Schul- und Vereinssport brauchen mehr Platz

Achim: Landkreis plant Sporthalle auf dem Campus

Eine neue Sporthalle plant der Landkreis auf diesem Grundstück zwischen Cato-Bontjes-van-Beek-Gymnasium (links), Sportplatz und Realschule.
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Eine neue Sporthalle plant der Landkreis auf diesem Grundstück zwischen Cato-Bontjes-van-Beek-Gymnasium (links), Sportplatz und Realschule.

Achim – Eng und knapp ist es seit Jahren in Achims Schulsporthallen. Nun machen die Rückkehr von G8 zu G9, also zum Abitur nach 13 Schuljahren, und die daraus resultierenden steigenden Schülerzahlen den Bau einer neuen Sporthalle erforderlich. So sieht es jedenfalls der Landkreis Verden, der als Schulträger für die Gymnasien und Förderschulen zuständig ist.

Ein passender Platz ist sogar schon gefunden: auf dem Campus zwischen Cato-Bontjes-van-Beek-Gymnasium, Realschule und Sportplatz. Die Kosten für das Vorhaben betragen rund vier Millionen Euro. Dies teilte Landrat Peter Bohlmann am Freitagvormittag in einem Schreiben an den Achimer Bürgermeister Rainer Ditzfeld und die Presse mit.

Bei dem favorisierten Bauplatz handelt es sich um ein Grundstück des Landkreises, „sodass dieser auch als Vorhabenträger auftreten sollte“, betont Bohlmann. „Im weiteren Verfahren werden die planungsrechtlichen Voraussetzungen geprüft und zur Kosteneinsparung Hallen als Vorbilder ermittelt, für die der Landkreis schon die entsprechenden Entwurfsplanungen erhalten hat“, erläutert der Landrat weiter. Nach dem Vorbild der Sporthallen des Domgymnasiums sowie des Gymnasiums am Wall in Verden soll der Grundriss des Hallenneubaus 60 mal 40 Meter betragen.

Nach dem Abschluss der Vorplanungen werde sich der nächste Kreis-Schulausschuss, der laut Bohlmann frühestens im November tagen wird, mit dem Thema befassen. Ziel sei es, die haushaltsrechtlichen Voraussetzungen schon 2022 zu schaffen. Den Realisierungszeitraum gibt Bohlmann mit drei bis vier Jahren an. Von einer ersten Nutzung ist also nicht vor 2025 auszugehen. Apropos: Wie bereits bei anderen Schulsporthallen in Achim üblich, könne der Vereinssport die neue Halle auf dem Campus gegen Kostenerstattung ebenfalls nutzen.

Der Landkreis ist Schulträger für die beiden Gymnasien und eine Förderschule. Vereine können die neue Schulsporthalle gegen Entgelt mitbenutzen.

Die Pläne kommen nicht von ungefähr: „Die Diskussion, dass es in den Schulsportstätten in Achim zu wenig Kapazitäten gibt, wird schon seit mehreren Jahren geführt“, so Bohlmann. Besonders akut sei es aber durch die diesjährige Rückkehr von G8 zu G9. In Niedersachsen belebt nun nach einer „Nullrunde“ im Jahr 2020 ein ganzer zusätzlicher Jahrgang die Schulflure. Laut Bohlmann stiegen die Schülerzahlen beim Gymnasium am Markt (Gamma) und dem Cato-Gymnasium von knapp 1840 im Jahr 2019 auf 2060 in diesem Schuljahr.

Der Landkreis unterhält vier Schulsportstätten im Stadtgebiet: die Hallen von Gamma und „Cato“, die kleine Halle der Erich-Kästner-Schule und das Achimer Hallenbad. Darüber hinaus verfügt Achim über stadteigene Schulsporthallen. So nutze bisher etwa das Gamma die städtische Halle der Paulsbergschule mit, zählt Bohlmann beispielhaft auf. Bei der Nutzung der Sporthallen stehe der Landkreis in enger Abstimmung mit der Stadt, das gelte ebenso für die Ermittlung des Hallenbedarfs.

Beim Bedarf an Schulsportanlagen reiße insbesondere das Hallenbad ein Loch, das seit geraumer Zeit sanierungsbedingt geschlossen ist. Für den Schwimmsport seien die Schulen daher in den nächsten Wochen darauf angewiesen, verstärkt das Freibad zu nutzen. Dies sei jedoch nur im Sommer möglich, weshalb der Landkreis „auch im Interesse eines ganzjährigen Schwimmunterrichts die Öffnung des Hallenbades zu den Herbstferien für zwingend, aber auch realistisch“ hält.

Weil der Sportunterricht in Corona-Zeiten ohnehin weggefallen sei, habe sich der Mangel nicht so zugespitzt, wie es ohne die Pandemie der Fall gewesen wäre, glaubt Bohlmann. Nun trete dieses Defizit umso deutlicher zutage: „Die Bedeutung von Sport ist in der Nach-Corona-Zeit immens gestiegen.“ Vermutlich mit ein Grund für Peter Bohlmann, abschließend festzustellen: „Ich bin wirklich erleichtert, dass das notwendige Vorhaben in einer kommunalen Fläche unmittelbar auf dem Schulgelände realisiert werden kann“.

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