Bernard Duchemins Kampf gegen MPU geht weiter:

2174 zustimmende Reaktionen

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Bernard Duchemin mit der Titelseite seiner Online-Petition zur Abschaffung des „Idiotentests“. 308 Unterstützer unterzeichneten schon eine frühere Eingabe.

Thedinghausen - Der Kampf des früheren Jockeys, Galoppertrainers und Pferdewirtschaftsmeisters Bernard Duchemin gegen die „Medizinisch-Psychologische Untersuchung“(MPU) für Verkehrssünder mit höherem Punktekonto in Flensburg geht weiter.

Für „die Abschaffung dieses menschenunwürdigen Gesetzes“ macht sich der in Thedinghausen lebende, gebürtige Franzose nun auch in Form einer online-Petition über Facebook stark. Diese wird an den Bundestag, aber auch an Amnesty International, die Organisation „Human Rights Watch“, an den UN-Beauftragten für Menschenrechte und den Europäischen Gerichtshof geschickt.

Der 59-jährige Duchemin strebt eine Sammelklage gegen die seiner Kenntnis nach „auf der Welt einmalige“ Einrichtung MPU an, die im Volksmund auch als „Idiotentest“ ein Begriff ist.

Bisher 2174 positive Bewertungen habe er allein nach dem Artikel „Niemand außer Gott darf mir in die Seele schauen“ über seinen Protest in der Ausgabe dieser Zeitung vom 23. Februar erhalten, freut sich der Mann aus Thedinghausen.

Regeln müssten beachtet werden und Verstöße be-straft, machte Duchemin gestern im Gespräch mit der Presse zunächst deutlich. Es dürfe aber nicht sein, dass Menschen behandelt würden wie nicht Zurechnungsfähige oder Verbrecher, obwohl es wie in seinem Fall zwar um mehrere Ordnungswidrigkeiten, aber nicht um Straftaten gehe.

Wie berichtet, hatte Duchemain, der berufsbedingt viel mit dem Auto unterwegs war, über 18 Strafpunkte auf dem Verkehrssünder-Konto angesammelt. Ganz überwiegend kamen sie durch „geblitzte“ Tempoüberschreitungen zu Stande – auch spätabends auf fast autofreien Autobahnabschnitten, erinnert sich der 59-Jährige.

Er habe dafür gebüßt, 500 Euro Geldstrafe bezahlt, Führerschein und damit auch die damalige Arbeitsstelle verloren. Dann noch von der pädagogisch-psychologisch kaum kundigen Führerscheinabteilung des Landkreises zur teuren MPU-Untersuchung mit sehr persönlich-privater Befragung geschickt zu werden, gehe aber klar „einen Schritt zu weit“.

Schließlich sei nie jemand durch ihn zu Schaden gekommen in 33 Jahren, seitdem er seinen Führerschein hat und regelmäßig auf längeren Strecken im Lande unterwegs war.

„Wenn ein französischer Präsident die MPU einführen wollte, wäre an den folgenden Tagen das Land durch Proteststreiks lahmgelegt“, habe ihm die 78-jährige Mutter geschrieben, als er ihr von seinen Aktivitäten berichtete. Die Deutschen ließen sich hingegen von der Obrigkeit zu viel gefallen, kritisiert Duchemin. Und nicht zuletzt spüle das System MPU samt Vorbereitungskursen Unmengen von Geld in staatliche und private Kassen.

Nach Auffassung des früheren Jockeys widerspricht die MPU-Praxis auch Artikeln der 1948 von den Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen verabschiedeten „Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte“. Der in Paris geborene Thedinghauser führt unter anderem das Recht auf menschenwürdige, nicht erniedrigende Behandlung und den Anspruch auf Schutz gegen willkürliche Eingriffe ins Privatleben an.· la

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