Rotenburger Ausstellung zeigt die Werke jugendlicher Flüchtlinge

Die Zukunft gewinnen

Christian Roskothen-Swierzy (v.l.), Herbert Neumann, Detlef Eichinger und Michael Burgwald eröffneten die Ausstellung.

Rotenburg - Durch Kunst traumatische Erfahrungen verarbeiten: Die Gemeinschaftsausstellung der VHS, des Jugendmigrationsdienstes (JMD) Rotenburg und des Vereins Refugium Magdeburg wurde Montagabend in Rotenburg eröffnet. Sie ist Teil der interkulturellen Woche „Zusammenhalten – Zukunft gewinnen“.

Die Refugium-Ausstellung „Zukunftsbilder“ zeigt noch bis zum 24. September im Foyer des Kantor-Helmke-Hauses Werke jugendlicher Flüchtlinge. Entstanden sind die Arbeiten unter Anleitung von Christian Roskothen-Swierzy aus Ottersberg und Herbert Neumann vom JMD Rotenburg. „Am Anfang haben die Jugendlichen sehr viele Monster fabriziert“, erzählt Neumann. Auch Abdullah hat seine Erfahrungen zunächst verarbeitet, indem er eine Skulptur mit Hörnern und riesigen, kreuz und quer aus dem Maul ragenden Zähnen schuf. Der junge Mann ist vor dem Krieg in Afghanistan geflüchtet. Völlig auf sich allein gestellt, brauchte er zwei Jahre, bis er sein Ziel Deutschland erreicht hatte.

„Wie kann man sich den Fluchterfahrungen nähern, ohne die Jugendlichen erneut zu traumatisieren?“, beschreibt Refugium-Vorsitzende Monika Schwenke die Herangehensweise. Im Mittelpunkt sollte nicht die Vergangenheit stehen, sondern der Blick in die Zukunft. Als Leitmotiv diente die Frage, wo sich die Jugendlichen in fünf Jahren sehen. Neben den von ihnen geschaffenen Skulpturen und Bildern sind die Antworten der jungen Künstler abgedruckt. „Manchmal frage ich mich: Was machst du eigentlich? Und ob nicht alles umsonst ist? Aber ich habe es bis hier geschafft und werde es auch weiter schaffen. Was mir helfen würde, wäre eine Aufenthaltserlaubnis“, steht neben einem Bild von Abdullah. Es zeigt eine Landkarte, auf der Deutschland und Afghanistan direkte Nachbarländer sind.

Thematisch verbunden ist die Ausstellung mit Arbeiten aus dem laufenden JMD-Projekt „Kunst überwindet Grenzen“, die im Obergeschoss des Kantor-Helmke-Hauses zu sehen ist. Gemalt sind die Bilder von jungen Frauen mit Migrationshintergrund in Zusammenarbeit mit der Rotenburger Künstlerin Larissa Scheermann. Viktoria Boyko hat das Dorf in der Ukraine gemalt, in dem ihre Großmutter wohnt. Die Sechzehnjährige ist vor einem Jahr nach Deutschland gekommen. Anfangs fiel es ihr schwer, sich in der Fremde einzugewöhnen. „Ich hoffe, dass Sie durch das Projekt sich etwas heimisch hier fühlt“, sagt Scheermann.

Ein zweites Bild von Boyko zeigt einen traurigen Clown, der von weiteren Clownsgesichtern umringt ist. „Er ist traurig, weil er denkt, dass er sich auch anders fühlen könnte, so wie die anderen“, erklärt Viktoria Boyko. · ber

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