosten in Höhe von insgesamt fast 65 .000 Euro einen Zuschuss von rund 39. 000 Euro.

Unterhalb der Uesener Weserbrücke nehmen Sportangler Jung-Aale in Empfang, um sie anschließend in der Weser im Bereich der Fischerei-Pachtgemeinschaft IV zu verteilen. 

Am Samstag entließen die Helfer 829 Kilogramm Farmaal in die Weser, das entspricht einer Stückzahl von 207 000. Bereits im April erreichten 35,25 Kilogramm Glasaale den Weserabschnitt. Das entspricht einer Stückzahl von etwa 117. 000.

Die Glasaale wurden nach ihrer langen Reise über den Atlantik in französischen Flussmündungsgebieten abgefischt, damit sie nun im Wesersystem heranwachsen können. „Die kleinen Tiere sind nicht so jung wie sie wirken“, versichert Uwe Roll, Vorsitzender des Achimer Anglervereins. „Die sind etwa vier Jahre alt, wenn sie Europa erreichen.“ Unter Idealbedingungen aufgezogen, legen sie in nur sechs Monaten das Zehnfache an Gewicht zu und werden dann als Farmaal bezeichnet.

„Unsere Bewirtschaftungspläne sehen für Niedersachsen Stückzahlen von zwei Millionen vor“, erläutert Dr. Markus Diekmann vom Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (Laves) aus Hannover die Vorgehensweise. „Je nach Verfügbarkeit besetzen wir einen Mix aus Farmaal und Glasaal.“

Während sich die kleinen, jüngeren Fische nachweislich schneller an das neue Lebensumfeld gewöhnten, fielen größere Tiere weniger leicht Fressfeinden zum Opfer.

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