Christengemeinschaft Ottersberg baut Kapelle Im Brooken / Ostersonntag erster Spatenstich / Alles aus eigener Kraft

Ein – abgespeckter – Traum wird wahr

Ottersberg - (la) · Weit über zehn Jahre dauerte es von ersten Planungen bis zum ersten Spatenstich für den Kapellenneubau der „Christengemeinschaft“an der Straße Im Brooken in Ottersberg.

Die phantasievollen ursprünglichen Pläne mussten immer wieder den wahren finanziellen Möglichkeiten dieser rund 80 Mitglieder umfassenden „Bewegung für religiöse Erneuerung“ angepasst werden.

Am Ostersonntag aber geht es definitiv los. Nach wie vor erfüllt sich mit dem Kapellenbau in direkter Nachbarschaft des Waldorf-Kindergartens sozusagen der Traum vom eigenen Haus für die von den anthroposophischen Grundsätzen Rudolf Steiners mit geprägte Christengemeinschaft.

Kernstück des rund zwölf mal acht Meter umfassenden länglichen Bauteils ist der zum Dach hin offene „Weiheraum“ mit Altarbereich und gut 50 Sitzplätzen. Hier finden Gottesdienste, Konfirmationen und andere feierliche Veranstaltungen statt. Die international vertretene „Christengemeinschaft“ bildet eigene Priester zentral in Stuttgart und Hamburg aus. Für die kirchliche Zeremonien gibt es jeweils einen festgelegten Ritus, der sich zum Teil dem katholischen annähere, erläuterte gestern Jan Cormont aus dem Ottersberger Kapellen-Baukreis im Gespräch mit dem Achimer Kreisblatt.

Ansonsten lege die Christengemeinschaft großen Wert darauf, Glauben als etwas Individuelles zu respektieren und erhebe keinen Alleinvertretungsanspruch. Das Bemühen richte sich darauf, Jesus Christus und seinem Wort möglichst unverfälscht gerecht zu werden. Die Gemeinschaft finanziert sich ausschließlich durch Spenden und Beiträge, deren Höhe das jeweilige Mitglied selber bestimmt.

Doch zurück zum Bauvorhaben: im zweiten, etwa gleich großen, aber quer zum Weiheraum angeordneten Trakt befinden sich der Haupteingangsbereich samt größerem Foyer, Sakristei, einer Pantry, Hausversorgung und sanitären Einrichtungen. In einem ebenfalls zum Dach hin offenen Obergeschoss ist Platz für einen größeren Arbeitssaal und Lagerraum. Ein Rotziegeldach, hell-beige gefärbte Wände und schmale Kirchenfenster gehören mit zu Merkmalen des einst als Kirche konzipierten Baus, der wegen der kleineren Dimensionen jetzt als Kapelle bezeichnet wird.

Rund 250 000 Euro wird das Ganze laut Jan Cormont immer noch kosten, wobei es der Gemeinschaft untersagt ist, Kredite aufzunehmen. Bevor es Vorschüsse aus einem Fonds gibt, muss nachgewiesen werden, dass die Summe in absehbarer Zeit bereitsteht. Allerdings wurde in zehn Jahren auch regelmäßig angespart, und Spender gab und gibt es ebenfalls.

Am 25. April ist die Grundsteinlegung geplant, am 30. April das Richtfest, Ende Juli die Übergabe des Gebäudes samt zwölf dazugehöriger Parkplätze. Gegen Ende September oder Anfang Oktober könnte die neue Kapelle geweiht werden, hofft Jan Cormont. Auf längere Sicht ist auch nicht ausgeschossen, dass hier und da weiter verschönert oder ausgebaut wird – aber nur, wenn das Geld dafür da  ist.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

So fährt sich der echte VW Bulli als Stromer

So fährt sich der echte VW Bulli als Stromer

Fotostrecke: Werder gegen Gladbach ohne Tore, aber mit Leidenschaft

Fotostrecke: Werder gegen Gladbach ohne Tore, aber mit Leidenschaft

Österreichs ursprüngliche Alpentäler

Österreichs ursprüngliche Alpentäler

Was wir von den großen Reisenden lernen können

Was wir von den großen Reisenden lernen können

Meistgelesene Artikel

Fernab vom Trubel der Volksfeste

Fernab vom Trubel der Volksfeste

VW-Dieselgate: Verdener Anwalt führt Musterprozess mit 21.000 Klägern

VW-Dieselgate: Verdener Anwalt führt Musterprozess mit 21.000 Klägern

Drei Flussarme in Hiddestorf

Drei Flussarme in Hiddestorf

Neustart für das Verwell

Neustart für das Verwell

Kommentare