Maja Beier hängt wieder Warnschilder auf

Igel-Rettung für gutes Karma

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Seit etwa drei Jahren hängt die Badenerin Maja Beier Igel-Warnschilder im Stadtgebiet auf, hier an der Borsteler Landstraße/Ecke Leipziger Straße. Die Flugbegleiterin hofft, damit Autofahrer für mehr Rücksichtnahme zu sensibilisieren.

Achim - Wer als Autofahrer auf Landstraßen und Autobahnen unterwegs ist, dem ist das Bild vertraut: Tote Tiere, die als Opfer des Straßenverkehrs auf dem Asphalt verendet sind. Die Badenerin Maja Beier wollte das nicht fraglos hinnehmen und fasste daher den Plan, die Autofahrer mit Igel-Warnschildern zu mehr Rücksichtnahme zu bewegen (wir berichteten). Seit nunmehr drei Jahren hängt sie die selbst gedruckten Hinweise an verschiedenen Stellen im Stadtgebiet auf.

Etwa 50 Schilder mit Igel-Piktogramm und Ausrufezeichen ließ sie mithilfe von Freunden drucken und laminieren. „Ich habe immer welche im Auto dabei und hänge sie nach Bedarf auf.“ Aktuell findet man die gelben Schilder mit dem roten Dreieck etwa an einem Stromkasten an der Autobahnauffahrt Achim-Ost (neben dem Gelände der Achimer Feuerwehr), beim Edeka-Markt in Langwedel und an der Leipziger Straße/Ecke Borsteler Landstraße. 

Beier sucht sich stets Punkte im Stadtgebiet aus, an denen sie zuvor tote Igel fand. „Manchmal werden die Schilder auch abgerissen“, erzählt die Flugbegleiterin. Von Achimern habe sie bisher kaum Reaktionen erhalten. „Aber viele meiner Kollegen finden es gut und haben auch schon Schilder selbst gedruckt.“

Laut Polizeipressesprecher Helge Cassens sei dagegen nichts einzuwenden, „solange keine amtlichen Verkehrszeichen verdeckt werden“.

„Wir müssen etwas fürs Karma tun“

Durch ihren Beruf hat die Badenerin schon viel von der Welt gesehen und ließ sich, obgleich sie sich nicht als gläubigen Menschen sieht, von Ideen des Hinduismus und Buddhismus inspirieren, nach der jede Handlung unweigerlich eine Folge hat. „Wir müssen etwas fürs Karma tun“, sagt Beier. Es gehe nicht primär um Igelschutz, sondern um „ein Bewusstsein, dass wir nicht alleine auf der Welt sind“.

Auch im eigenen Garten tummeln sich manchmal Igel, verrät Maja Beier. Zeitweise wohnen die stacheligen Kleintiere auch dort. Dank dreier befreundeter Familien aus der Nachbarschaft sind die Allesfresser auch während der berufsbedingten Abwesenheit der Gartenbesitzerin versorgt. „Wir haben nun natürlich Angst, dass sie überfahren werden.“

Laut Joachim Schweers, Vorsitzender des Naturschutzbundes Achim, nicht unwahrscheinlich: „Igel laufen – abgesehen vom Winterschlaf – das ganze Jahr über und verfolgen dabei keine vorhersagbaren Pfade.“ So würden die nachtaktiven Tiere leicht zu Opfern des Straßenverkehrs. Der Nabu-Vorsitzende rät davon ab, Igel einzufangen und wie Haustiere zu halten. Wer den Tieren helfen will, sollte den Garten giftfrei halten und Rückzugsorte, beispielsweise in Form von Blätterhaufen, schaffen. - ldu

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