Sozialressortleiterin Luschei erklärt Weggang

Abschied aus privaten Gründen

Erst im April hatte Katja Luschei die Leitung des Fachbereichs für Bildung, Soziales und Kultur im Rathaus übernommen, nun hat sie bei der Stadt gekündigt.
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Erst im April hatte Katja Luschei die Leitung des Fachbereichs für Bildung, Soziales und Kultur im Rathaus übernommen, nun hat sie bei der Stadt gekündigt.

Achim – „Es war nicht mein Plan, nach 13 Monaten wieder zu gehen“, sagt Katja Luschei, Leiterin des Fachbereichs für Bildung, Soziales und Kultur der Stadt, die den Posten, wie schon kurz berichtet, Ende Januar aufgibt, beim Pressegespräch im Rathaus. „Ich habe die Entscheidung aus rein privaten, persönlichen Gründen getroffen.“ Achim und die Menschen hier seien ihr „ans Herz gewachsen“, aber sie nutze nun die Möglichkeit, bei einem Arbeitgeber in Bremen, ihrem Wohnort, in die Personalentwicklung zu gehen, „was ich auch studiert habe“.

Dort werde sie sich um Aus- und Fortbildung kümmern, unter anderem von Führungskräften, informiert Luschei.

„Ich möchte perspektivisch aber auch etwas weniger arbeiten“, bekennt die 49-Jährige. Auch um nebenberuflich wieder wie früher als Mediatorin, also als Schlichterin bei Konflikten, wirken zu können. Und um mehr Privatleben zu haben.

Als Leiterin des personell größten Fachbereichs bei der Achimer Verwaltung mit rund 250 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, darunter knapp 200 Erziehungskräfte in den städtischen Kindertagesstätten, sei sie mehr als ausgelastet. „Ich habe meine Familie in diesem Jahr kaum gesehen“, sagt Katja Luschei. Oft sei sie erst spätabends nach Hause gekommen, für Einkäufe und vieles mehr habe ihr die Zeit gefehlt. „Ohne meinen Mann wäre ich verhungert.“

Bürgermeister Rainer Ditzfeld bedauerte beim Pressegespräch den Weggang Luscheis. Die Nachfolgerin von Wiltrud Ysker, die die Bremerin monatelang eingearbeitet hatte und im April in den Ruhestand gegangen war, habe in der kurzen Zeit als Leiterin des Sozialfachbereichs „maßgebliche Akzente“ gesetzt, lobte das Stadtoberhaupt.

Bis zur Neubesetzung der Stelle, für die es schon Bewerbungen gebe, werde der Erste Stadtrat Daniel Moos das Ressort kommissarisch führen. Sein Stellvertreter in der Verwaltung habe den Bildungs- und Sozialsektor ja jahrelang bei der Gemeinde Oyten gemanagt, er bringe also viel Erfahrung auf diesem Feld mit, erklärte Ditzfeld.

Der Fachbereich 2, wie er intern und im Organigramm der Stadt kurz und knapp bezeichnet wird, sei eine „eingeschworene Gemeinschaft“, insofern gehe er zuversichtlich an die neue, zusätzliche Aufgabe heran, äußerte Moos. „Aber sicherlich werde ich nicht die Zeit dafür aufbringen können, wie Frau Luschei das jetzt praktiziert.“

Die scheidende Chefin macht sich auch für die Phase nach ihrem Abgang keine Sorgen um den „Fb 2“, sieht diesen für die nahe Zukunft gut aufgestellt. Luschei: „Die Produktverantwortlichen arbeiten sehr selbstständig.“

Bürgermeister Ditzfeld hofft indes, dass der jüngste Beschluss des Stadtrats zum „Qualifizierungsaufstieg“ in der Verwaltung dazu beiträgt, die Leitungsstelle möglichst schnell wiederbesetzen zu können. „Nach ein, zwei Jahren gibt es dadurch auch bessere Bezahlung.“

Auslöser des Schritts, bei der Stadt ein Qualifizierungsverfahren einzuführen, dass es Beamtinnen und Beamten des sogenannten ersten Einstiegsamtes der Laufbahngruppe 2 ermöglicht, Leitungsfunktionen ab Besoldungsgruppe A 14 wahrzunehmen, seien die Erfahrungen in Sachen Ysker-Nachfolge gewesen, erläuterte Ditzfeld. „Wir hatten damals schon massive Probleme, die Stelle zu besetzen.“

Das neue Verfahren soll dazu dienen, die Quantität und Qualität von Bewerbungen zu erhöhen, und gilt laut Stadt sowohl für interne als auch für externe potenzielle Führungskräfte. „Üblicherweise müssen Bewerberinnen und Bewerber dafür einen Mastergrad oder wissenschaftlichen Hochschulabschluss nachweisen“, heißt es dazu in der Beschlussvorlage der Verwaltung. Die niedersächsische Laufbahnverordnung sehe jedoch eine Öffnung der Befähigungsvoraussetzung vor, wenn ein Aspirant, eine Aspirantin Schulungen besuche. „Die Qualifizierung muss Maßnahmen der Fort- und Weiterbildung erhalten, die für das höhere Amt erforderlich sind.“ Über die genaue Gestaltung des Verfahrens entscheidet der Rat der Stadt Achim.

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