Letzter NS-Prozess Deutschlands

Nach Flucht vor Prozessauftakt: 96-jährige frühere KZ-Sekretärin in U-Haft

Zu sehen ist eine Räumlichkeit des Landgerichts Itzehoe, in der zwei Polizisten stehen.
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Am Donnerstag, 30. September 2021, sollte der Prozess gegen eine angeklagte Ex-KZ-Sekretärin beginnen. Doch befindet sich die 96-jährige Frau auf der Flucht.

Am Donnerstag sollte vor dem Landgericht in Itzehoe die Hauptverhandlung gegen eine ehemalige KZ-Sekretärin beginnen. Angeklagte auf der Flucht – und geschnappt.

Update vom Donnerstag, 30. September 2021, 21:08 Uhr: Itzehoe – Nach dem Aufgreifen der flüchtigen Angeklagten in einem NS-Prozess hat das Landgericht Itzehoe Untersuchungshaft für die 96-jährige ehemalige KZ-Sekretärin angeordnet. „Das Gericht hat der Angeklagten den Haftbefehl verkündet. Sie wird nun in die Untersuchungshaftanstalt verbracht“, teilte Gerichtssprecherin Frederike Milhoffer am Donnerstag mit.

Update vom Donnerstag, 30. September 2021, 14:45 Uhr: Itzehoe – Die zwischenzeitlich geflohene Angeklagte im Prozess um NS-Verbrechen im Konzentrationslager Stutthof ist gefasst worden. Wie eine Sprecherin des Itzehoer Landgerichts gegenüber der dpa sagte, werde die Polizei die 96-Jährige dem Gericht vorführen.

In diesem Fahrzeug wird 96-jährige KZ-Sekretärin Irmgard Furchner abtransportiert.

Erstmeldung vom Donnerstag, 30. September 2021, 11:47 Uhr: Itzehoe – Die 96-jährige Angeklagte Irmgard F. im Prozess des Landgerichts Itzehoe zur Beihilfe zum Mord im Konzentrationslager (KZ) Stutthof ist flüchtig. Wie der Vorsitzende Richter Dominik Groß am Donnerstag, 30. September 2021, mitteilt, habe das Landgericht bereits einen Haftbefehl erlassen. Nun bleibe abzuwarten, ob man ihrer habhaft werden kann.

Gericht in Itzehoe, Schleswig-Holstein:Landgericht Itzehoe
Adresse:Theodor-Heuss-Platz 3, 25524 Itzehoe
Telefon:04821 660

Prozess gegen Ex-KZ-Sekretärin kann nicht pünktlich starten – Angeklagte ist auf der Flucht

Laut der dpa könnte die geplante Hauptverhandlung im Anschluss erst nach Verkündung des Haftbefehls sowie der Prüfung ihrer Verhandlungsfähigkeit beginnen. Irmgard F. wird Beihilfe zum Mord in über 11.000 Fällen vorgeworfen. Sie war als Stenotypistin und Schreibkraft in der Lagerkommandantur des KZ Stutthof bei Danzig tätig.

Im Rahmen dessen soll die Angeklagte den Verantwortlichen des Lagers zwischen Juni 1943 und April 1945 bei der systematischen Tötung von Gefangenen Hilfe geleistet haben. Gerichtssprecherin Frederike Milhoffer weist darauf hin, dass die 96-Jährige ihr Heim in Quickborn (Landkreis Pinneberg) am Donnerstagmorgen in unbekannte Richtung verlassen haben soll.

KZ Stutthof: Irmgard F. wird Beihilfe zum Mord in über 11.000 Fällen vorgeworfen

„Sie hat ein Taxi genommen“, heißt es in diesem Zusammenhang. Das Fahrziel sei eine U-Bahn-Station in Norderstedt am Hamburger Stadtrand gewesen. Währenddessen warteten im Verhandlungssaal in einem Industriegebäude mehr als 50 Journalisten, zwölf Vertreter der 30 Nebenkläger, der Verteidiger sowie weitere Prozessbeteiligte.

Geplant war zum Auftakt des Prozesses gegen Irmgard F. die Verlesung der Anklage. Zur Einordnung: Im deutschen KZ Stutthof und seinen Nebenlagern sowie auf den sogenannten „Todesmärschen“ zum Ende des 2. Weltkriegs starben rund 65.000 Menschen. Darauf verweist die für die Aufklärung von NS-Verbrechen zuständige Zentralstelle in Ludwigsburg. * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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