Familienzentren wollen bekannter werden

Motto: „Mehr als Kindergarten“

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Feste gehören auch zum Angebotsspektrum des Familienzentrums im Magdeburger Viertel, etwa das hier im Foto festgehaltene „Schlaumäuse“-Begrüßungsfest 2017. 

Achim - Von Lisa Duncan. Was kann ich mit meinen Kindern unternehmen? Wie fülle ich Antragsformulare aus? Wo lerne ich andere Eltern kennen? Mit diesen Fragen können sich Familien aus Achim an das stadteigene Familienzentrum im Magdeburger Viertel und das Kompetenzzentrum Bierden wenden. Kurze Wege und fachliche Kompetenz – beides wollen diese Familienzentren miteinander vereinen. Zu den dortigen Angeboten konnten sich Besucher des Wochenmarkts gestern bei einem Infostand einen Überblick verschaffen.

Anlass war ein bundesweiter Aktionstag, zu dem jährlich die Initiative „Lokale Bündnisse für Familie“ aufruft und der diesmal dem Wahlspruch folgte „Von App bis Zeit für Familie: Wir fördern Vereinbarkeit“.

„Da das Zentrum recht neu ist, haben wir uns gesagt, dass wir uns in diesem Jahr beteiligen wollen“, sagt Gleichstellungsbeauftragte Dr. Angelika Saupe, die sich mit ihren Kooperationspartnerinnen und -partnern auf dem Bibliotheksplatz zeigte. Wie sich in Gesprächen herausstellte, sind die Familienzentren den Kunden des Wochenmarkts erst wenig vertraut. „Das ist einrichtungsspezifisch, die Eltern fühlen sich in der Kita beheimatet, also nutzen sie das Angebot über uns“, sagt Ulrike Buhrdorf, Leiterin der Kita „Achimer Himmelsstürmer“.

Seit 2016 arbeiten vier Einrichtungen des Magdeburger Viertels zusammen und bilden somit das dortige Familienzentrum. Hierzu gehören, neben den Kindertagesstätten „Schlaumäuse“ und „Himmelsstürmer“, das Bürgerzentrum (Büz) und die Ganztagsbetreuung in der Astrid-Lindgren-Schule.

„Wir stellen Familien in den Mittelpunkt, mit allem Drum und Dran“, sagt Marianne Staudacher, Sozialarbeiterin im Büz. Wie gut das Angebot jeweils von den Familien angenommen werde, sei zurzeit „noch nicht greifbar“, berichtet Ulrike Buhrdorf. Dabei folge die Kooperation im Magdeburger Viertel dem Motto „viele Angebote, kurze Wege“, fügt ihr Büz-Kollege Dirk Ysker hinzu.

Ein Beispiel ist die seit vielen Jahren gut angenommene „Kiwi“-Forscherwerkstatt, bei der Kinder mit einfachen Mitteln an wissenschaftliches Experimentieren herangeführt werden. Nicht nur Kinder, vielmehr alle Generationen, gehören zur Zielgruppe der Familienzentren. Mit Elternabenden, Seniorencafés, Beratungen zu Erziehung, Schulden, Rente und Migration sowie wiederkehrenden Festen (Stadtteilfrühstück, Willkommensfest) deckt das Familienzentrum im Magdeburger Viertel ein breites Angebotsspektrum ab.

Informierten auf dem Wochenmarkt (v.l.): Gleichstellungsbeauftragte Dr. Angelika Saupe, Ulrike Buhrdorf, Kita „Himmelsstürmer“, Kerstin Arndt-Dahle, Kita „Schlaumäuse“, Marianne Staudacher, Bürgerzentrum, Sabine Eichinger-Basel, Ganztagsbetreuung der Astrid-Lindgren-Schule, Dennis Smid, Kita „Himmelsstürmer“ und Andrea Meyer vom Kompetenzzentrum Bierden der Lebenshilfe. 

„Mehr als Kindergarten“ laute das Stichwort der beiden beteiligten Kitas, sagt „Himmelsstürmer“-Chefin Buhrdorf. Da viele Eltern ausländische Wurzeln oder gar Fluchterfahrung haben, bilde Sprache den Schwerpunkt, zum Beispiel mit der angeleiteten Eltern-Kind-Gruppe „Elki“, so Kerstin Andt-Dahle, Leiterin der Kita „Achimer Schlaumäuse“.

„Wir stellen fest, dass viele Familien nicht wissen, was sie außerhalb der Betreuungszeit mit ihren Kindern tun sollen“, ergänzt Buhrdorf. Die Unterstützung für Familien beinhalte daher auch Ausflüge zu kostenfreien Freizeitmöglichkeiten, wie Spielplätzen oder Bilderbuchkino.

Auch das Kompetenzzentrum der Lebenshilfe Bierden besteht seit knapp zwei Jahren. Seit dessen Gründung im August 2016 haben sich die verschiedenen Angebote an der Bremer Straße 118 und am Steinweg 39a etabliert. Sie reichen vom familienunterstützenden Dienst über morgendlichen Englischunterricht für Kinder (in Kooperation mit Helen Doron Early English), Sport (mit dem TSV Bierden), nachmittägliche Treffs bis hin zu thematischen Abenden (etwa ein Gebärdenelternabend im Juni). „Wir gehen auch mit den Kindern in örtliche Einrichtungen, zum Beispiel zum Storchennest in die Marsch“, berichtet Andrea Meyer, Sozialpädagogin im Kompetenzzentrum Bierden.

Der Lebenshilfe, die unter anderem fachlich fundierte Beratung durch Ergotherapeuten, Sozialpädagogen und anderes Fachpersonal im Portfolio hat, ist es wichtig, die Bedürfnisse der Eltern einzubeziehen. Mittels einer Umfrage konnten sie ihre Meinung kundtun und neue Impulse geben, so Meyer.

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