Besuch in Arbeits-, Ausstellungsräumen und Archiven Achimer Künstler

Achim – die Kulturstadt

In ihrer Bildhauerwerkstatt fertigt Petra Seydel faszinierende Objekte aus Steatit, Alabaster und Marmor. Den Entstehungsprozess erläuterte sie im „offenen Atelier“.  J Fotos: Schmidt

Achim - Achim – wenn schon nicht die Einkaufsstadt, dann vielleicht die Kulturstadt. Zuletzt wurde das eindrucksvoll unter Beweis gestellt bei der Kulturnacht im Achimer Rathaus mit Lesungen, Musik und Tanz. Und dann am darauffolgenden Sonntag mit offenen Ateliers Achimer Künstlerinnen und Künstler.

Über volle Häuser freuten sich da die Kunstschaffenden, die als „Kulturnetz-Teilnehmer“ interessierten Besuchern Einblick in ihre Arbeitswelt boten, Arbeitsweisen und Techniken den vielen Interessierten erklärten.

Brigitte Gläsel begrüßte genau 28 interessierte Gäste in ihrem Atelier „arts hebdo“ in der Herbergstraße, erzählt sie. Gemeinsam mit der Bremer Grafikerin Dorothea Rekort und Keramikerin Brunhilde Ahrens aus Rehburg-Loccum präsentierte sie eine breite Vielfalt kreativer Schaffenskraft.

„Die Gäste haben sich vorher genau überlegt, was sie sehen wollten und waren sehr begeistert“, resümiert die Psychologin. „Bis zum Nachmittag haben wir sehr intensive Gespräche führen können.“

Als Überraschungsgast erschien das Tanzpaar „Tango Argentino“ und zeigte zur Musik vom Smartphone und zur Freude aller Anwesenden eine Kostprobe ihres Könnens.

Gleiches wiederholten sie im Atelier von Petra Seydel und Günther Kressl: Inspiriert durch das Bild „Clair de Lune“, welches ein tanzendes Paar darstellt. „Die Tanzeinlage kam völlig unvermutet“, wundert sich die Hausherrin.

Das Künstlerehepaar hatte bereits vor acht Wochen damit begonnen, Schulungs-, Arbeits- und Ausstellungsräume für die Besucher herzurichten.

„Das war wie eine Retrospektive“, erinnert sich Günther Kressl. In mühevoller Arbeit habe er Archive durchforstet und dabei manchen Schatz wiederentdeckt, der nun an einer der Wände Platz gefunden hat. Der Einsatz hat sich gelohnt, denn mehr als 100 Kunstinteressierte, teils extra aus dem Umland angereist, durchstreiften das Künstlerhaus in der Bergstraße. Neugierig beschauten die Gäste die beeindruckende Werkschau in sogenannter „Petersburger Hängung“ und informierten sich über die Entstehungsprozesse von Seydels Plastiken in Stein, Blech oder Bronze sowie ihre Alu-Dibund-Werke.

Günther Kressl führte durch Fotolabor, Ätzkammer und Tiefdruck-Atelier und gab geduldig Auskunft über Feinheiten der Radiertechnik.

Günter Klein ist mit seinem Atelier im Badener Heimstättenweg das zweite Mal dabei gewesen und nutzt die Gelegenheit wie selbstverständlich, Kunst einem breitem und vor allem interessierten Publikum nahezubringen. Inselmotive der Ostfriesischen Küste bilden heute sein Hauptthema, aber tatsächlich traten die Besucher eine Reise durch ganz Europa an, mit beispielsweise Impressionen der Normandie, Skandinavien oder der Türkei – an vielen Orten fand der Achimer Künstler Inspiration.

Bewunderer seiner Kunst staunten allerdings über die Vielfalt seiner Motive und Techniken: Dreidimensionale Objektarbeiten, Collagen, Schwemmholzobjekte ergänzen Malerei und Mischtechniken. Immer freundlich und besonnen gibt der Künstler Auskunft über Vorarbeiten zur Entstehung seiner Sujets, die neben Landschaften auch Galopprenn- oder Poloszenen darstellen. „Es ist wichtig, dass was für Achimer Künstler und Kulturschaffende auf die Beine gestellt wird“, freut sich Günter Klein über das Angebot. Das müsse unbedingt fortgeführt werden, lautet sein Fazit.

Und natürlich begrüßen die kreativen Achimerinnen und Achimer auch außerhalb solcher Kunstnächte, Kunsttage und Ausstellungen das ganze Jahr über gerne Besucher in ihren Ateliers.  J sch

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