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Günther zieht Schlussstrich unter Pandemie

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Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) bedante sich am Montag beim Expertenrat.
Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) bedante sich am Montag beim Expertenrat. © dpa

Drei Jahre lang hat Corona das Leben der Menschen in Schleswig-Holstein zum Teil stark beeinflusst. Jetzt ist Normalität zurückgekehrt. Als sichtbares Zeichen tagt noch einmal der Expertenrat.

Kiel – Die Landesregierung in Kiel zieht einen Schlussstrich unter die Corona-Pandemie. Covid-19 werde jetzt wie jede andere Infektionskrankheit behandelt, sagte Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) am Montag nach dem 50. Treffen des von der Landesregierung eingesetzten Corona-Expertenrats. Die Situation sei so, „dass wir sagen können, wir sind in der Normalität“. Günther dankte dem Expertenrat, der bestehen bleibt und künftig turnusmäßig zweimal jährlich tagen soll.

Es habe sich bewährt, unterschiedliche Professionen in dem Gremium zusammen zu haben. So habe man neben der Gesundheit immer alle Aspekte mit berücksichtigt. Das habe geholfen, Schleswig-Holstein verhältnismäßig gut durch diese Zeit führen, sagte der Regierungschef.

Im Nachhinein sei man immer klüger, wann welche Entscheidung auch anders hätte getroffen werden können. „Aber ich glaube, wir können feststellen, dass nach der heutigen Expertise es richtig gewesen ist, dass wir in der zweiten Hälfte der Pandemie in den Öffnungsentscheidungen ein bisschen mutiger gewesen sind“, sagte Günther.

Gesundheitsministerin Kerstin von der Decken (CDU) kündigte ein interdisziplinäres Symposium für den Sommer an, um Lehren aus der Pandemie zu ziehen. Sie dankte allen, die während der Corona-Pandemie Verantwortung getragen haben, etwa im Gesundheitswesen, der Bundeswehr und den Behörden sowie allen freiwilligen Helfern. „Vor allem aber möchte ich den Menschen in Schleswig-Holstein danken.“ Sie hätten es durch ihre „pragmatische, unaufgeregte, freundliche Art geschafft, dass wir gemeinsam durch diese Krise gekommen sind“.

Die stellvertretende Ministerpräsidentin und Finanzministerin Monika Heinold (Grüne) erinnerte daran, wie schwierig die Zeit vor allem für Kinder und Jugendliche gewesen sei. „Wir sehen jetzt ja auch die Spätfolgen, und wir sehen jetzt die Verantwortung, die wir haben, gerade unsere Jugend gut durch die nächsten Jahre zu führen, damit sie aufholen, was sie nicht hatten.“ Das betreffe zum Beispiel den Bildungsbereich und die die sozialen Kontakte.

Aus Sicht des FDP-Fraktionsvorsitzenden Christopher Vogt muss jetzt die Nachbereitung der Pandemie erfolgen. Unter anderem sollte geklärt werden, wie eine bessere Datengrundlage geschaffen werden könne, um schneller und konkreter auf mögliche Gefahren reagieren zu können. „Und es muss eine Enquete-Kommission auf Bundesebene gebildet werden, die sich unter Beteiligung der Akteure auf Landesebene mit dem Pandemiemanagement der vergangenen Jahre intensiv beschäftigt“, forderte Vogt.

Zur Expertenrunde gehören unter anderem Helmut Fickenscher vom Institut für Infektionsmedizin des Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH) sowie weitere UKSH-Professoren, Stefan Kooths vom Kiel Institut für Weltwirtschaft und Klaus Rabe von der Lungenklinik Großhansdorf.

Nach Angaben der Landesregierung wurden in Schleswig-Holstein seit Ausbruch der Pandemie mehr als 1,1  Millionen Corona-Neuinfektionen gezählt. Mehr als 26 700 Menschen mussten in Krankenhäusern aufgenommen werden, 3 456 Patienten starben.

Seit dem 27. Dezember 2020 erhielten die Menschen im nördlichsten Bundesland rund 7,5 Millionen Impfdosen. Mindestens 80,1 Prozent der Bevölkerung sind mindestens einmal geimpft. Die Landesregierung brachte zur Bekämpfung der Pandemie mehr als 100 Verordnungen und Erlasse auf den Weg. dpa

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