Pächter und Eigentümer kontern Kritik

Campingplatz Bollen: Die Idylle ist dahin – Situation eskaliert total

Der Campingplatz Bollen liegt direkt an der Weser.
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Idylle am Fluss: Der Campingplatz Bollen besticht durch seine Lage direkt an der Weser.

Auf dem Achimer Campingplatz in Bollen gehen die Querelen um den Neubau des Waschhauses weiter. Nun melden sich die Eigentümer und der neue Pächter zu Wort.

Achim-Bollen – Ein Campingplatz sollte eigentlich ein Ort der Beschaulichkeit, der Erholung und eines gedeihlichen Miteinanders sein. Auf der idyllisch an der Weser gelegenen Anlage in Bollen, wo im Winterhalbjahr stets Betriebsruhe herrscht, kann davon derzeit überhaupt nicht die Rede sein. Dort ist die Situation zum Ende der vorigen Saison eskaliert. Pächter, Eigentümer und Camper gerieten aneinander.

„Geplantes Waschhaus ärgert Investor“, hieß es in dieser Zeitung am vergangenen Freitag. In dem Artikel legte Philipp Bomke, der bisherige Pächter des Campingplatzes, seine Sicht der Dinge dar und erzählte von seinen Plänen für Neubauten von Häusern auf seinem Grundstück rund um die Gaststätte „Deichkind“. Eine Berichterstattung, die die übrigen Beteiligten ärgerte. Die Bauernschaft Mahndorf als Eigentümerin der Hauptfläche des Campingplatzes direkt am Fluss, der neue Pächter René Kyek und der Verein „Bad Bollen“, in dem die Dauercamper zusammengeschlossen sind, wollen manches „gerade gerückt“ wissen.

Die „Querelen“ begannen, wie zu erfahren war, noch bei laufendem Betrieb im Sommer. Pächter Bomke habe den Campern auf den beiden kleineren Flächen auf der rechten Seite der Bollener Dorfstraße, die zwei anderen Eigentümern gehören, ihre Stellplätze gekündigt, sagt Heinz Döhrmann, Vorsitzender der Bauernschaft Mahndorf. „Daraufhin haben wir ihm gekündigt.“

Dauercamper in Bollen: „Das Ganze ist immer weiter eskaliert.“

Dauercamper Jens Rebber bestätigt diese Angaben. Er wolle keine schmutzige Wäsche waschen, aber Ende September habe Bomke alle Stromkabel gekappt, weil er meine, alle Verteilerkästen gehörten ihm. „Die Kabel sind nicht mehr zu reparieren“, sagt der Elektriker Rebber. „So ist das Ganze immer weiter eskaliert.“

Entspannte Erholung: Das Gelände ist zum großen Teil naturbelassen.

Wie Rebber gastiert auch René Kyek seit Jahrzehnten gerne und häufig auf der Anlage in Bollen. Der 60-Jährige ist seit dem 1. Oktober neuer Pächter des großen Campingplatzes an der Weser. Mit Beginn des neuen Jahres übernimmt er auch die beiden kleineren Flächen im hinteren Bereich. „Ich habe ein Interesse daran, dass der Platz erhalten bleibt“, betont Kyek. Und das kommt nicht von ungefähr. Er sei ein Enkel von Walter Wolter, einem der Gründer des Campingplatzes in den 30er-Jahren. Damals hätten die Gäste noch in Zelten statt in Wohnwagen campiert und einen breiten Sandstrand genießen können. Offiziell bestehe der Campingplatz seit 1972 und dabei handele es sich, anders als von Bomke behauptet, sehr wohl um eine genehmigte Anlage. 130 Stellflächen seien auf dem 40 000 Quadratmeter großen Gelände zu finden.

Viele der Sommerfrischler zählten zu den Dauercampern, die während der Saison von Mitte März bis Mitte Oktober gerne viel Zeit am Wasser in Bollen verbringen. Anders als früher „flüchteten“ die meisten nicht aus engen, stickigen Mietwohnungen nach luftigem Gefilde, weiß Kyek. „Wir haben auch etliche Eigenheim-Besitzer hier.“ Und es seien längst nicht nur Bremer unter den Gästen. „Ein Ehepaar reist sogar seit Jahren aus Kassel an.“

Campingplatz an der Weser wieder auf Vordermann bringen

„Der Campingplatz ist allen ans Herz gewachsen“, stellt René Kyek fest. Der gebürtige Bremer wohnt inzwischen in Münster und nimmt dennoch immer wieder den weiten Weg nach „Bad Bollen“ auf sich.

Er wolle den naturbelassenen Campingplatz, der ohne Zäune auskomme, wieder auf Vordermann bringen. „Bomke hat alles verrotten lassen“, sagt Kyek. „Zugewachsene Stellplätze sollen wieder freigemacht werden.“ Zuletzt seien nur noch 75 Dauercamper dagewesen. „Diese Anzahl möchte ich erhöhen.“

Spaß auf dem Wasser: Einige Camper starten Touren vom Bootsanleger aus.

Auch im Rathaus in Achim haben Verantwortliche mehr als ein Auge auf dem Campingplatz. „Die Stadt möchte die touristische Nutzung erhalten“, sagt Steffen Zorn, Leiter des Fachbereichs für Bauen und Stadtentwicklung. Zu den Auseinandersetzungen im Ortsteil wolle er sich nicht äußern.

Zunächst mal stehe nun eine Änderung des Bebauungsplans für den Campingplatz und dessen Umgebung an, um am Rand der großen Anlage, wie vom neuen Pächter und der Bauernschaft gewünscht, ein neues Waschhaus für die Camper bauen zu können, teilt Zorn mit. Gegen das Vorhaben unmittelbar an der Bollener Dorfstraße protestiert, wie berichtet, Philipp Bomke, der gegenüber auf dem „Deichkind“-Gelände Häuser bauen will. Die Unterlagen zur Änderung des B-Plans für das Waschhaus liegen noch bis zum 10. Dezember im Rathaus, im oben genannten Fachbereich, öffentlich zur Einsicht und Stellungnahme aus.

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