37-Jährige bereut Tat sehr und zahlt 3000 Euro

Bierglas bricht bei Hieb gegen Rivalin

„Plötzlich hatte ich nur noch den Henkel in der Hand und war selber schwer schockiert“, berichtete die 37-jährige Angeklagte im Achimer Amtsgericht.

Auf einer Party zum 30. Geburtstag in Bassen hatte sie ihren Bierkrug einer jungen Frau frühmorgens gegen 3 Uhr am 16. August vorigen Jahres gegen den Kopf geknallt, weil diese angeblich den Freund der anderen wiederholt mächtig anbaggerte. Da sie ihren Schlag mit dem Ruf „Lass endlich die Finger von ihm, du Schlampe“ begleitet haben soll, kam zur Anklage wegen schwerer Körperverletzung noch eine wegen Beleidigung hinzu.

Laut ärztlichem Attest trug das Opfer eine Beule am Kopf davon und hatte wegen des ebenfalls verletzten Kiefers Schmerzen und Probleme beim Öffnen des Mundes.

Alle Vorwürfe räumte die 37-Jährige weitgehend ein und zeigte sich immer noch bestürzt über ihren Ausraster. Sie sei nun wirklich keine gewalttätige Person, betonte sie.

Wegen der Geschehnisse auf der Bassener Party habe sie folglich auch psychische Probleme bekommen und sich in eine Behandlung begeben müssen.

Da die Geburtstagsfeier schon am Nachmittag begonnen hatte, war auch die Angeklagte zur Tatzeit gegen drei Uhr alkoholbedingt nicht mehr im Vollbesitz ihrere geistigen Kräfte, wie sie selber einräumte. So richtig sturzbetrunken sei sie aber auch nicht gewesen, merkte Richter Andreas Minge, gestützt auf das polizeiliche Protokoll über den Vorfall, an.

Einen direkten Kontakt zwischen den verfeindeten Frauen gab es danach nicht. Die Geschlagene habe das Entschuldigungsangebot strikt abgelehnt, berichtete die Angeklagte.

Wegen erheblich verminderter Schuldfähigkeit bei der Affekthandlung in jener Nacht und des relativ begrenzten Schadens komme eine Einstellung des Verfahrens zwar in Frage, machte der Richter deutlich. Das sei aber nur gegen Zahlung einer nicht geringen Geldsumme denkbar.

3000 Euro müsse die Angeklagte aufbringen, davon 1000 Euro Schmerzensgeld in zwei Raten zu je 500 Euro für ihre Kontrahentin.

Damit erklärte sich die 37-Jährige umgehend einverstanden. Sie würde damit weiterhin als nicht vorbestraft gelten.

dg/la

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