Offene Bühne im Kasch

Von Klassik bis Rock

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Ein Mann und seine Gitarre: Lars Köster präsentiert plattdeutsche Lieder. 

Achim - Von Herman Hemmen. Ein breit gestreutes Angebot von Klassik bis Rock hatten die Organisatoren der Offenen Bühne im Kasch, Ute Barth-Hajen, Günter Glade und Bernd Egger, zur 26. Auflage am Dienstagabend zusammengestellt. Nach einer kurzen Vorstellung durften die Musiker sogleich loslegen.

Den Anfang machte der 20-jährige Uphuser Werkzeugmechaniker-Azubi Thilo Dittmer, der, wie er selbst sagt, irgendwann einmal die Musik für große Kinofilme schreiben will. Vor vier Jahren hat er mit dem Klavierspielen begonnen und dabei festgestellt, dass er gut und schnell musikalische Übergänge findet, die einen Musiker in so mancher Situation retten können. Mit seinem selbst komponierten Klavierstück sowie klassisch-modernen und poppigen Improvisationen füllte er die vorgegebene Zeit von 20 Minuten und erhielt am Ende begeisterten Beifall.

Plattdeutsch mit deftigen Texten kam Lars Köster als Knipp Gumbo (ein norddeutsches- und Südstaatengericht) mit seiner Gitarre auf die Bühne, und brachte in für die Norddeutschen vertrauter Sprache die sonst üblichen englische- Rock- und Blues-Melodien zu Gehör. „Leev koom un bliev in mien Huus“, „Melk un Alkohol“ und die Zustandsbeschreibung seines betagten Volvo waren die Zutaten für sein musikalisches Gericht. Als Nachtisch servierte er Shakin’ Stevens Erfolgshit „Marie Marie“. Seinen Gästen hat es geschmeckt.

Mit Erfahrung und nicht ganz unbekannt bei der Offenen Bühne traten „Me and the Devil“, Jan Tucholke und Tomek Lucas, auf. Mit neuen und alten Songs überzeugten die zwei durch ihr interessantes Gitarrenspiel und den zweistimmigen Gesang. Mit Titeln wie „Brain Damage“ aus dem Album „The Dark Side of the Moon“ von Pink Floyd und „Hotel California“, ein Lied über die Schattenseiten des amerikanischen Traums, trafen sie den Geschmack des Publikums und verabschiedeten sich mit Claptons „Nobody knows you“.

Der Schlussakt war der aus Hannover stammenden „Selfmadeband“ vorbehalten. Mit einem Programm, das in keine Schublade passt und erst recht nicht von der Stange ist, legte das Kammerrockduo mit Gitarre und E-Drums ausgestattet gleich richtig los. „I feel good“ (ein Rythm and Blues), „The Rain“ (eher soulig) und „Sounds good“ (mehr rockig) wechselte das Duo mit Eigenkompositionen wie „Das Glück zu mir“ oder „Keine Zeit“ in einem rockigen Bluesstil. Eine neue, aber interessante Erfahrung für die Anwesenden.

Am Ende ermittelten Bernd Egger und Günter Glade unter den wachsamen Augen von Ute Barth-Hajen die beste Performance. Sie hatten den stärksten durchschnittlichen Applaus von mehr als sieben Sekunden, den das Publikum für jeden Auftritt vergeben hatte, aufgezeichnet. Überraschend, wohl am meisten für den Künstler selbst, war die klare Entscheidung mit 90,2 dB für Thilo Dittmer, der die Zugabe spielen durfte und zum Weihnachtsspecial erneut zu hören sein wird.

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