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27-jähriger Achimer muss sich wegen Drogenfund im Auto vor Gericht verantworten

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Von: Wiebke Bruns

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Marihuana entdeckt die Polizei bei Verkehrskontrollen oder Hausdurchsuchungen, wie hier dokumentiert, immer wieder.
Marihuana entdeckt die Polizei bei Verkehrskontrollen oder Hausdurchsuchungen, wie hier dokumentiert, immer wieder. © Privat

Achim/Verden – Es war ein kleiner Fisch, der am 31. Mai 2020 der Polizei bei einer Verkehrskontrolle in Oyten ins Netz gegangen war. Aber auch dieser landete vor Gericht. Erst in Achim, dann in Verden. Mit seiner Berufung wehrte sich sich der 27-Jährige aus Achim insbesondere gegen den Vorwurf des Handeltreibens mit Betäubungsmitteln. Insofern hatte er bei der 23. Kleinen Strafkammer des Landgerichts Verden Erfolg mit seiner Berufung. Zahlen muss er aber trotzdem die in erster Instanz vom Strafrichter als Geldstrafe verhängten 3.000 Euro.

Dieser hatte den bislang nicht vorbestraften Achimer wegen Besitz und unerlaubten Handeltreibens mit Betäubungsmitteln zu 2 .000 Euro Geldstrafe verurteilt. Zudem war dem Angeklagten eine Geldbuße in Höhe von 1.000 Euro wegen Führen eines Kraftfahrzeugs unter Einfluss berauschender Mittel auferlegt und ein Fahrverbot von einem Monat festgelegt worden.

19 Klemmleistenbeutel mit jeweils ein oder zwei Gramm Marihuana, typisch für den Straßenverkauf, fanden die Polizisten bei der Kontrolle in der Ablage der Fahrertür. Außerdem Bargeld, in teils typischer Stückelung, in einem Fach unter dem Lenkrad.

„Ich sträube mich dagegen, dass alles meinem Mandanten zugeordnet wird“, begründete Dr. Detlef Heise die Berufung. Schließlich hätten sich im Fahrzeug drei Personen befunden. Doch nur bei dem Angeklagten habe anschließend die Wohnung durchsucht. Gefunden worden sei dabei nichts, was auf ein Handeltreiben hindeuten könnte. Keine Abnehmerlisten oder dergleichen.

Der Verteidiger stellte die Möglichkeit in den Raum, dass sich das Trio auf der Rückfahrt von einer Einkaufstour befunden haben könnte und die erworbenen Drogen erst später aufgeteilt werden sollten. Deshalb die Zwischenlagerung neben dem Angeklagten im Fach der Fahrertür.

Damals konnte ein Drogenkonsum bei dem Angeklagten nachgewiesen worden. Heise argumentierte, dass inzwischen zwei Jahre vergangen sind. Dass sein Mandant weiterhin konsumiert, darauf gebe es keine Hinweise. „Es stellt sich die Frage, ob ein Fahrverbot angemessen ist“, sagte der Strafverteidiger.

Nach Befragung der damals eingesetzten Polizeibeamten fiel das Urteil: Kein Handel, aber Besitz von Betäubungsmitteln sahen die Verdener Richter als bewiesen an. Die vom Achimer Strafrichter verhängte Geldstrafe wurde jedoch als so milde angesehen, dass diese nicht reduziert wurde. 50 Tagessätze seien auch für den Besitz angemessen.

40 Euro als Tagessatzhöhe entsprechen immer noch dem vom Angeklagten angegebenen monatlichen Einkommen. Und auch an dem einen Monat Fahrverbot rüttelten die Verdener Richter nicht. Pech für den Anklagten: Die Frist läuft immer erst ab Rechtskraft des Urteils.

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