2012 in Rotenburg

Zwischen Olympia-Euphorie und Geburtenflaute

Eine der neuen kreiseigenen Rettungsdienstwachen wurde in Visselhövede errichtet. ·
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Eine der neuen kreiseigenen Rettungsdienstwachen wurde in Visselhövede errichtet. ·

Kreis Rotenburg - Heimische Olympiahelden, neues Rettungsdienstkonzept, sinkende Geburtenzahlen – Landrat Hermann Luttmann lässt in seinem Rückblick das Jahr 2012 Revue passieren und weist auf bevorstehende Herausforderungen für den Landkreis hin.

Ganz besonders gefreut habe er sich über den Erfolg von Dimitri Peters (TuS Rotenburg) und Matthias Alpers (SSV Tarmstedt) bei der Olympiade und den Paralympics in London, schreibt Luttmann. „Wir alle hoffen auf eine Wiederholung in vier Jahren.“

Mit der Einweihung der neuen BAB-Anschlussstelle in Elsdorf verfüge der Landkreis nun über vier direkte Anbindungen an eine der wichtigsten Verkehrsadern in Norddeutschland. Der Nordkreis dürfte von der Realisierung der Küstenautobahn profitieren, so Luttmann weiter. Speziell für die Stadt Bremervörde werde auch eine Entlastung des städtischen Durchgangsverkehrs erwartet. Für die Bürger in der Gemeinde Gnarrenburg sei die Fertigstellung der Kreisstraße 103 und des Augustendorfer Kanals sicher eines der freudigen Ereignisse im Jahr 2012 gewesen. Nach mehrjähriger Bauphase konnte die Straße im Herbst wieder für den Verkehr freigegeben werden. „Ich danke den Einwohnern aus Augustendorf für ihre Geduld“, schreibt Luttmann. Auch der Bau der Ortsumgehung Minstedt könne im kommenden Jahr begonnen werden.

Die Versorgung der Bevölkerung mit schnellem Internet sei ebenfalls deutlich verbessert worden. Insgesamt seien 264 Ortsteile in der Region mit neuer Technik versorgt worden. Bis Ende nächsten Jahres werde es nahezu flächendeckend eine gute Internetversorgung des Landkreises geben.

Für die Pendler nach Hamburg könnte eine Anbindung des Landkreises an den Tarif des Hamburger Verkehrsverbundes attraktiv sein. Dies wäre nach heutigem Stand allerdings mit hohen Kosten verbunden. Hier müssten weitere Verhandlungen zeigen, ob eine sinnvolle Vereinbarung erreicht werden könne, betont Luttmann.

Hermann Luttmann

Bei künftigen Entscheidungen müsse der Landkreis noch mehr als bisher den demografischen Wandel im Auge haben. Die Situation in vielen Kindergärten oder ein aufmerksamer Gang durch die Kleinstädte machen deutlich: Der demografische Wandel sei auch im Landkreis Rotenburg angekommen. Dramatisch sinkende Geburtenzahlen (ein Minus von über 30 Prozent in den vergangenen zehn Jahren) auf der einen und ein deutliches Anwachsen des Anteils Älterer an der Gesamtbevölkerung auf der anderen Seite seien inzwischen Realität. „Deshalb bin ich froh, dass es gemeinsam mit den Gemeinden gelungen ist, die Eltern kleiner Kinder zu entlasten“, erklärt Luttmann. Seit Beginn des Kindergartenjahres 2012/2013 übernehme der Landkreis Rotenburg als erster Landkreis in Niedersachsen die Gebühren für das vorletzte Kindergartenjahr.

Zu einem guten Lebensumfeld für Familien gehöre auch ein umfassendes Schulangebot. „Unser ländlicher Kreis ist hier im Hinblick auf die gravierend sinkenden Schülerzahlen mit den bestehenden Gymnasien und Kooperativen Gesamtschulen sowie den aus Haupt- und Realschulen entwickelten Oberschulen gut aufgestellt. Mit ihnen sind wir in der Lage, alle bestehenden Schulstandorte zu erhalten, wie die Städte und Gemeinden – aber auch die Eltern – es wünschen“, betont Luttmann.

Die Neustrukturierung des Rettungsdienstes sei mit den neu errichteten kreiseigenen Rettungswachen in Visselhövede, Lauenbrück, Sittensen und Zeven abgeschlossen.

Im November habe die Auftaktveranstaltung zur Entwicklung eines integrierten Klimaschutzkonzeptes für den Landkreis stattgefunden. Mit diesem Konzept sollen Chancen genutzt werden, die Klima-schutzmaßnahmen zur Erhöhung der Lebensqualität und nachhaltigen wirtschaftlichen Entwicklung im Landkreis bieten.

Die Befürchtungen vieler Bürger wegen möglicher Umweltbeeinträchtigungen durch Mastställe, Biogasanlagen und Fracking-Maßnahmen müssen von den politischen Mandatsträgern und den Verwaltungsbehörden ernst genommen werden, mahnt der Landrat. Auch wenn die Umweltverträglichkeit im Einzelfall festgestellt werden sollte, könne nur durch einen vertrauensvollen Umgang aller Entscheidungsträger mit der Öffentlichkeit eine breite Akzeptanz für solche Vorhaben erlangt werden.

Wiederum habe der Kreistag einen ausgeglichenen Haushalt für das kommende Jahr verabschiedet. Die Gemeinden werden mit einer erneuten Senkung der Kreisumlage entlastet und der Konsolidierungskurs werde mit einem weiteren Abbau der Schulden fortgesetzt. Dabei profitiere der Landkreis nicht nur von einer der bundesweit niedrigsten Arbeitslosenquoten, sondern über den kommunalen Finanzausgleich auch von den gestiegenen Steuereinnahmen auf Bundes- und Landesebene.

„Abschließend gilt mein besonderer Dank allen Mitbürgern, die sich in karitativen Verbänden, Vereinen, den Feuerwehren, im Katastrophenschutz sowie sonstigen gemeinnützigen Organisationen oder auch in der Kommunalpolitik ehrenamtlich eingesetzt haben“, schreibt Luttmann. „Ich wünsche Ihnen allen, den Bürgern unserer Partnerkommunen und unserer Patenkreise Angerburg und Stuhm ein friedvolles und erfolgreiches Jahr 2013!“

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