Neuer Hotspot für Jugendliche

Sponsoren und andere Beteiligte schauen sich zur Halbzeit beim Campus Open Air um

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Talkrunde mit Moderator Simon Oelsner (3.v.l.), Beteiligten und Förderern, darunter Dr. Beate Patolla (links), Geschäftsführerin der Stiftung der Kreissparkasse (KSK) Verden, Mikal Zeug (4.v.l.) und Jan-Henning Göttsche vom Orgateam, daneben Dirk Ysker vom Bürgerzentrum an der Magdeburger Straße. Die Lokale AG des Landkreises Verden, das Paritätische Jugendwerk, die Stiftung der KSK Verden und die Bürgerstiftung Achim fördern das Campus Open Air finanziell. 

Achim - Die sonst leere Fläche am Sportplatz, die an Realschule, Gymnasium, Hauptschule und Integrierte Gesamtschule (IGS) Achim angrenzt, ist am frühen Nachmittag belebt. Eine Bar mit Lounge und Terrasse aus Paletten, Zelte, DJ-Pult und Human Table Soccer bilden die Kulisse für das Campus Open Air.

Ein zweiwöchiges Event mit Festival-Charakter, das Jugendliche ab der siebten Klasse anregen soll, dort nach der Schule ihre freie Zeit zu verbringen. Veranstalter ist die Stadt Achim in Kooperation mit dem Verein „Sofa“, der Kirche und Achimer Vereinen. Gestern, zur Halbzeit, kamen Förderer des Campus Open Air auf das Gelände, um sich bei einem Rundgang und einem Gespräch einen Eindruck zu verschaffen.

„Unser Anspruch ist es, Jugendlichen Freiräume zu geben“, sagt Jan-Henning Göttsche, Mitorganisator und Sozialpädagoge beim Verein für Sozialpädagogische Familien- und Lebenshilfe (Sofa). „Einfach nur ein Zelt aufzustellen funktioniert nicht. Wir müssen die Jugendlichen dort abholen, wo sie sind. Manche sind skeptisch, die wollen wir bestärken, indem wir sagen: ,Mach, was dir gefällt’.“

Das scheint bei dem 15-jährigen Mikal Zeug ein Selbstläufer zu sein: Er baute in der vergangenen Woche mit anderen ein DJ-Pult aus Paletten. „Am Anfang war die Fläche so kahl. Das hat sich hier schön entwickelt“, findet ein anderer Teilnehmer.

Es ist nicht so leicht, 13-Jährige zu begeistern

Sehr gut angenommen würden Angebote, die mit Bewegung zu tun haben, wie das Kistenklettern, oder auch die Kochgruppe, die unter anderem vitaminreiche Smoothies frisch herstellt, resümiert Gesa Kaemena, Verwaltungsmitarbeiterin in der Abteilung Kinder und Jugend der Stadt Achim. 

„Das Ganze hat experimentellen Charakter“, sagt Till Bräkling, Leiter jener Verwaltungsabteilung – und spricht im Hinblick auf das etwas schwer zugängliche Klientel der Jugendlichen ab 13 Jahren davon, dass Beziehungsaufbau eben seine Zeit brauche.

Noch bis einschließlich Dienstag, 26. Juni, läuft das Campus Open Air. Abgesehen vom freien Angebot stehen bis dahin noch diverse Aktionen auf dem Plan. Eine Fahrt zum „Luther Escape Room“ nach Etelsen, Linoleum-Druck und ein Boulder-Workshop (Klettern in Absprunghöhe) bilden da nur einen kleinen Ausschnitt.

Auch die Feuerwehr und andere Vereine bieten Programm an

Eine Bandbreite, die so nur mithilfe ehrenamtlicher Mitarbeiter aus Vereinen und der Kirche geboten werden kann, weiß Finn Gerken, Sprecher der Jugendfeuerwehr Achim. „Ich finde es schön, wenn man bei einem solchen Angebot auch uns Vereine an die Hand nimmt. Wenn es keine Konkurrenz, sondern ein Miteinander ist.“ 

Vergangenen Dienstag waren die Achimer Brandschützer mit Feuerwehrwagen und selbst gestaltetem Wasserspiel auf dem Campus Open Air. Wolfgang Rekendt, Jugenddiakon im Kirchenkreis Verden, war ebenfalls für einen Nachmittag mit Helfern dort, um Aktionen wie Zuckerwatte Herstellen und Henna-Tattoos Malen anzubieten und freut sich über die positiven Reaktionen. „Auf dem Stadtfest kamen Jugendliche auf mich zu und fragten: ‘Macht ihr wieder Henna heute?“

Auch die Schulleiterin der IGS ist begeistert

Der von „Sofa“-Mitarbeitern betreute Jugendtreff an der Langenstraße ist zurzeit nicht geöffnet, vielmehr haben Göttsche und seine Kollegen das Angebot auf den „Campus“ verlagert. „Toll, solch ein Angebot hier zu verorten“, findet IGS-Rektorin Kerstin Albes-Bielenberg. Sie hofft, dass es gelingt, durch die Nähe zur Schule die Jugendlichen auch nachmittags „aus ihren Häusern zu holen“ und greift schon mal vor auf den Umbau der IGS, der 2020 abgeschlossen sein soll. 

An den Schulen bietet „Sofa“ schon seit vielen Jahren Projekte der Jugendarbeit an, betont Jan-Henning Göttsche. Doch es sei auch wichtig, den Heranwachsenden einen „externen Bereich, außerhalb der Schule“ zu bieten. Heißt: Jenseits von Verpflichtung und Leistungsdruck, etwas auf die Beine zu stellen. „Wir wollen die erreichen, die sonst um diese Zeit vor PC oder Konsole sitzen“, ergänzt Bräkling. - ldu

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