Nachfrage im Hallenbad groß

Hunderte Kinder warten in Achim auf Schwimmkurse

Ab ins Wasser: Kinder üben im Achimer Hallenbad den Sprung vom Startblock unter Anleitung von Wilhelm Riel, Fachangestellter für Bäderbetriebe und Schwimmlehrer bei der bädereigenen Schwimmschule.
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Ab ins Wasser: Kinder üben im Achimer Hallenbad den Sprung vom Startblock unter Anleitung von Wilhelm Riel, Fachangestellter für Bäderbetriebe und Schwimmlehrer bei der bädereigenen Schwimmschule.

Achim – Das Achimer Hallenbad ist gut ausgelastet mit Schwimmkursen verschiedener Anbieter. Doch wer sein Kind anmelden will, guckt erst mal in die Röhre: Viele hundert Kinder stehen auf der Warteliste. Allein bei der bädereigenen Schwimmschule sind laut Bäderchefin Sabine Schulz um die 300 Nachrücker gemeldet. „Die Wartelisten waren vorher schon voll“, sagt Schulz.

Allerdings habe sich die Anzahl der Kinder, die auf einen Schwimmkurs warten, innerhalb eines Jahres mindestens verdoppelt. „Kinder, die schwimmen lernen wollen, wachsen jedes Jahr nach. Nach dem Lockdown staut sich nun die Nachfrage“, so Schulz.

Seit dem 20. September hat das Hallenbad wieder geöffnet – seitdem laufen auch alle Kursangebote zum Schwimmenlernen wieder in der Sportstätte – allerdings ist der Betrieb weiterhin eingeschränkt, weil das Nichtschwimmerbecken aufgrund eines Brandschadens noch gesperrt ist.

Neben der Schwimmschule der Achimer Bäder bieten zwei Vereine, die DLRG Achim und der TSV Bierden, Kurse an. Der TSV Bierden bringt im Hallenbad derzeit 60 bis 70 Kindern in drei Kursen schrittweise das Schwimmen bei. „Unsere Warteliste ist ellenlang“, sagt Kathrin Bock, Leiterin der Turnabteilung, zu der auch die Schwimmkurse gehören. „Die Kinder kommen ja nicht nur aus Achim, sondern auch aus den umliegenden Dörfern.“

Wegen des noch gesperrten Nichtschwimmerbeckens hat der TSV Bierden komplette Anfänger zeitlich nach hinten gerückt. „Frühestens ab Januar wieder“, vermutet Bock. Jede Stunde werde von sechs qualifizierten Trainern angeleitet. Ein Kurs erstreckt sich über zwölf Termine à 45 Minuten. Bock zufolge sollten Kinder idealerweise mit fünf Jahren anfangen und spätestens nach zwei Kursen in der Lage sein, das Seepferdchen-Abzeichen zu machen. In den weiterführenden Schulen werde das Bronze-Abzeichen („Freischwimmer“) vorausgesetzt. Die Realität sehe oft anders aus: „Es haben schon Eltern angerufen, deren Kinder mit acht Jahren nicht schwimmen können.“

Die DLRG Achim bietet zweimal wöchentlich, jeweils sonntags und montags, Schwimmkurse für insgesamt 20 Kinder an. Laut dem DLRG-Vorsitzenden Malte Arndt warten derzeit 245 Kinder auf einen Platz im Schwimmkurs. Mit drei bis vier Übungsleitern kann die DLRG aktuell nicht mehr leisten. Arndt warnt aber: Schon in den Jahren zuvor habe es immer mehr Nichtschwimmer gegeben. „Wenn Kinder nicht schwimmen lernen, wird die Gefahr von Badeunfällen in den nächsten Jahren steigen.“

Als kommerzieller Anbieter ist die „RSport-Schwimmschule“ mit fünf Kursen im Achimer Hallenbad vertreten, und hat laut Betreiber Richard Schönebeck 500 bis 700 Namen auf der Warteliste. „Das ist eine never ending story“, sagt Schönebeck, der zugleich Vorsitzender des Fördervereins Achimer Bäder ist. „Durch den Lockdown ist uns ein Jahr verloren gegangen.“ Kinder müssten im Grundschulalter Schwimmen lernen, sonst würde sich diese Aufgabe in die weiterführenden Schulen verschieben. Eine Lösung hat er bereits parat: „Die Stadt sollte darüber nachdenken, am Hallenbad ein reines Lehrschwimmbecken für Kinder anzubauen“, so Schönebeck. Zwar habe es im Sommer gut funktioniert, einen Großteil der Kurse während der sanierungsbedingten Schließung des Hallenbads auf das Freibad umzulegen, aber dies sei keine Dauerlösung. Denn ein kontinuierlicher Kursbetrieb dürfe nicht von der Witterung abhängig sein. Er ergänzt: „Wir haben den Förderverein gegründet, damit der Parallelbetrieb möglich ist.“

In der Schwimmschule der Achimer Bäder haben aktuell 45 Kinder dreimal pro Woche die Chance, Schwimmen zu lernen. „Es läuft gut, auch ohne das Lehrschwimmbecken“, fasst Sabine Schulz zusammen. Mit Ausnahme von Babyschwimmen und Wassergewöhnungskursen für Kinder ab vier Jahren finden alle Kurse wie gehabt statt. Elf Schwimmlehrer stehen dem Hallenbad aktuell für die Kurse zur Verfügung.

Das Wichtigste aus dem Landkreis Verden: Immer samstags um 7:30 Uhr in Ihr Mail-Postfach – jetzt kostenlos anmelden.

Das Freibad konnte Schulz zufolge von Mai bis September viele Kurse auffangen, die sonst aufgrund der Schließung des Hallenbads hätten ausfallen müssen. Das galt auch für das Schulschwimmen. Erstmals gaben dort die Astrid-Lindgren-Schule sowie die Grundschulen Sagehorn, Thedinghausen und Etelsen Schwimmunterricht. „Unter den Umständen ist es sehr gut gelaufen“, so Schulz. „Dass wir den Kursbetrieb von der Halle komplett ins Freibad verlegen, wird aber nicht passieren.“

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