Oyten: Anti-Sandabbau-Bürgerinitiative im Gespräch mit CDU-Bundestagskandidat Andreas Mattfeldt / Juristischer und moralischer Druck

„100 Meter Abstand zu Altenheim und Wohnhäusern nicht hinnehmbar“

CDU-Bundestagskandidat Andreas Mattfeldt (3.v.l.) im Gespräch mit der Oytener Anti-Sandabbau-Bürgerinitiative um Conny Brockmann (2.v.r.). Im Hintergrund die Äcker, wo ab 100 Meter Entfernung von Oytens Bebauung der Sandabbau geplant ist.

Oyten - (pee) n Die Bürgerinitiative, die in Oyten den Kampf gegen den von einem Stuhrer Transportunternehmen auf 30 Hektar zwischen Achim-Embsen und Oyten-Süd geplanten Sandabbau aufgenommen hat, erfährt parteiübergreifend große politische Unterstützung. Und sie rückt in den Fokus des Bundestagswahlkampfes.

Gestern suchte der CDU-Bundestagskandidat Andreas Mattfeldt in Begleitung von Oytener CDU-Ratsmitgliedern vor Ort das Gespräch mit der Bürgerinitiative – und ermutigte sie mit seinen Sandabbau-Widerstands-Erfahrungen als Langwedeler Bürgermeister.

Mit freiem Blick von der Allerstraße über die Äcker, wo ab 100 Meter Entfernung vom Altenheim Hubertus und von der Oytener Wohnbebauung der Stuhrer Unternehmer die großflächige Bodenausräumung anvisiert, machte sich Mattfeldt ein Bild von den Örtlichkeiten und sprach mit den besorgten Bürgern über das beim Landkreis Verden als Genehmigungsbehörde anlaufende Raumordnungsverfahren, das einer möglichen Sandabbau-Genehmigung vorgeschaltet wird. „Damit wird schon mal Zeit gewonnen. Was wir jetzt dringend brauchen, sind Ausschlusskriterien, wie wir sie auch bei Windkraftanlagen haben – zum Beispiel 500 Meter Abstand zur Wohnbebauung. 100 Meter wie hier sind keinesfalls hinnehmbar“, sagte Mattfeldt.

Weil die Gemeinde keine Einflussmöglichkeiten auf das Verfahren hat, will die CDU mit ihrer Kreistagsfraktion zum Schutz von Mensch und Natur „auf den 500-Meter-Abstandsradius hinsteuern“, wie die örtlichen Politiker bekräftigten. Was das Abbaugebiet möglicherweise bis zur Unwirtschaftlichkeit verkleinern würde.

„Neben dem juristischen Kampf wollen wir aber auch an die besondere Ortsverbundenheit der Grundstückseigentümer appellieren, damit sie das Gelände nicht für Sandabbau und Straßenbau zur Verfügung stellen“, kündigte Oytens CDU-Vorsitzender Dr. Kai Grönke moralischen Druck an – mit dem Ziel, die Pläne des besagten Unternehmens möglichst noch vor dem Genehmigungsverfahren zu vereiteln.

„Die Firma muss so viele Schwierigkeiten und Kosten auf sich zukommen sehen, dass sie die Finger von dem Vorhaben lässt“, waren sich Politiker und Bürgerinitiativler über die Strategie einig.

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