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Fehmarnbelttunnel: Arbeitshafen soll 2023 in Betrieb gehen

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Von: Lars Braesch

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Fehmarn Arbeitshafen Fehmarnbelttunnel
Der Arbeitshafen zum Fehmarnbelttunnel soll in der ersten Jahreshälfte 2023 seinen Betrieb aufnehmen © Femern A/S

Auf der Baustelle zum Fehmarnbelttunnel wird seit über einem Jahr gearbeitet. Nach einem Jahr blickt Femern A/S zurück und gibt einen kleinen Ausblick auf 2023.

Fehmarn – Seit über einem Jahr wird auf Fehmarn auf der Baustelle zum Fehmarnbelttunnel gearbeitet (wir berichteten). Femern A/S legte nun Jahresbilanz vor.

„Doch nicht erst seit dem offiziellen Spatenstich am 29. November 2021 herrscht auf der deutschen Baustelle des Fehmarnbelttunnels reger Betrieb. Schon im Frühjahr 2021 begannen Arbeiten zur Erschließung der rund 90 Hektar großen Baustelle bei Puttgarden. Unter anderem wurden zwei Umspannwerke errichtet, die die Tunnelbaustelle mit Strom versorgen, mehrere Kilometer Leitungen für Strom, Wasser und Abwasser verlegt sowie Kanal- und Drainageleitungen zur Entwässerung umgelegt“, teilte Pressesprecherin Denise Juchem in einer Pressenotiz mit. 

Jeder Landwirt erhält eigenen Boden zurück

Außerdem sei der Oberboden von vormaligen Ackerflächen im Bereich der Baustelle abgetragen worden. Der fruchtbare und wertvolle Boden werde für die Bauzeit in sogenannten Bodenmieten zwischengelagert. 

„Nach Beendigung der Bauarbeiten erhält jeder Landwirt seinen eigenen Boden zurück“, versprach die Pressesprecherin. 

Östlich der Mole des Fährhafens entstehe seit Oktober 2021 der Arbeitshafen und das künftige Tunnelportal. „Dafür wurden zunächst Rückhaltedämme aus norwegischem Granit vor der Küste aufgeschüttet. Seit Februar 2022 sind die Umrisse des Tunnelportals bereits deutlich erkennbar“, so Juchem. 

Im Frühjahr habe Femern A/S eine drei Kilometer lange zentrale Baustraße zur Entlastung von Puttgarden gebaut. Darüber werde nun der Großteil des Baustellenverkehrs abgewickelt. 

„Außerdem befinden sich seit Mai 2022 Informationsschilder rund um die Baustelle. Über QR-Codes auf den Schildern können Interessierte Informationen zu den Arbeiten in unmit- telbarere Nähe und Drohnenflüge über die Baustelle abrufen“, erklärte Juchem.

600000 Kubikmeter mariner Aushub

Ebenfalls im Frühjahr und Sommer dieses Jahres wurde Aushubmaterial aus dem 18 Kilometer langen Tunnelgraben zur deutschen Tunnelbaustelle mit Lastkähnen gebracht. 600000 Kubikmeter mariner Aushub werden momentan in einem Bodenlager auf bis zu acht Metern Höhe zwischengelagert. „Das Material wird wiederverwendet, um im weiteren Verlauf unter anderem die Dämme für die Straßen auf der deutschen Tunnelbaustelle herzustellen. Dadurch werden natürliche Kiesvorkommen geschont und Lkw-Transporte auf die Insel vermieden“, erläuterte Denise Juchem. 

Seit dem Frühsommer 2022 seien schließlich auch die Konturen des Arbeitshafens deutlich zu erkennen. Nachdem die Spundwände für die Kaimauern gesetzt waren, konnten weitere Arbeiten an der späteren Anlegestelle durchgeführt werden. Im Verlauf des Sommers fanden Arbeiten an der Kaimauer statt, sodass im Herbst begonnen werden konnte, den aufgespülten Sand im Bereich der Liegeplätze zu entfernen. Auch der asphaltierte Versorgungsweg in den Arbeitshafen sei bereits nutzbar.

Arbeitshafen bereits weit fortgeschritten

Die Arbeiten im Arbeitshafen seien bereits weit fortgeschritten. Er soll in der ersten Jahreshälfte 2023 in Betrieb gehen. 

„Wir werden ihn nutzen, um einen Großteil des Baumaterials zur deutschen Baustelle zu transportieren. Das wird den Baustellenverkehr auf den Straßen Fehmarns reduzieren und das Straßennetz auf der Insel schonen. Außerdem wird die Baugrube für das Tunnelportal weiter ausgehoben und so vorbereitet, dass später mit dem Bau des Portalgebäudes begonnen werden kann“, blickte die Pressesprecherin voraus. 

Auf der landseitigen Baustelle laufen derzeit Erdarbeiten. 2023 soll mit dem Bau einer ersten Brücke begonnen werden, um den Marienleuchter Weg über die künftige Bahntrasse zu führen. Auch für den Brückenbau für die neue B 207 über den neuen Marienleuchter Weg laufen die Vorarbeiten.

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