Beeindruckende Passionsmusik in Lunsen / Gekonnte Auflockerung durch Orgelspiel und Textvortrag

A-Capella: Konzentriert und klangrein

Der Bremer A-Capella-Chor überzeugte mit einer Passionsmusik in der Lunser Kirche.Fotos (2): ey

Lunsen - (ey) · Eine beeindruckende Passionsmusik bot der Bremer Kammerchor „A-Capella“ unter Leitung des ehemalige Bremer Domkantors, Prof. Wolfgang Helbich, bei seinem Konzert in der Lunser Kirche.

Ein Konzert in der Passionszeit in der Kirche ist vor allem auch inhaltlich mit der Auseinandersetzung mit dem Leiden und Tod von Jesus Christus verbunden. Es ist Musik der Leidenschaft, die den Leidensweg in verschiedenen Facetten nachzeichnet.

Vielleicht fand das Konzert, veranstaltet vom Verein Lunser Konzert, aus diesem Grunde nicht den erwarteten Publikumszuspruch. Das hinderte die Künstler aber nicht daran, sehr eindrucksvoll und nachdrücklich Passionswerke aus der Renaissance und Barockzeit zu interpretieren.

Die vergleichsweise mäßige Publikumsresonanz hatte aber auch Vorteile. Es veränderte sich nämlich die Akustik (im Gegensatz zu einem vollem Gotteshaus), so dass sie etwas mehr Hall entwickelte. Das verbesserte den sowieso schon guten Klangreichtum des Chores noch einmal erheblich.

Die Zusammenstellung des Programms bot ein eher ungewöhnliches und zugleich anspruchsvolles Repertoire. Wolfgang Helbich hatte für diesen Abend eine Abfolge „komponiert“, das bekanntere Werke von Palestrina und Rheinberger mit eher selten aufgeführten Stücken von Lechner, Gesualdo und Demantius in einen besonderen Kontext stellte. Im Konzert wechselten sich Vorträge des neu gegründeten Kammerchor A Capella aus Bremen mit Orgelstücken und Rezitationen von Passionstexten ab. Besonders die verbindenden Passionstexte, die von Erik Roßbander vorgetragen wurden, verstärkten die Nachzeichnung des Leidenswegs mit zwei Sonetten vonShakespeare und verschiedenen Texten von Andreas Gryphius.

Die bekannte Organistin Beate Röllecke präsentierte auf einem Nachbau einer historischen Truhenorgel Barockmusik mit französischen Einflüssen von Abraham van den Kerckhoven und Johann Caspar Fischer, sowie die „Aria variata“ von Dietrich Buxtehude. Es erklangen perfekte, aber auf der „anderen“ Orgel mitunter auch ungewohnte Klänge in der Kirche.

Dem Chor gelang es, gleich von den ersten Tönen an konzentriert, aber doch klangrein beispielsweise das „O crux ave“ von de Palestrina“ oder auch die „Deutschen Sprüche von Leben und Tod“ darzubieten. An zentraler Stelle folgte die „Deutsche Johannes-Passion“ von Christoph Demantius, in der der A-Capella Chor auch die schnellen, rhythmischen Passagen und die anspruchsvolle Dynamik mit einer fast spielerischen Leichtigkeit umsetzen konnte.

Als Abschluss folgte nach dem Gryphius-Text „Abend“ noch das bekannte sechsstimmige Abendlied von Rheinberger.

Mit lang anhaltendem Applaus bedankten sich die Besucher für die hervorragenden Leistungen aller Mitwirkenden.

Es bleibt zu hoffen, dass es auch noch weitere Konzerte für den Bremer Kammerchor A-Capella geben wird und auch die nächsten Lunser Konzerte wieder mehr Publikumszuspruch finden. Am 19. Juni wird im Rahmen dieser Konzertreihe romantische Kammermusik für Violine und Klavier zu hören sein.

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