Beate Dunker besitzt viele Dokumente aus der schlimmen Inflationszeit

500-Millionen-Scheine und Notgeld der Kommunen

Beate Dunker besitzt zahlreiche dieser Millionenblüten.

Achim - Von Manfred BrodtIn diesen Wochen geht wieder die Angst um, dass das Geld, der Euro oder auch der Dollar, nichts mehr wert ist. Ängste, die Älteren besonders unter die Haut gehen, denn sie haben das selbst erlebt. Die 77-jährige Beate Dunker aus Achim hat jetzt Scheine aus dieser schrecklichen Inflationszeit dem Achimer Kreisblatt präsentiert.

Es war eine bitter arme Zeit in den Zwanziger Jahren der Weimarer Republik, als Menschen im Deutschen Reich nach dem verlorenen Ersten Weltkrieg, saftigen Reparationen an die Siegermächte und einer auch von Spekulanten befeuerten Weltwirtschaftskrise Koffer voller Geldscheine hatten und sich damit nur ein Brot oder gar nur eine Zigarette kaufen konnten.

Viele solcher Scheine des Reichsbankdirektoriums von 1923  über fünf, zehn zwanzig, fünfzig, ja fünfhundert Millionen Mark hält Beate Dunker in den Händen. Sie hat sie noch von ihrem Vater bekommen.

Aber nicht nur das offizielle Inflationsgeld gehört zu ihren Andenken, auch das so genannte Notgeld aus dieser Zeit.

Scheine der Städte Bremen, Stade, Bad Lauterberg, Freiburg, Altona oder des Kreises Diepholz. Das Notgeld wurde in zerrütteten Währungsverhältnissen besonders der Jahre 1914 bis 1923 von öffentlich rechtlichen Körperschaften wie Gemeinden und Kreisen als Ersatzgeld aus Papier, Metall oder anderen Materialien zur Überbrückung des Zahlungsmittelmangels herausgegeben.

Im Umlauf waren Hartgeld aus Eisen, Zink, Aluminium und Porzellan sowie Papiergeld. Der höchste Wert betrug 1923 200 Billionen Mark.

Auch in Achim existierten Notgeldscheine. Anfang 1921 hatte der Kreis Achim zwei Nominale von 25 und 50 Pfennigen herausgebracht mit Abbildungen des Achimer Bauernviertels, der Laurentius-Kirche und der Achimer Mühle. Zwei Auflagen sind bekannt, eine mit blauem Druck auf hellem Untergrund, und eine häufigere zweite Auflage mit violett-blauem Druck. Auf dem Geldschein heißt es, er verliere seine Gültigkeit einen Monat nach erfolgter Aufkündigung im Achimer Kreisblatt.

Am 24. Mai 1921 meldet das Achimer Kreisblatt: „Die Bremer Straßenbahn hat sich inzwischen bereit erklärt, auch die Notgeldscheine des Kreiskommunalverbundes Achim zuzulassen.“

Notgeldscheine des Kreises Achim, der Kreiskommunalkasse Achim, der Sparkasse der Stadt Verden oder des Hotels Stadt Bremen in Achim waren im Umlauf. Oft nutzte man die Scheine so auch als Werbeträger.

Beate Dunker hofft wie fast alle anderen, dass solche Zeiten nicht wiederkehren. Sie achtet verständlicherweise sehr darauf, dass ihre doch eigentlich wertlosen Geldscheine nicht verloren gehen. 90 Jahre danach haben sie doch einen besonderen Wert.

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