22-jähriger Achimer zieht Berufung zurück

Diesel-Dieb gibt „todmüde“ auf

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Symbolbild

Achim/Verden - Wer schläft, sündigt nicht. So gesehen war es gar nicht schlimm, dass ein 22 Jahre junger Angeklagter aus Achim gestern zu spät zu einer Berufungsverhandlung am Landgericht Verden kam. Verantworten musste er sich wegen eines versuchten Diesel-Diebstahls im Juni 2013 in Bierden.

Zusammen mit einem anderen jungen Mann hatte er nachts am Tankdeckel eines an der Straße „Auf den Mehren“ geparkten LKW herum geschraubt, um Diesel zu entwenden, So zumindest stellte das Amtsgericht Achim im Juni 2014 fest. Als sich ein Fahrzeug näherte, seien die Männer abgehauen. Die Polizei schnappte sie jedoch und fand in deren Auto einen leeren 20 Liter-Kanister.

Auf Grund erheblicher Reifeverzögerungen wurde der aus Sachsen-Anhalt stammende Angeklagte als Heranwachsender nach Jugendstrafrecht verurteilt. Wegen versuchten gemeinschaftlichen Diebstahls sollte er 600 Euro an die Stiftung Opferhilfe zahlen. Dies sei erforderlich, um ihn eindringlich auf sein Fehlverhalten hinzuweisen, urteilte der Jugendrichter in Achim.

Von einem Arrest war abgesehen worden, weil der Angeklagte nach einer abgebrochenen Berufsausbildung eine Anstellung in einem Produktionsbetrieb gefunden hatte.

„Was wollen Sie mit der Berufung erreichen?“ wollte der Vorsitzende Richter Joachim Grebe nach Verlesen des Urteils aus erster Instanz von dem nicht anwaltlich vertretenen Angeklagten jetzt wissen. „Ich sehe nicht ein, dass ich den Geldbetrag bezahlen soll. Ich habe nur die Kennzeichen gewechselt“, antwortete der 22-Jährige. Doch mit so einer schlechten Ausrede brauchte er dem erfahrenen Strafrichter nicht zu kommen.

„Kennzeichen wechseln mitten in der Nacht – wem wollen Sie das denn erzählen? Die Beweislage ist eindeutig“, betonte Grebe und verwies auf den in erster Instanz ebenfalls angeklagten und geständigen Komplizen. Fremd sei dem Angeklagten die Tat nicht. Immerhin habe er schon einige Vorstrafen auf dem Buckel.

Diebstahl mit Waffen und Körperverletzung, nannte Grebe als Beispiele. Besonders dreist: nur zwei Tage vor dem Dieseldiebstahl war der 22-Jährige in einer anderen Sache verurteilt worden. Weshalb und zu welcher Strafe, wurde nicht erörtert.

Grebe empfahl dem 22-Jährigen aus Kostengründen über eine Rücknahme der Berufung nachzudenken. „Ja, ich kann auch zurücknehmen. Bin eh todmüde“, erklärte der Achimer daraufhin. Dann wollte er nur noch schnell weg und pennen.

Es war halt nicht sein Tag. Auf dem Weg zum Gericht sei er auch noch geblitzt worden, wie er am Rande vergrätzt anmerkte..

la

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