Jahresbilanz im Rathaus

Stadt will und muss Engpässe bei Kitas und Schulen beheben

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Einer der vielen Neubauten in den vergangenen Jahren: die Kita „Achimer Himmelsstürmer“. 

Achim – Kindergarten-Gruppen in Uphusen mussten vor Monaten sogar zeitweise geschlossen werden, weil Erzieherinnen fehlten. Inzwischen hat sich die Lage aber deutlich entspannt. „Wir haben derzeit zwei vakante Stellen beim Erziehungspersonal“, berichtete Wiltrud Ysker, Leiterin des Fachbereichs für Bildung, Soziales und Kultur bei der Stadt Achim, beim Jahresbilanzgespräch im Rathaus.

Dafür mangelt es in den Kindertagesstätten von Baden bis Uphusen jedoch nach wie erheblich vor an Betreuungsplätzen. „Aktuell fehlen 64 Kita- und 46 Krippenplätze“, informierte Ysker. Eine Situation, die sich in naher Zukunft für die Eltern nicht bessern wird, eher das Gegenteil ist der Fall. „Die Schere zwischen Angebot und Nachfrage wird in den nächsten Jahren noch weiter auseinander gehen – bis die Neubauten fertig sind“, räumte die Fachbereichsleiterin ein.

Mehrere große Vorhaben auf diesem Sektor will die Stadt bis 2022 oder 2023 verwirklichen. Vorgesehen sind ein Erweiterungsbau für die Kita an der Heinrich-Laakmann-Straße in Uesen sowie Neubauten am Friedhof in Baden und auf dem Lieken-Gelände am Achimer Bahnhof. Darüber hinaus sollen auch auf dem Kita- und Schulgelände am Steinweg in Bierden und in Uphusen weitere Plätze für Krippenkinder und Drei- bis Sechsjährige geschaffen werden.

Aber braucht Achim überhaupt auf Dauer so viele neue, zig Millionen Euro teure Einrichtungen? Die Stadt wolle „multifunktionale“ Gebäude schaffen, verriet Ysker auf Nachfrage. „Die neuen Kita-Bauten könnten, wenn Ende der 20er Jahre die Kinderzahlen zurückgehen, somit auch für andere Zwecke genutzt werden.“ Ysker nannte in diesem Zusammenhang unter anderem das Stichwort „Stadtteil- und Jugendtreff“. Die Neubauten, fügte sie hinzu, könnten allerdings eines Tages auch in die Jahre gekommene Altimmobilien der Stadt ersetzen.

Handlungsbedarf wegen steigender Schülerzahlen

Das gilt im Übrigen ebenso in Sachen Schule. Weil auch die Schülerzahlen in Achim nach Angaben von Ysker steigen und darüber hinaus gewachsene Anforderungen von Eltern und vom Gesetzgeber an die Lernstätten erfüllt werden müssten, gebe es gleichfalls auf diesem Feld Handlungsbedarf. Erweiterungs- und Umbauten seien bei den Grundschulen Baden und Uesen, der Astrid-Lindgren-Schule und der IGS notwendig; nicht zuletzt, um dort Ganztagsbetrieb zu gewährleisten. Gesundes und zugleich schmackhaftes Mensaessen bezeichnete Ysker dabei mit Blick auf die jüngste Kritik am bestehenden Speisenangebot als „besondere Herausforderung“.

Weil die Grundschule Baden mehr Platz benötigt, sollen die Janusz-Korczak-Schule und die Likedeeler-Schule das Gebäude verlassen. Die von Bodelschwingschen Stiftungen in Bethel beziehungsweise die Lebenshilfe im Landkreis Verden als Träger dieser Schulen für Kinder mit speziellem Förderbedarf könnten laut Ysker aber einen Neubau auf dem Schulgelände errichten, während die bisher ebenfalls in der Badener Schule untergebrachte Kita „Paletti“ der Lebenshilfe 2022 in die neue Kita am Friedhof umziehen soll.

Die Jugendarbeit will die Stadt unter dem Stichwort „Campus“ bekanntlich an das Schulzentrum an der Waldenburger Straße verlagern. Das Cawia an der Achimer Brückenstraße steht dafür nicht mehr zur Verfügung, aber dafür vorgesehene Räume des Realschulgebäudes werden wohl noch bis 2022 für den Unterricht benötigt. „Die Sporthalle und das Außengelände können jedoch schon für diesen Zweck genutzt werden“, sagte Ysker.

„Schule ist der Lebensraum der Jugendlichen“, betonte die Fachbereichsleiterin. „Es gibt riesigen Unterstützungsbedarf in Sachen digitale Medien.“

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