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Jürgen Zuchs letztes Jahr als Regionalmanager steht bevor

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Von: Andreas Höppner

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Regionalmanager Jürgen Zuch mit Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Claus Ruhe Madsen
Regionalmanager Jürgen Zuch (l.) in seinem Element: Hier diskutiert er mit Verkehrsminister Claus Ruhe Madsen auf der Fehmarnsundbrücke. © Andreas Höppner

Das Jahr 2023 wird Jürgen Zuchs letztes als Regionalmanager. Im nächsten Herbst wird er in den Ruhestand gehen. Nun blickt er auf das Geschaffte zurück und schaut auch auf das neue Jahr.

Fehmarn – Für Jürgen Zuch wird der Jahreswechsel der letzte sein in seiner Funktion als Regionalmanager, denn im Herbst 2023 geht er in den Ruhestand. Bereits seit 2017 vertritt er die Interessen der Stadt Fehmarn und der Gemeinde Großenbrode in Sachen Feste Fehmarnbeltquerung. Gegenüber dem FT gibt er einen kurzen Rückblick auf das jetzt zu Ende gehende und einen Ausblick aufs neue Jahr – seine letzte Etappe als Regionalmanager.

Erfolge in 2022? Die gibt es, wenngleich der Regionalmanager deren Zustandekommen auf keinen Fall für sich allein beansprucht. Es sei vielmehr ein Zusammenwirken zahlreicher Vertreter aus Verwaltung, mehrerer Organisationen und Foren, aber auch aus den verschiedenen Ebenen der Politik.

Koordinator für die Baustelle

Als Erfolg werte er die Einsetzung eines Baustellen- und Verkehrskoordinators ab 2023. Der neue Verkehrsminister Claus Ruhe Madsen (parteilos) hatte bei seinem Besuch auf der Fehmarnsundbrücke im August zugesagt, diese Forderung aus der Region unterstützen zu wollen. Am 1. Dezember präsentierte Madsen dann mit dem ehemaligen Eutiner Bürgermeister Carsten Behnk einen zentralen Ansprechpartner für die zahlreichen Baustellen im Zuge der Hinterlandanbindung.

Befeuert worden sei „das Ganze“ aber auch durch den Brandbrief der Stadt Fehmarn an die Landesregierung, die Deutsche Bahn und den Bundesverkehrsminister, in dem auf das Verkehrschaos auf der Insel Fehmarn am verlängerten Himmelfahrtswochenende aufmerksam gemacht worden sei, so Zuch. Auslöser des Megastaus war eine 10-km/h-Geschwindigkeitsbegrenzung auf der Fehmarnsundbrücke. Aber auch die von den Kommunalparlamenten verfassten Resolutionen hätten ein Übriges dazugetan, ist der Regionalmanager überzeugt und ruft in Erinnerung: „Es geht um das tägliche Leben auf Fehmarn und in Großenbrode.“

Aus Sicht von Jürgen Zuch hat der Baustellenkoordinator eine Mammutaufgabe zu bewältigen, da nicht nur die Deutsche Bahn, die DEGES und Femern A/S involviert seien, sondern auch Vorhabenträger wie der Zweckverband Ostholstein (ZVO), die Schleswig-Holstein Netz AG oder Tennet als Bauherr der geplanten 380-kV-Stromtrasse von Göhl nach Lübeck. „Bei uns kann er sich dann schon mal warmlaufen“, verweist der Regionalmanager darauf, dass die Deutsche Bahn mit dem Ausbau der Schiene auf dem Abschnitt Fehmarn starten wird. Nach dem Planfeststellungsbeschluss, der noch nicht vorliegt, könnten die Arbeiten voraussichtlich Ende 2023 beginnen, so Zuch.   

Daumen hoch heißt es von ihm auch für die Ministerzusage, die Kommunalkonferenzen wieder aufleben lassen zu wollen, um die vom Bau des Fehmarnsundtunnels unmittelbar betroffenen Kommunen an einen Tisch zu bringen mit den Vorhabenträgern. „Leider ist die Zusage noch nicht mit Leben erfüllt worden“, gibt Zuch zu bedenken, der dennoch zuversichtlich ist, dass es frühzeitig im neuen Jahr eine Zusammenkunft geben wird.

Gesamtlärmbetrachtung und Flüsterasphalt

Weiter am Ball bleiben müsse man ebenfalls bei der auch vom Dialogforum geforderten Gesamtlärmbetrachtung beim Bau der Hinterlandanbindung. Der Bund lehnt diese mit der Begründung ab, dass es an einer gesetzlichen Grundlage fehle. Das Dialogforum hatte für Ostholstein die Ausweisung einer Modellregion vorgeschlagen, in der Straßen- und Schienenlärm zusammen betrachtet werden könnten.

Jürgen Zuch, das Bohren dicker Bretter gewohnt, will aufgrund der Mehrfachbelastung der Bevölkerung auch nicht lockerlassen bei der Forderung nach der Verwendung von Flüsterasphalt beim Ausbau der B 207. Ähnliches gelte für eine ausreichende Berücksichtigung des Hochwasserschutzes in den gefährdeten Bereichen der Hinterlandanbindung. Vom Dialogforum werde das Thema ebenfalls weiterhin begleitet, berichtet Zuch.

Bewährungsprobe für Schienenersatzverkehr werde noch kommen

Kritisch auseinandersetzen müsse man sich aber auch mit dem Schienenersatzverkehr (SEV), lenkt der Regionalmanager den Blick auf ein anderes Problem, das die Bevölkerung im Nordkreis bis zur Fertigstellung der Schienenabindung – vermutlich bis 2029 – begleiten wird. „Im Moment läuft es“, verweist Zuch auf eine bislang erfolgreiche Umsetzung. Doch die Bewährungsprobe dürfte noch kommen, wenn durch zahlreiche Baustellen, gekoppelt mit einem hohen Verkehrs- aufkommen, Staus vorprogrammiert sind. Und, gibt Zuch zu bedenken, „was passiert, wenn die Brücke gesperrt ist“, beispielsweise aufgrund eines Sturms oder durch einen Unfall? „Was passiert mit den Fahrgästen, wo lassen wir sie?“ Fragen, die von NAH.SH noch beantwortet werden müssten, fordert der Regionalmanager. 

Es gibt also auch im Jahr 2023 viel zu tun für das Regionalmanagement, „um die absehbaren negativen Auswirkungen für uns während der langen Bauzeiten“ zu minimieren und „einen nachhaltigen Ausbau der neuen Verbindungen“ zu erreichen, so Jürgen Zuch gegenüber dem FT zu seinem Auftrag.

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