Samtgemeinde bereit, Zehntel zu tragen / Rolf Thies weist auf Betriebe im Ort hin

265-Einwohner-Dorf Holtum-Marsch: Schnelles Internet würde stolze 235 000 Euro kosten

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Auch das kleine Holtum-Marsch will mit schnellem Internet versorgt sein. Doch das kostet.

Holtum-Marsch / Lunsen - Nur 126 Haushalte und insgesamt 265 Einwohner hat Holtum-Marsch. Stolze 235 000 Euro aber würde es kosten, den kleinen Ort durch Ausbau der Breitbandverkabelung komplett mit „schnellem Internet“ von 2MBit/s Kapazität zu versorgen.

Diese hohe Summe ergibt sich vor allem wegen weiter Entfernungen zu und zwischen den verstreut liegenden Gehöften und Wohnhäusern.

Die Samtgemeinde (SG) Thedinghausen hat beim Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung Niedersachsen (LGLN) vorsorglich schon einen Antrag auf Zuwendung von rund 211 300 bei diesem Projekt verbesserter Internetversorgung in einem besonders ländlichen Raum beantragt.

Der SG bliebe der Eigenanteil von einem Zehntel, also von immerhin 23 500 Euro. Bei einer Enthaltung befürwortete der unter Leitung von Harald Lochte tagende Finanz-, Wirtschafts- und Sozialausschuss auf seiner Sitzung im Lunsener Gasthaus Kehlenbeck, diesen Betrag in den Haushalt mit aufzunehmen.

Natürlich würde das Gemeinde-Geld nur fließen, wenn der Breitband-Ausbau in Holtum-Marsch tatsächlich vom Land aus unterstützt würde. Sicher sei dies nicht, weil noch einige Anträge ähnlicher Art zum Ausbau in anderen ländlichen Kommunen vorlägen, wusste Samtgemeindebürgermeister Gerd Schröder.

Das Holtumer Ratsmitglied Rolf Thies wies daher besonders darauf hin, dass es im Ort auch zwei Baugeschäfte, einen EDV-Dienstleister und einen Zeltverleih gebe. Gerade im gewerblichen Bereich seien schnelle Netverbindungen heutzutage unverzichtbar.

Bei der Breitbandversorgung auf dem Lande tue sich auf jeden Fall derzeit eine Menge – nicht nur im Zusammenhang mit Aktivitäten des auf Landkreisebene eingerichteten Arbeitskreises Breitband. Das hob Schröder noch hervor.

Auch große Privatanbieter, die anfangs mangels Rentabilität gleich abgewinkt hätten, interessierten sich nämlich zunehmend für verbliebene „weiße Flecken“ im Netz. In Wulmstorf habe das zur „doppelten Erschließung“ durch zwei Konkurrenten geführt. Bedauerlich sei, dass die Samtgemeindeverwaltung von bestimmten Großanbietern kaum über Einzelheiten der Anschlussplanung informiert werde.

Dr. Daniel Strassner von der Unabhängigen Bürgerliste (UBL) steuerte einen ganz anderen Aspekt zur Diskussion bei: Vielleicht verliere das Thema Breitbandausbau schon in absehbarer Zeit sehr an Bedeutung, wenn sich der Smartphone-Boom und Entwicklungen in diesem Bereich so rasant fortsetzten.

Jürgen Winkelmann (SPD) veranlasste das zum kurzen Fachvortrag, da er berufsbedingt in Sachen Telekommunikation äußerst fit ist. Er warf das Stichwort „Vectory“ als zukunftweisend in die Runde und sprach von Möglichkeiten gemeinsamer Nutzung von LCD- und modernster Telefontechnik auf Glasfaserbasis.

Bei diesen Ausführungen kamen jedoch viele der nicht speziell vorgebildeten Ausschussmitglieder und auch Besucher der Sitzung kaum mehr mit. · la

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