Sehnsuchtsorte und Utopien

Gemeinsames Integrationsprojekt im BüZ feiert seinen gelungenen Abschluss

+
Die 16-jährige Diana ist eine der älteren Teilnehmerinnen des Kunstprojektes, die bei der gestalterischen Umsetzung ihrer Ideen in eine ferne Fabelwelt eintaucht.

Achim - Von Ingo Schmidt. Acht großformatige, quadratische Acrylbilder schmücken die Wand des Gruppenraumes im Bürgerzentrum Achim Nord (BüZ). Sie sind das Ergebnis eines gemeinsamen Integrationsprojektes der Bürgerstiftung Achim, zusammen mit dem Achimer Kunstverein und dem kooperativen Familienzentrum im BüZ.

Das Projekt mit dem Titel „Ich und mein Ort“ fand Freitagnachmittag mit einer Vernissage seinen feierlichen Abschluss. „Wir wollten ein Integrationsprojekt initiieren, ohne einen instrumentellen Hintergrund, das eine kreative Auseinandersetzung mit der individuellen Situation zum Ziele hat“, erklärt Enno Neumann, Koordinator der Aktivgruppe in der Bürgerstiftung. „Kunstprojekte eignen sich dazu besonders gut, und mit dem Kunstverein und dem BüZ als Treffpunkt haben wir ideale Partner gefunden.“

Unbedingt sollte die kreative Aktivität im öffentlichen Raum stattfinden, wo sich die Akteure täglich bewegen, und nicht hinter den verschlossenen Türen eines Ateliers. Die erfolgreiche Maßnahme, die durch die Stiftung mit rund 1 800 Euro gefördert wurde, habe Kinder und Jugendliche einerseits, aber auch die drei beteiligten Institutionen intensiver zusammengeführt. „Wir haben den Vorschlag der Bürgerstiftung gerne aufgegriffen“, unterstreicht Marita Lingel,Vorsitzende des Kunstvereins. „Die Durchführung hat besser funktioniert als erwartet, die Teilnehmer waren regelmäßig vor Ort und wir sehen grandiose Ergebnisse. Das gefällt mir außerordentlich.“

Das Projekt habe dazu gedient, Kompetenzen zu vermitteln, Integration zu fördern und Kreativität und Fantasie zu wecken.

Die meisten Jungen und Mädchen des Integrationsprojektes waren zur Vernissage erschienen. Heike Schulz (2. Vorsitzende des Kunstvereins), Initiator Enno Neumann, Marianne Staudacher vom Kooperativen Familienzentrum im BüZ sowie Marita Lingel (2. Vorsitzende des Kunstvereins) blicken auf eine erfolgreiche Maßnahme. 

Seit vergangenem November trafen sich 14 Achimer Kinder und Jugendliche im Alter zwischen zehn und 16 Jahren mit Migrationshintergrund oder aus Flüchtlingsfamilien im BüZ.

„Zum Teil haben sich die Kinder noch nie mit Leinwand und Farben auseinandergesetzt, oder mit einem Pinsel gearbeitet“, berichtet Marianne Staudacher, die als Gastgeberin für die pädagogische Betreuung verantwortlich zeichnete.

Während der insgesamt acht Veranstaltungen setzten sich die jungen Teilnehmer paarweise unter Leitung von Kunstdozentin Mary Hagen mit dem Thema Ort auseinander.

Die Vorgehensweise und Interpretation war dabei sehr unterschiedlich: „In der griechischen Bezeichnung für Ort, dem Wort Topos, steckt auch das Wort Utopie“, bemerkt Enno Neumann und erkennt in den Darstellungen vor allem Traum-, Fantasie- und Sehnsuchtsorte. „Wie in einem Patchwork fügen sich darin Teile zu einem Ganzen.“

Die 16-jährige Diana verfolgte mit ihrer Partnerin von Beginn an das Ziel, zwei gegensätzliche Welten darzustellen.

So schwebt über einem geheimnisvollen Dschungel ein mystischer Feuervogel einer fernen Fabelwelt. Ihr Motiv habe sie einer Vorlage entlehnt und etwas abgewandelt.

Alle Beteiligten wünschen sich eine Fortsetzung der gemeinsamen Arbeit, dessen strahlend farbige Resultate dem Bürgerzentrum Achim Nord als ständiger Wandschmuck erhalten bleiben sollen, gewissermaßen als Dauerleihgabe der jungen Künstlerriege.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

FC Bayern zum 29. Mal Meister - Dortmund-Sieg wertlos

FC Bayern zum 29. Mal Meister - Dortmund-Sieg wertlos

Viertes „Mofarennen“ auf dem Chaosplatz

Viertes „Mofarennen“ auf dem Chaosplatz

Fotostrecke: Rashica und Pizarro jubeln - Kruse und Johannsson verabschiedet

Fotostrecke: Rashica und Pizarro jubeln - Kruse und Johannsson verabschiedet

Fotos vom Verdener Frühjahrsflohmarkt

Fotos vom Verdener Frühjahrsflohmarkt

Meistgelesene Artikel

Wie viel Dodenhof steckt noch in der Einkaufsstadt in Posthausen?

Wie viel Dodenhof steckt noch in der Einkaufsstadt in Posthausen?

Jetzt ist die Mutter an der Reihe

Jetzt ist die Mutter an der Reihe

Stadt empfiehlt Alternativrouten durch Naturschutzgebiet

Stadt empfiehlt Alternativrouten durch Naturschutzgebiet

Antworten und Ansichten mal vier

Antworten und Ansichten mal vier

Kommentare