„Arbeiten offen, transparent“

„Achim ist sicher" – Polizeichef Jans weist Vorwürfe der Bürger zurück

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Kommissariatsleiter Ingo Jans versichert: „Wir machen unsere Arbeit.“ 

Achim - „Achim ist nicht sicher“, behaupteten Bürger kürzlich auf einer CDU-Veranstaltung. Ein Mann bezweifelte sogar, dass die Zahl der Einbrüche im Stadtgebiet in den vergangenen Jahren zurückgegangen sei und unterstellte der Polizei, entsprechende Statistiken zu fälschen. Eine erhebliche Anschuldigung, harte Vorwürfe. Grund genug, bei Ingo Jans, Leiter des Polizeikommissariats Achim, nachzufragen.

Bürger fühlen sich in Achim nicht sicher. Was sagen Sie als Achimer Polizeichef dazu?

Die Zahlen der Kriminalstatistik geben überhaupt keinen Anlass dazu, sich um die Sicherheit zu sorgen. Die Zahl der gemeldeten Straftaten geht auch in Achim weiter zurück. So registrieren wir beispielsweise immer weniger Einbrüche. Dennoch nehmen wir vorhandene Unsicherheitsgefühle in der Bevölkerung ernst. Aber subjektives Empfinden deckt sich oft nicht mit den objektiven Fakten. Gerade ältere Bürger sind schnell verunsichert. Wenn sie Berichte über Straftaten, die Senioren betreffen, lesen, hören oder sehen, macht das schnell in ihrer Altersgruppe die Runde. Und das führt bei vielen zu Ängsten. Dabei werden jüngere Menschen viel häufiger Opfer von Kriminalität.

Bürger beschuldigen die Polizei, Einbruchszahlen nach unten zu korrigieren, um die Bevölkerung zu beruhigen. Ein heftiger, sicherlich nicht gerechtfertigter Vorwurf an „Ihre“ Behörde, oder?

Das entbehrt jeder Grundlage. Wir verstehen uns als Bürgerpolizei und sind offen, transparent und an das Gesetz gebunden. Gerade beim Delikt Einbruch gibt es so gut wie kein Dunkelfeld. Denn wer Opfer solch einer Straftat geworden ist, hat ein Interesse daran, den entstandenen materiellen Schaden anzuzeigen und über die Versicherung zu regulieren.

Nun geben Sie mal Butter bei die Fische, wie es so schön heißt. Wie hat sich denn die Zahl der Wohnungseinbrüche im Achimer Stadtgebiet in den vergangenen Jahren entwickelt?

2016 haben wir 186 Einbrüche registriert, 2017 dann 107 und 2018 waren es lediglich noch 81. Auch in diesem Jahr setzt sich dieser erfreuliche Trend fort.

Andere bemängeln, dass die örtliche Polizei nicht genügend Streife in den Stadtteilen fährt. Müssen Sie eventuell die Strategie ändern?

Wir haben andauernd Streifenwagen im Einsatz, die flächendeckend im Stadtgebiet unterwegs sind. Mehr noch als früher sind wir mit den benachbarten großen Dienststellen der Polizeiinspektion in Verden und Osterholz-Scharmbeck sowie mit der Autobahnpolizei vernetzt, so dass bei Großlagen vor Ort noch gezielter, noch flexibler reagiert werden kann.

Die Polizei hat nach dem Hochschnellen der Einbruchszahlen bis Mitte dieses Jahrzehnts Konzepte für besseren Schutz von Häusern, Wohnungen oder auch Betrieben entwickelt. Können Sie die verschiedenen Maßnahmen dem Leser nochmal nennen?

In der dunklen Jahreszeit, wenn Einbrecher verstärkt Saison haben, unternehmen wir noch mehr Streifenfahrten als sonst. Dazu hat die Inspektion eine spezialisierte Ermittlungsgruppe, die sich allein um dieses Phänomen kümmert, in Verden eingerichtet, die jedoch von Achimer Kräften unterstützt wird. Aber wir betreiben auch Nachsorge. Einige Wochen nach einem Einbruch geht ein Beamter oder eine Beamtin auf die Betroffenen zu, fragt, wie es Ihnen geht. Der Gedanke, dass ein Fremder in den eigenen Räumen war, womöglich intimste Sachen gesehen oder gestohlen hat, setzt vielen ja weit mehr zu, als der vom Täter angerichtete materielle Schaden. Bei dieser Gelegenheit geht es dann auch darum, noch eventuell offene Fragen im Zusammenhang mit dem Einbruch zu klären und auch nachzufragen, ob sich jemand vielleicht doch noch an auffällige Personen, Fahrzeuge oder Vorkommnisse, auch im Vorfeld der Tat, erinnert.

Aber auch Prävention spielt bei der Polizei inzwischen eine größere Rolle. Was haben Sie und Ihre Mitstreiter auf diesem Feld zu bieten?

Ja, wir machen auch viel zur Vorbeugung gegen Einbrüche. Beim Tag des Einbruchschutzes zu Beginn der dunklen Jahreszeit stellen wir in Zusammenarbeit mit Handwerksbetrieben technische und mechanische Sicherungssysteme vor. Und dann gibt es das Präventionskonzept des Landeskriminalamts unter dem Titel „Wachsamer Nachbar“. Bei uns in der Straße praktizieren wir das auch. Alle haben ein Auge darauf, ob da komische Menschen oder verdächtige Wagen unterwegs sind.

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