Rat zu höheren Eintrittspreisen

Gutachterin: „Mit dem Freibadneubau machen Sie den großen Wurf“

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Das Hallenbad Achim weist laut Gutachten einige Schwachpunkte auf.

Achim - Von Sandra Bischoff. „Das Hallenbad Achim hat Schwachpunkte, und Sie müssen sehen, wie Sie damit umgehen“, sagte Kim Adam am Dienstagabend im Ausschuss für Sport und Kultur. Die Stadt Achim hatte die Unternehmensberaterin aus Hamburg beauftragt, eine Entwicklungsstudie für das Bäderkonzept zu erstellen (wir berichteten). Mit den anderen beiden Bädern zeigte sie sich zufrieden: „Das neue Freibad hat Potenzial, und das Bad in Uesen tut Ihnen nicht weh, das ist ein Selbstläufer.“

Achim wirtschaftet bei den Bädern laut Adam vorausschauend. Das Uesener Bad, das ein eigens dafür gegründeter Verein betreibt, sei „toll in Schuss“ und „mit den Freibadneubau machen Sie gerade den großen Wurf“.

Für das Hallenbad an der Bergstraße listete sie jedoch einige Schwächen auf: So suchten die Gäste dort vergeblich Sauna, Solarien und Massageangebote. „Alles, womit man einen defizitären Bäderbetrieb querfinanzieren könnte, fehlt.“

Größter Minuspunkt sind in den Augen der Gutachterin die uneinheitlichen Öffnungszeiten. Der Badegast müsse jeden Tag aufs Neue schauen, wann er seine Bahnen ziehen könne. Sie schlug für das neue Freibad eine kontinuierliche Öffnungszeit von 11 bis 20.30 Uhr vor.

„Rabatte von 20 bis 75 Prozent sind Wahnsinn“

Um die Wirtschaftlichkeit zu verbessern, möchte die Gutachterin zukünftig auf den Parallelbetrieb verzichten. „Hat das Hallenbad geöffnet, ist das Freibad geschlossen und umgekehrt.“ Zudem führe kein Weg an einer Erhöhung der Eintrittspreise vorbei. Seit mehr als zehn Jahren seien diese nicht mehr angepasst worden. Zurzeit liegt der Eintrittspreis bei 3,50 Euro für Erwachsene, ermäßigt bei 1,80 Euro. Die Wirtschaftlichkeitsvariante (Vorschlag 2) sieht einen Eintrittspreis von 4,50 Euro (ermäßigt 3 Euro) vor. In der Kompromisslösung (Variante 3) stehen vier beziehungsweise zwei Euro. 

Am auffälligsten seien jedoch die Vergünstigungen. „Rabatte von 20 bis 75 Prozent sind Wahnsinn. Im Mittel setzt man zehn Prozent an“, so Adam. So sehen die Varianten 2 und 3 keine Rabatte mehr bei Jahres- oder Saisonkarten vor. Derzeit (Vorschlag 1) werden sie mit 75 und 70 Prozent ermäßigt.  Zudem entfällt in der Variante 2 das Frühschwimmen, im Kompromissvorschlag wird es von derzeit fünf Tagen auf zwei Tage die Woche reduziert.

Adams Empfehlung zielte auf die Variante 2, also die mit den meisten Einsparungen, ab. Die Politik müsse dem nicht folgen, aber Adam bat: „Bleiben Sie nicht beim Ist-Zustand.“

„Wir haben den Luxus, uns drei Bäder zu leisten“

Kirsten Jäger, Produktgruppenleiterin Sport bei der Verwaltung, betonte, dass es der Stadt um ein „nachhaltiges Handlungskonzept geht, nicht um Schließungen“. Bisher habe es kein Papier in der „vorliegenden Komplexität und Qualität“ gegeben. Demnach sieht die Stadt den Vorschlag 2 im Hinblick auf den Wegfall der Frühschwimmzeiten, der Auflösung des Parallelbetriebs sowie der Preiserhöhungen trotz der wirtschaftlichen Einsparungen nicht vermittelbar für die Kunden. Deshalb tendiert die Verwaltung zur Kompromisslösung, Variante 3.

Bürgermeister Rainer Ditzfeld erklärte, die Verwaltung versuche, alle Standorte am Leben zu erhalten. „Wir haben den Luxus, uns drei Bäder zu leisten. Es gibt genug Kommunen, die das nicht können.“

Laut Fachbereichsleiter Steffen Zorn dient Variante 3 nun als Grundlage für das weitere Verfahren. Spätestens nach den Sommerferien soll es eine Informationsveranstaltung geben, in der die Verwaltung die Veränderungen vorstellen sowie die Ideen der Kunden und Interessengruppen einholen will. Was daraus entsteht, soll dann den politischen Gremien als Entscheidungsgrundlage dienen.

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