Rund 40 Radler auf Achim-West-Erkundungstour

100-Millionen-Projekt: Neuer Baggersee für Achim inklusive

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Erläuterungen beim Zwischenstopp der Radfahrer. Diese Aufgabe übernimmt hier die Achimer Stadtplanerin Dr. Monika Nadrowska anhand großer Planskizzen. 

Uphusen - Beim 100-Millionen-Euro-Vorhaben Autobahnanschluss Achim-West fällt wohl auch ein großer Baggersee für Achim mit ab. Eine Neuigkeit am Rande, die Stadtplaner Stefan Schuster den Teilnehmern der Radtour durchs Achim-West-Gebiet bei der Nachbesprechung im Uphuser Gasthaus Gerken mitteilte.

Rund 40 Radler waren, aufgeteilt in zwei Gruppen, trotz Regenschauern unterwegs gewesen und hatten sich an mehreren Stationen ein Bild vom Terrain des geplanten Anschlusses gemacht – zum Beispiel im Bereich der vorgesehenen Brückenquerung.

Neben Schuster, seiner Planungskollegin Monika Nadrowska aus der Stadtverwaltung und Wirtschaftsförderer Martin Balkausky informierten Dr. Franziska Lehmann und Dr. Michael Glatthaar vom Bremer Planungs- und Entwicklungsbüro Proloco über einzelne Punkte des Vorhabens und nahmen Anregungen auf. Im Saal bei Gerken waren noch weitere Besucher hinzugestoßen.

Vier alternative Trassenführungen in Entwürfen sind im Gespräch. Zu erhalten sei unbedingt der bisherige Zugang zum Oyter See, wurde unter anderem gefordert. Hohen Stellenwert bei Anwohnern nimmt natürlich das Thema Lärm ein. Schuster betonte, dass selbstverständlich Grenzwerte überall strikt beachtet würden. Speziell zu berücksichtigen seien Schallwellen, die von der geplanten, 6,80 Meter hohen Lärmschutzwand an der A 1 abgeleitet werden, erläuterte Dr. Glatthaar.

Ausgleichsflächen zwingend erforderlich

Voraussetzung für den jetzt anstehenden Planfeststellungsbeschluss für Achim West sei zudem der Nachweis naturbelassener Ausgleichsflächen, machte Schuster klar. Solche Ausgleichsflächen sollen im Bereich um die Achimer Vogelsiedlung bereitgestellt werden. Allerdings muss die Stadt dafür noch Grund dazu erwerben. Ausgleich außerhalb des Plangebietes ist auch für den Baggersee erforderlich, der durch Sandabbau im Verlauf des Projekts entsteht.

Diskutiert wurde außerdem über den optimalen Standort für das geplante neue Gewerbegebiet zwischen den Autobahnen und Uphusen, aus dessen Steuereinnahmen der Anschluss mit finanziert werden soll. Viele möchten das Gewerbe etwas weiter im Osten und von besiedelten Bereichen entfernt haben. Auch ein breiterer Grünstreifen zur Abtrennung und eher kleinere Gewerbegrundstücke wurden angeregt.

Eine Planstraße gehört mit zum Konzept, und die von einigen befürchtete Erschließung durch Wohngebiete wie den Soorenkamp sei weder erforderlich noch sinnvoll, versicherte Stefan Schuster.

Martin Balkausky wies abschließend darauf hin, dass die Vorplanungen erst im Herbst konkreter würden, wenn genaue, gutachtengestützte Verkehrsbelastungszahlen vorlägen.

Anlieger werden regelmäßig informiert

Bei allen weiteren Schritten des Großvorhabens werden Anlieger und andere Betroffene wie bisher regelmäßig informiert und über einen Sprecherkreis sowie Workshops mit einbezogen, wurde von seiten der Achimer Verwaltung und des Bremer Büros versicherte, das auch diese Radtour organisiert hatte.

Während die Stadt Achim auf ihrer Homepage unter dem Titel „Die Idee einer Anschlussstelle bietet Entwicklungschancen für die gesam- te Stadt“ wirbt, bezweifelte ein Anwohner aus Embsen die verkehrsentlastende Wirkung. 

Da werde vielleicht Uphusen entlastet, aber auf Kosten von Bierden und Achim, sah er voraus. Das Verkehrsaufkommen nehme überall rapide weiter zu. In Embsen „stehe“ auf der Durchfahrtsstraße schon heute fast täglich der Verkehr zu bestimmten Tageszeiten, Landwirte hätten dann kaum Chancen, mit ihren Fahrzeugen diese Straße überhaupt zu überqueren.

la

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