Container in Bierden und Achim Nord

Bis 2021 sollen drei neue Kitas stehen

Auszug aus dem Vorentwurf für die Kita am Friedhof, den die GME-Architekten am Montag vorstellten.

Achim - Der Kita-Notstand gibt es vor: In gleich drei Ortsteilen muss die Stadt Achim in absehbarer Zeit neue Kindertagesstätten schaffen. Den Entwurf für das größte Bauvorhaben, die Kita am Friedhof in Baden, präsentierte das Architekturbüro GME aus Achim am Montagabend im Sozialausschuss. „Das Budget von rund 4,2 Millionen Euro werden wir wohl einhalten“, sagte Marco Schaubitzer vom Fachbereich Bauen und Stadtentwicklung im Rathaus. Die Architekten veranschlagten für die Kita am Friedhof knapp 3,7 Millionen Euro. Weitere Bauten sind in Bierden und im Magdeburger Viertel geplant.

Der Entwurf für die Badener Kita besteht aus zwei Langhäusern, in denen jeweils Krippe und Kindergarten, insgesamt fünf Gruppen, Platz finden sollen. „Entsprechend der ländlichen Struktur haben wir die Häuser wie bei einem Winkelhof angelegt“, erklärte Architekt Christian Buck. Die Bauweise ermögliche ein Zusammentreffen der ansonsten getrennten Gruppen im Foyer und im Außenbereich. Die Satteldächer sollen die Kleinteiligkeit der umliegenden Wohnhäuser aufgreifen. Ungewöhnlich: Die in unterschiedlichen Höhen angelegte Dachlandschaft verläuft quer zur Hauslänge. Die Fassade wird verklinkert.

Das insgesamt 9700 Quadratmeter große, an den Friedhof grenzende Grundstück hat eine begrenzte Nutzfläche von 8400 Quadratmetern. Sofern der Bauantrag positiv beschieden wird, rechnen die Architekten für August 2020 mit dem Baubeginn und für August 2021 mit der Fertigstellung.

Karl-Heinz Lichter (CDU) fragte, welche Mehrkosten eine klimafreundliche Bauweise verursachen würde. „Das Beste ist, gar nicht mehr zu bauen, und wenn, dann nicht mit Beton“, räumte Buck ein. Ein reiner Holzbau sei zwar klimafreundlich, würde aber 7 bis 15 Prozent mehr kosten. Man versuche aber dafür, im Innenraum möglichst viel Holz zu verbauen.

Werner Wippler (SPD) erkundigte sich nach dem Kostenaufwand für die Dachform im Vergleich zum Flachdach. Zahlen konnte Buck nicht nennen. „Die Erfahrung sagt aber, dass das geneigte Dach wartungsärmer ist“, so der Architekt.

„Wir brauchen Kita-Plätze, aber warum müssen wir jedes Mal das Rad neu erfinden?“, fragte Bernd Junker (SPD). Es sei möglicherweise kostengünstiger, bestehende Einrichtungen nachzubauen. Schaubitzer wies auf die besonderen Anforderungen des Geländes hin. Beispielsweise müsse der hintere Bereich für die Entwässerung des Friedhofs frei bleiben. „Wir hatten leider keinen Entwurf, den wir kopieren konnten.“

Noch ganz am Anfang stehen die Überlegungen für eine zusätzliche Kita im Magdeburger Viertel. Am Standort des ehemaligen Servicehauses will die Stadt für etwa 420.000 Euro drei Kita-Gruppen in Mobilbauten unterbringen. Eine ähnliche Zwischenlösung gab es am selben Standort schon mal, als in der Kita „Schlaumäuse“ saniert wurde, so Schaubitzer. Die Modulbauweise soll Anfang 2021 fertig sein und ist auf zwei, maximal drei Jahre befristet. „Wenn wir an diesem Standort bauen, ist das der Not geschuldet, dass die Kinder anderweitig nicht versorgt werden können“, sagte Wiltrud Ysker, Fachbereichsleiterin Bildung, Soziales und Kultur.

„Die Fläche birgt Konfliktstoff“, sagte Bernd Junker und mahnte, die Anwohner in die Planungen mit einzubeziehen. „Wir reden viel im Konjunktiv. Verlässlichkeit sieht anders aus“, sagte er im Hinblick auf die Befristung. Dennoch lobte er den Schritt, in die Mobilbauweise zu gehen, um den Rechtsanspruch der Eltern zu gewährleisten.

Karl-Heinz Lichter plagte, wie er sagte, ein Bauchgefühl: „Ich befürchte, wir stellen die da hin und kriegen die Kräfte für die Betreuung nicht.“ Der Rechtsanspruch begründe auch ein Klagerecht der Eltern.

Auch Bierden bekommt eine Übergangslösung: In der Kita am Steinweg sollen 2020/21 zwei zusätzliche Gruppen einziehen. Dafür müssen zwei Hortgruppen weichen, die auf dem Schulhof der Grundschule in „Containern“ unterkommen sollen. Spätestens wenn das Ganztagsschulgebäude fertiggestellt ist, endet diese Zwischenlösung.

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