„Die Abwägung ist fehlerhaft und damit rechtswidrig“

Anwohner der Obernstraße kritisieren Verkehrskonzept für Amazon in Achim

So wie in Winsen/Luhe könnte es bald in Achim-Uesen aussehen. Bis zum Freitag können Einwohner bei der Stadtverwaltung Anregungen und Bedenken zum neuen Straßenplan vorbringen.

Achim - Bis zum 29. Dezember, also bis Freitag dieser Woche, können Einwohner bei der Stadtverwaltung noch Einwände und Anregungen vorbringen zum neuen Bebauungsplan im Bereich Achim-Ost, der mit neuen Zufahrten zum Gewerbegebiet Uesener Feld von der A 27 und der L 156 den Weg ebnen soll für eine Ansiedlung des Online-Giganten Amazon mit 2500 Arbeitsplätzen und mehr.

Hans-Jürgen Behnken und Egbert Stürze haben als Anwohner der Obernstraße schon ihren Protest geäußert und ihn während der letzten Stadtratssitzung auch publiziert.

Ihr zentrales Argument ist, dass die Stadt bei ihrem Bebauungsplan nur die verkehrlichen Folgen für den engeren Ansiedlungsbereich bis zur Desma berücksichtigt, aber überhaupt nicht die Auswirkungen auf die Uesener Landesstraßenkreuzung mit Verdener Straße/Obernstraße/Feldstraße/Brückenstraße und andere Stadtgebiete.

„Damit ist die Abwägung fehlerhaft und rechtswidrig“, stellen sie in ihrem Schreiben fest. Der Plan sehe für diese Kreuzung und diese Straßen keine Maßnahmen vor.

„... bis zum Verkehrsstillstand“

Die Argumentation der Stadt und ihres Verkehrsplaners unter Berufung auf die Pendlerstatistik, 40 Prozent der Arbeitnehmer führen aus Richtung Bremer Kreuz, 25 Prozent aus Richtung Walsrode und 35 Prozent über Landes- und Kreisstraßen zum Online-Logistiker, halten die beiden für nicht belegbar und falsch: „Gänzlich unzumutbar ist die Verkehrssituation schon jetzt bei nicht selten vorkommenden, unfallbedingten Staus im Bereich der A 27 und A1. Dann staut sich der regionale und überregionale Verkehr auf den Landesstraßen 156 und 158 mit allen Nachteilen für die Anwohner. Diese Situation wird bei einer Amazon-Ansiedlung mit noch mehr Verkehr sich weiter verschlechtern bis zum Verkehrsstillstand.“

Diese Anwohner der Obernstraße wehren sich also gegen diese Amazon-Ansiedlung und schlagen, egal wer ins Gewerbegebiet Uesener Feld kommt, eine schon 2009 geplante Ost-West-Trasse vor, die Verlängerung der Max-Naumann-Straße im Gewerbegebiet zur Leipziger Straße, denn „zunehmende Verkehrsbelastungen durch zusätzliche Gewerbeansiedlungen mit der Folge von höheren, allen Achimer zugute kommenden Steuereinnahmen sollten auf möglichst viele Schultern verteilt werden.“ Die Max-Naumann-Straße im Uesener Feld war damals nicht zur Leipziger Straße verlängert, sondern zur Sackgasse gemacht worden, nachdem eine geheime Abstimmung darüber das ergeben hatte. Die geheime Abstimmung hatte Rainer Ditzfeld beantragt, damals noch Ratsmitglied der CDU. 

mb

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