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Neue Triebe breiten sich im Naturschutzgebiet am Ellisee aus

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Von: Marvin Wennhold

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Erst kürzlich wurde im Achimer Naturschutzgebiet unerwünschtes Gewächs entfernt. Nun kommen schon neue Triebe zum Vorschein.
Erst kürzlich wurde im Achimer Naturschutzgebiet unerwünschtes Gewächs entfernt. Nun kommen schon neue Triebe zum Vorschein. © WENNHOLD

Achim – Rund um das Naturschutzgebiet „Sandtrockenrasen Achim“ am Ellisee blühen die Pflanzen und Bäume aktuell um die Wette. Was einen schönen Anblick für Spaziergänger und Ausflügler darstellt, ist für das sogenannte Fauna-Flora-Habitat eine Plage. Vor allem die Traubenkirsche, die sich langsam aber sicher in dem Gebiet ausbreitet, sorgt für Sorgenfalten bei den verantwortlichen Naturschützern.

Erst Anfang des Jahres rückte im Auftrag des niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) großes Gerät am Ellisee an, um Pflegearbeiten am Boden zu verrichten und so die dortigen Lebensraumtypen, Sandheiden und offene Grasflächen (Trockenrasen), zu erhalten und deren Ausdehnung zu ermöglichen. Diese Arten seien wertbestimmend für das Gebiet (wir berichteten).

Die Arbeiten, durch die der Boden im Naturschutzgebiet nun teilweise wie Brachland aussieht, waren daher zwar notwendig, bringen nun jedoch auch neue Probleme mit sich: „Auf dem frisch bearbeiteten Boden können sich natürlich Pflanzensamen schnell entwickeln“, erklärt Silke Brünn vom Fachdienst Wasser, Abfall und Naturschutz des Landkreises Verden auf Nachfrage.

Und genau das ist dort auch schon passiert, wie eine Leserin der Redaktion vor Kurzem mitteilte: „Im Naturschutzgebiet am Ellisee gibt es unendlich viele Traubenkirschen, die sehr hübsch blühen und sich unglaublich schnell vermehren“, schrieb sie an die Zeitung. Sie würde sich nun fragen, wie die Verantwortlichen für das Terrain die Samen der Pflanzen daran hindern wollen, sich auf den bearbeiteten Flächen niederzulassen, die erst kürzlich von Wurzelwerk und anderen nicht erwünschtem Gewächs befreit wurden.

Ein frischer Trieb der Traubenkirsche. Die Pflanzenart breitet sich am Ellisee aus.
Ein frischer Trieb der Traubenkirsche. Die Pflanzenart breitet sich am Ellisee aus. © WENNHOLD

In der Tat scheint das ein Problem zu sein, wie eine Nachfrage beim zuständigen Fachbereich zeigt: „Eine Kollegin war vor zwei Wochen vor Ort und hat sich ein Bild von der Situation gemacht. Tatsächlich breiten sich dort Triebe der Traubenkirsche aus“, sagt Brünn, Leiterin der Naturschutzabteilung des Landkreises. Das sei so nicht gewollt.

Doch es gebe ein zusätzliches Dilemma: Viele der Pflanzen würden nämlich drumherum auf Privatgrundstücken stehen. „Das sind Bereiche, die wir nicht betreten können. Von dort aus fliegen auch viele Samen auf die behandelten Flächen. Einige Besitzer hätten in der Vergangenheit schon versucht, der Ausbreitung Herr zu werden – teilweise jedoch ohne lang anhaltenden Erfolg.“

Diese Triebe müssten nun jedenfalls wieder weg. Vor zwei Wochen bei der Besichtigung habe sich das Ausmaß jedoch noch in Grenzen gehalten. „Wir gehen aktuell davon aus, dass wir die Triebe noch per Hand rausziehen können, doch in der nächsten Zeit kann noch viel passieren und sich die Lage auch verschlimmern oder schon verschlimmert haben“, sagt Brünn.

Dann müsse man über andere Maßnahmen nachdenken. Um mögliche Helfer für die Aktion zu mobilisieren, könnten sich die Verantwortlichen vorstellen, bei Schulklassen anzufragen – oder anderen „organisierten Gruppen“. Wann die Aktion gegen die Triebe durchgeführt werden soll, konnte Brünn noch nicht sagen. „Wir werden die Sache demnächst angehen.“ Hoffentlich nicht zu spät – denn ansonsten könnte bald die nächste groß angelegte und kostspielige Entwurzelungsaktion nötig werden.

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