Faszinierende Aufnahmen von damals in Ulf Suchantkes neuem Band / Von Bremen bis Baden

1914, 1932, 1958 – Zeitreisen auf der Weser

1914: Die steile Wand liegt in unmittelbarer Nähe zur Alten Aller in Baden und ist ein Reststück des nicht terrassierten Hochufers. Im Volksmund wird dieses Steilstück, nach seinem Besitzer, auch „Blocksberg“ genannt.

Baden – Noch keine Spur vom Weserstadion, dort wo der Fluss „den großen Bogen macht“. Und in der Nähe der Badener Ringwallanlage sind am Weserhang erst „vor kurzem neue Villen von Bremer Honoratioren gebaut worden“.

Diese und andere historische Fotos gehören zu einer fiktiven Ausflugsfahrt mit dem Schiff von Bremen zu den Badener Bergen – 1914, kurz vor Beginn des Ersten Weltkriegs. Ulf Suchantke hat seine neue Bilddokumentation unter den Titel „Zeitreisen“ gestellt. Fotos von noch zwei weiteren imaginären Ausflugsfahrten gehören mit dazu: eine von 1932 kurz vor der Zeit des Nationalsozialismus und eine Schiffstour aus dem Jahr 1958.

Im farbig bebilderten zweiten Teil des Buchs werden den alten Aufnahmen aktuelle gegenübergestellt, die die großen Veränderungen verdeutlichen. Manches wie die Martinikirche in Bremen oder auch die Badener „Villa Carola“ sehen dabei aber äußerlich ganz wie damals aus.

Bebilderte Postkarten, von denen der in Baden wohnende Ulf Suchantke schon rund 200 in seinem privaten Archiv hat, bilden die Grundlage auch des „Zeitreisen“-Bandes. Die betreffenden Karten entdeckte er unter anderem auf Flohmärkten, aber auch über die Suche im Internet. Angegebene Jahreszahlen beziehen sich in den meisten Fällen auf die Poststempel.

Ulf Suchantke wurde 1952 im niedersächsischen Landkreis Ammerland geboren. Seit über 30 Jahren wohnt er in Baden und war bis 2016 Lehrer an der Achimer Hauptschule – heute Liesel-Anspacher-Schule.

Zu kleinen Bestsellern entwickelten sich schon seine beiden vorausgegangenen Bände „Spaziergang entlang der Weser – von der Ueser Brücke bis zur Badener Brücke“ und „Spaziergang durch den Ort Baden – Hünenburg bis Lahof mit Nebenstraßen“. Die gesamte Auflage ist verkauft, freut sich der Verfasser und hofft, dass es mit „Zeitreisen“ ähnlich gut läuft.

Erschienen ist das Werk mit 106 Bildseiten und zehn Seiten Quellenanhang wie die Vorgänger im Verlag „Haus der Werbung“, Verden. Bei seinen aktuellen Recherchen mit dem E-Bike entlang der Route fiel Suchantke im Übrigen etwas auf, das bei ihm eher gemischte Gefühle hervorrief: Weite Abschnitte mit schöner Aussicht an der Weser befinden sich nämlich in Privatbesitz und sind damit für Spaziergänger und Radfahrer nicht mehr zugänglich. Auch er selber wäre einmal mit seinem Bike fast eingeschlossen worden, als er sich auf ein Grundstück vorgewagt hatte.  la

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