Runde in Stadtbibliothek bleibt

Literaturkreis-Gründerin Marlies Fichte verlässt Achim

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Literaturkreis-Initiatorin Marlies Fichte (Zweite von links, Bild bitte vergrößern) in keiner Runde mit dem Nachfolge-Trio. Von links: Michael und Wiebke Lommel, Klaus Brill.

Achim – „Kommt, reden wir zusammen, wer redet ist nicht tot“ lautet die Anfangszeile des Gedichts „Kommt“ von Gottfried Benn (1886 - 1956). Sie könnte auch als Motto über den Treffen des Literaturkreises in der Achimer Stadtbibliothek stehen.

Die heute 70-jährige Marlies Fichte hat diesen Kreis maßgeblich ins Leben gerufen. An jedem zweiten Donnerstag des Monats stehen zwischen 10.30 und 12 Uhr Lyrik oder Prosatexte im Mittelpunkt. Teilnehmer der Runde stellen jeweils Werke vor, die ihnen besonders gefallen. Dann wird engagiert diskutiert und interpretiert. Etwa ein Dutzend Interessierte kommen regelmäßig zu dem für alle offenen Literaturkreis.

Das Treffen jetzt am Donnerstag war ein ganz besonderes. Marlies Fichte nämlich verlässt demnächst Achim in Richtung Bad Kissingen und verabschiedet sich damit nach rund zwei Jahren und zwei Monaten auch aus der literarischen Runde. Ihr zu Ehren war ein üppiges Frühstück vorbereitet worden. Um solche Dinge im Hintergrund kümmert sich stets Annette Wessel von der Stadtbibliothek.

Auch in Bad Kissingen wolle sie einen Literaturkreis initiieren, kündigte Marlies Fichte an, die als Chemietechnikerin berufsbedingt immer schon viel unterwegs war. In Achim hatte sie sich nebenbei auch der Krankenhausbücherei gewidmet. Dr. Stephan Leenen, der in der Stadtverwaltung auch für die Bibliotheken zuständig ist, habe den Literaturkreis-Treffpunkt vermittelt, da Räume des Krankenhauses dafür nicht genutzt werden durften.

Auch ohne Marlies Fichte wird es den Kreis weitergeben, denn die Nachfolgefrage ist geklärt. Ein Dreierteam übernimmt: Michael Lommel (65), Arzt der Forensik im Ruhestand, Ehefrau Wiebke Lommel, die das Fach Deutsch studiert hat (55), und Klaus Brill (70 Jahre), früherer Rektor der Astrid-Lindgren-Grundschule. Alle drei sind selbstverständlich seit jeher lesebegeistert und erkunden dadurch gern neue Welten. Allerdings solche „ohne Horror und Totschlag“, wie Brill betont. An Bestsellerlisten orientieren sich auch die Lommels eher weniger. Michael Lommels aktueller Tipp: „Das Mädchen im Strom“ von Sabine Bode.

Iris Arndt dankte im Namen der Bibliotheksleitung Marlies Fichte dafür, dass sie eine „so tolle Gruppe“ zusammenbekommen habe. Ebenso wie beim ersten Treffen galt jetzt noch einmal dem Benn-Gedicht besondere Aufmerksamkeit. 

 la

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