Staatsanwaltschaft und Polizei ermitteln

Verdacht: Störung der Totenruhe - Bestatter soll Urnen vertauscht haben

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Die Polizei geht bislang in drei Fällen von vertauschten Urnen aus. 

Achimer Polizisten und die Verdener Staatsanwaltschaft ermitteln gegen einen Bestatter wegen Verdachts der Störung der Totenruhe. In mindestens zwei Fällen soll er Urnen vertauscht haben.

  • Ermittlungen gegen Bestatter aus Achim laufen
  • Verdacht der Polizei: Störung der Totenruhe
  • Mindestens zwei Urne sind vertauscht worden

Achim - Gegen einen 56-jährigen Bestatter ermitteln die Polizei Achim und die Staatsanwaltschaft Verden seit Juli dieses Jahres wegen des Verdachts der Störung der Totenruhe

Wie Polizei-Pressesprecherin Imke Burhop auf Anfrage der Kreiszeitung berichtet, war Mitarbeitern des Krematoriums aufgefallen, dass dort noch eine Urne aufbewahrt wurde, obwohl die Beisetzung des Verstorbenen bereits stattgefunden hatte. Aufgrund dieser Ungereimtheiten wandten sie sich an die betroffene Kommune und die Friedhofsverwaltung.

Mitarbeiter des Krematoriums schlagen Alarm

Nach Überprüfung der Urne in dem frischen Grab bestätigten die informierten Mitarbeiter den Verdacht und die richtige Urne wurde in das Grab gesetzt, so Burhop. Anschließend informierten diese die Polizei.

Die Beamten gehen nach ersten Erkenntnissen davon aus, dass der Bestatter eine Urne mit der anderen Asche eines Verstorbenen beigesetzt habe, nachdem der notwendige Aufkleber zur Gefäß-Identifizierung der beigesetzten Person entfernt worden war.

Zwei falsche Urnen sind bestätigt worden

Bei der Öffnung eines zweiten Urnengrabes durch die Polizei ergab sich erneut der Verdacht, sodass laut Burhop nunmehr drei Fälle vertauschter Urnen in Betracht kommen. Derzeit werde geprüft, ob es zu weiteren fehlerhaften Urnenbeisetzungen gekommen ist.

Zwei von drei Urnen wurde bereits wieder in die richtige Grabstelle eingesetzt. Ob Exhumierungen anderer Urnen notwendig sind, ist noch unklar, ebenso die Hintergründe des Vertauschens. Der Geschäftsbetrieb des Bestatters, der in den Vorfall involviert ist, läuft laut Burhop aber weiter. Die Polizei betreut betroffene Angehörige während der Dauer der Ermittlungen, erklärt Burhop.

Betroffene Witwe berichtet von Schock durch Polizei

Für sie sei es ein regelrechter Schock gewesen, als Beamte einige Wochen nach der Urnenbeisetzung ihres Mannes an der Haustür klingelten, berichtet eine betroffene Witwe aus Achim, die namentlich nicht genannt werden möchte. „Die Polizisten teilten mir mit, dass das Grab geöffnet werden muss, um zu klären, welche Urne sich darin befindet.“

Dass bei der Trauerfeier die falsche Urne beigesetzt worden war, sei ihr nicht aufgefallen, weil sie nicht gewusst habe, wie sie aussah, erklärt die Witwe. „Ich habe weder den Sarg noch die Urne ausgesucht.“ Vergangene Woche sei die Asche ihres verstorbenen Mannes dann schließlich in das ihm zugedachte Grab gekommen. 

Witwe ist von Vertauschung überfordert

„Jetzt kann ich auch endlich wieder auf den Friedhof gehen“, sagt die Achimerin, die sich nach eigener Aussage furchtbar über den Vorfall aufgeregt hat. „Ich kann nicht sagen, wer Schuld an der ganzen Sache ist, ob der Bestatter etwas falsch gemacht hat oder das Krematorium.“ 

Sie habe sich einen Anwalt genommen, weil sie sich mit dem Ausmaß überfordert fühle. Mit dem Bestatter gesprochen und um Klärung gebeten habe sie nicht. „Die Polizei hatte darum gebeten, das nicht zu tun. Für mich ist das Ganze nun aber erledigt, das ist alles schon schlimm genug.“

Der Bestatter, gegen den ermittelt wird, war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

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