Eine Zukunft für Kinder

Inge Steinberg realisiert mit Verein „Hand in Hand für Ukunda“ Hilfsprojekte in Kenia

Grüße von der Baustelle: einige Schulkinder mit Projektleiter Ali Nduni vor dem noch nicht ganz fertiggestellten Schulanbau (rechts) in Majikuko.
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Grüße von der Baustelle: einige Schulkinder mit Projektleiter Ali Nduni vor dem noch nicht ganz fertiggestellten Schulanbau (rechts) in Majikuko.

Achim / Ukunda – „Ich kämpfe dafür, dass diese Kinder eine richtige Schule besuchen können“, sagt Inge Steinberg. Die Not der Menschen an Kenias Südküste veranlasste die Achimerin 2013, den Verein „Hand und Hand für Ukunda“ zu gründen. Mit sehr viel Elan und Überzeugungskraft setzt sie sich seither für den Bau von Schulen und Brunnen in den Dörfern rund um den Küstenort ein.

Aufgrund der Corona-Krise musste die 68-Jährige im März 2020 vorzeitig aus Kenia abreisen, und konnte seitdem nicht zurückkehren. „Aber wir haben seitdem trotzdem viel Schönes auf die Beine gestellt und einige Projekte vervollständigt“, stellt Steinberg fest. Nun ist sie bis Mitte Dezember wieder dort, um sich ein Bild vom Fortschritt der Hilfsprojekte zu machen.

Wenn Inge Steinberg nicht in Afrika ist, kümmert sich Projektleiter Ali Nduni um alle Angelegenheiten. „Er ist ein vertrauenswürdiger Partner“, so Steinberg. Seit der Gründung vor acht Jahren hat der Verein schon vieles für die lokale Bevölkerung erreicht. Insgesamt 27 Trinkwasserbrunnen hat „Hand in Hand für Ukunda“ errichtet, sowie fünf Schulneubau-Projekte und drei Anbauten für Schulen abgeschlossen. „Ein Schulprojekt umfasst neben Klassenräumen sanitäre Anlagen, einen Brunnen und neuerdings auch ein Büro für die Lehrkräfte“, so Steinberg.

Darüber hinaus kauft und verteilt der Verein Grundnahrungsmittel wie „Ugali“, ein Maismehl, das zu verschiedenen Speisen verarbeitet wird, aber auch Zucker und Tee. Kleiderspenden wie T-Shirts, Hosen, Unterwäsche und Schuhe bringt Inge Steinberg eigenhändig aus Deutschland nach Ukunda und verteilt diese in den Dörfern.

Im Laufe des Jahres 2021 hat die Hilfsorganisation einen Schulanbau in Majikuko fertiggestellt. Nun verfügt die Schule über insgesamt drei Klassenräume. Die Spendengelder finanzieren zudem die Ausstattung der Räume mit Schreibtischen und anderen Lernmitteln sowie Schuluniformen für die Kinder und Jugendlichen. Laut Steinberg werden die Schüler altersgemischt unterrichtet. Die Dorfschule bietet ihnen die Chance auf eine grundlegende Bildung mit der Option, später eine weiterführende Schule zu besuchen. Das fängt an bei der Sprache: Zu Hause sprechen die Kinder Steinberg zufolge meist ihre Muttersprache – es gibt zahlreiche örtliche Dialekte – ansonsten beherrschen viele die Amtssprache Swahili. Englischkenntnisse weisen in der ehemaligen britischen Kolonie meist auf eine höhere Schulbildung hin. Diese kostet allerdings Schulgeld, das sich die meist arme Dorfbevölkerung nicht leisten kann. „Mädchen werden oft früh verheiratet. Sind sie unter der Haube, bedeutet das einen Esser weniger unter dem Dach“, erzählt die Achimerin. Nicht selten kümmern sich Kinder mit um den Broterwerb: Kleine Jungs arbeiten auf dem Bau oder im Steinbruch, Mädchen verdingen sich beim Wasserholen oder in der Landwirtschaft.

Freuen sich über das Geld für die Schulbildung: Inge Steinberg mit fünf Patenschaftskindern.

Noch schlechter gestellt sind Waisenkinder, die der Verein „Hand in Hand für Ukunda“ daher mit Patenschaften unterstützt. Derzeit betreut der Verein 18 Patenkinder in Ukunda. Als Paten betätigen sich unter anderem Pastor i.R. Jürgen Sonnenberg, der schon gemeinsam mit Inge Steinberg nach Kenia gereist ist, um ihre Patenkinder zu treffen. Dass die Patenschaften messbare Erfolge hervorbringen, zeigen die Beispiele zweier Schulabsolventen, die nun beruflich auf eigenen Füßen stehen: „Ein Absolvent arbeitet als Manager im Büro, und eine ehemalige Schülerin ist Lehrerin geworden“, berichtet Steinberg. „Sie haben gesagt: Wir sind dankbar, dass ihr uns eine Zukunft gegeben habt.“

Eine weitereres Anliegen von „Hand in Hand für Ukunda“ ist die Gesundheitsversorgung. Potenziell tödlich sind Malaria-Infektionen, die von der Anopheles-Mücke übertragen werden. Die Spendengelder ermöglichen es, Erkrankte mit dem Motorrad-Taxi zu einem Schulmediziner in Ukunda zu fahren und das Malaria-Medikament für 30 Euro zu kaufen. Die Spenden werden auch für die Behandlung schwerer Verletzungen und weiterer verbreiteter Krankheiten eingesetzt. Bei der Frage nach den Ursachen schließt sich der Kreis: „Viele Infektionen kommen von verdrecktem Wasser, das aus Pfützen geholt wird, weil der nächste Brunnen einen zweistündigen Fußmarsch entfernt liegt.“

In Bondeni hat „Hand in Hand für Ukunda“ 2021 einen neuen Brunnen gebaut.

Es gibt weiterhin viel zu tun: Ausstehende Vorhaben des rein ehrenamtlich arbeitenden Vereins sind der Bau weiterer Brunnen, der Anbau weiterer Klassenräume, die Sanierung bestehender Schulen und das Ausbessern der mit Palmenblättern gedeckten Hütten. „Wir fragen auch die Einheimischen, was sie brauchen“, betont Steinberg. Durch Ali Nduni, Projektleiter in Ukunda, bestehe ein direkter Draht zu den Problemlagen vor Ort. Auch Inge Steinberg pflegt den persönlichen Kontakt zu Land und Leuten. Für Februar 2022 hat sie schon ihren übernächsten Besuch in Ukunda geplant, diesmal für drei Monate. „Ich weiß auch, dass man die Welt nicht retten kann, aber wir haben in dieser kurzen Zeit schon so viel erreicht“, sagt sie freudestrahlend.

Weitere Infos und Spendenkonto unter www.hand-in-hand-ukunda.de

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