Tierhalter fühlen sich diskriminiert

Mit dem Hund zum Frühstück: Es gab auch schon Rauswürfe

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Den Terrier Finn hält hier Klaus-Jürgen Becker an der Leine. Ehefrau Ursula war aus einer Bäckerei gewiesen worden, als sie diese zusammen mit dem Hund betrat. Wer genau hinschaut, entdeckt auch den Hundeverbotsaufkleber unten an der Eingangstür. 

Achim- „Ich fühle mich diskriminiert“, schimpft Ursula Becker aus Achim, nachdem sie mit ihrem kleinen schottischen Terrier aus einer Bäckerei vor die Tür verwiesen wurde. „Soll ich denn den Hund etwa während des Einkaufs in der Gluthitze des etwas weiter weg geparkten Autos zurücklassen?“ fragt sie verzweifelt.

Beim „Starke Bäcker“ an der Obernstraße gibt es allerdings klare Regelungen. „Wir hantieren hier mit offenen Lebensmitteln“, und vor allem aus hygienischen Gründen dürften Hunde nicht mit ins Geschäft, war zu erfahren. Sich draußen vor dem Café mit dem Vierbeiner am Tisch niederzulassen, sei jedoch ohne Bedenken gestattet.

Etwas anders wird das Hunde-Thema im Stadtcafé gehandhabt. Im Verkaufsbereich vorn hätten die Tiere nichts zu suchen, bekräftigt der dortige Filialleiter. Wer aber nach hinten durchgehe und sich dort samt Hund am Tisch niederlasse, dürfe das.

„Wir sind hier ausgesprochene Hundefreunde“, hieß es aus dem Lokal „Atrium“ im Rathaus-Erdgeschoss. Vor allem Frank Adler, einer der Chefs, gilt als ausgesprochener Hundenarr. Zugangsbeschränkungen für diese Vierbeiner gibt es somit weder drinnen noch draußen. Wenn sich Gäste gestört fühlen, wird möglichst ein Tisch für sie gesucht, der etwas entfernt vom „Hundeplatz“ liegt. Aber bisher habe es kaum solche Beschwerden gegeben.

„Alte Feuerwache“ lädt Hunde ein

„Bei uns dürfen natürlich die Hunde mit ins Lokal“, versichert auch Falk Rossol-Vöge, Chef des Lokals „Alte Feuerwache“ im Achimer Zentrum. „Außer wenn die Tiere größer sind als ich“, fügt er scherzhaft an.

„Auch Kunden mit Hunden sind hier herzlich willkommen“, betont Anna Caso, die das Eiscafé an der Herbergstraße führt. Meistens zeigten sich Besitzer der Vierbeiner sehr verständnisvoll und fragten vorher an, ob sie den tierischen Begleiter mit hinein nehmen dürften. Wenn es zehn Hunde oder mehr werden, sehe alles etwas anders aus, aber eine solche Situation habe es bisher noch nicht gegeben, erläutert Anna Caso. Die Tiere lägen im Eiscafé meistens ruhig unter dem Tisch, während Herrchen oder Frauchen den Becher auslöffeln.

Kein Zutritt in Supermärkten

Keinen Zutritt haben die treuen Begleiter des Menschen aus Hygienegründen und wegen teils offen präsentierter Lebensmittel in den Supermärkten. „Viele leinen ihre Tiere daher schon fast automatisch vor dem Eingang an“, weiß eine Rewe-Mitarbeiterin in der Achimer Marktpassage.

Insgesamt scheint aber das „Wir müssen draußen bleiben“ für Hunde in der Achimer Innenstadt nicht so weit verbreitet zu sein. Sich mit ihrem Terrier gleich nach draußen zu setzen, hält Ursula Becker allerdings auch nicht für ganz unproblematisch. Tische und Stühle im Freien würden oft nicht so saubergehalten wie drinnen, hat die Hundebesitzerin und Nichtraucherin nämlich festgestellt. 

la

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