22-Jähriger bereut Ausrasten / Geldstrafe

Betrunken und voller Zorn gegen Polizei

Achim - Als ihm Polizisten beim Fischerhuder Tanz in den Mai wegen Pöbeleien gegen andere Besucher des Platzes verwiesen, rastete ein heute 22-jähriger Achimer endgültig aus.

Er wehrte sich mit Händen und Füßen, beschimpfte die Uniformierten mit üblen Ausdrücken, schlug um sich und traf auch einen der Ordnungshüter aufs Nasenbein.

Vereint schafften es die Vertreter der Staatsmacht dann aber, den Tobenden zu bändigen, zu Boden und dann aufs Achimer Kommissariat zu bringen. Bei der Durchsuchung soll er dann noch den Kopf gegen einen Schrank gestoßen und einer Beamtin heftig gegen das Knie getreten haben.

Knapp 1,8 Promille Alkoholgehalt im Blut wurden damals ermittelt. Er könne sich an das Geschehen am 1. Mai auch nur noch sehr bruchstückhaft erinnern, beteuerte der junge Mann jetzt als Angeklagter vor dem Achimer Amtsgericht. Der 22-Jährige stritt aber auch nichts ab: „Wenn mehrere Polizisten das so berichtet haben, wird es so gewesen sein“.

Er bedauere sein damaliges Verhalten, so der Angeklagte. Davor und danach habe es bei ihm jedoch nie solche Aggressionsausbrüche unter Alkoholeinfluss gegeben. Richter Andreas Minge bestätigte das Fehlen einschlägiger Vorstrafen.

In seiner Jugendzeit war der Achimer indes mal durch Tierdiebstähle aufgefallen. „Weil wir so viel Spaß am Züchten von Kleintieren hatten, haben wir die mangels Geld direkt bei Züchtern geholt“, erläuterte der 22-Jährige.

Die Zeit solcher Jugendsünden sei aber ebenso vorbei wie die größeren familiären Probleme, die ihn zum Zeitpunkt des Maifestes gerade geplagt hätten. Heute sei er „darüber hinweg“ und habe einen Beruf im Baubereich, der ihm sehr gefalle. Noch an keinem Arbeitstag habe er gefehlt.

Auf 2500 Euro Geldstrafe lautete schließlich das Urteil wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte und Beleidigung. Ein Verfahren wegen Körperverletzung gegen den Achimer läuft getrennt.

Staatsanwältin und Richter hielten dem Angeklagten gleichermaßen zu Gute, dass er die Taten vorbehaltlos gestanden habe und bereut.

Zugleich machte Minge dem sehr kraftvoll wirkenden jungen Mann deutlich, dass der bei einem weiteren Randale-Vorfall in Zusammenhang mit Alkohol keine Nachsicht mehr erwarten dürfe.

la

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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