Großes Interesse beim Vortrag des Umweltmediziners Dr. Martin Klehmet

Zipperlein oder Krankheit?

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Viele interessierte Gäste hören sich den Vortrag an. ·

Wittorf - Von Angela Kirchfeld - Großes Interesse herrschte am Dienstag beim Vortrag „Wie erkenne ich eine Umweltkrankheit?“, im Dorfgemeinschaftshaus in Wittorf. Viele Interessierte waren der Einladung der Bürgerinitiative „Wittorfer Bürger für eine gesunde Umwelt“ (WUG) gefolgt, die im Rahmen ihrer angekündigten Vortragsreihe die erste Veranstaltung in diesem Jahr anbot.

Neben zahlreichen Gästen begrüße Kathrin Otte, Sprecherin der WUG, den Referenten und Umweltzahn- mediziner Dr. Martin Klehmet aus Bremen. Als Mitglied im Deutschen Berufsverband der Umweltmediziner referierte er über die Problematik des Erkennens einer Erkrankung sowie Ursachenerkennung zum Nutzen einer erfolgreichen Therapie.

Referent Martin Klehmet spricht über Umweltmedizin.

Zuerst ging der Mediziner auf die Prophylaxe ein, die in den Bereichen Wohnen, Arbeiten, aber auch im Hobby möglich sind. Dort seien die Menschen Umweltbelastungen und Schadstoffen ausgesetzt. „Im Arbeitsbereich sorgen viele Gesetze dafür, dass die Schadstoffgrenzwerte eingehalten werden. Für den Wohnbereich gibt es viele Vorschriften, die oft als Last aufgenommen werden. Aber wir vergessen, dass die Hauptumweltbelastung zu 70 bis 75 Prozent aus dem privaten Bereich kommt.“ Dort sei es daher besonders wichtig, auf umweltverträglichen Materialien zurückzugreifen, auch wenn es etwas mehr kostet. „Hier auf dem Land leben Sie bezüglich der Ernährung noch gesünder als in der Stadt, wo Fertiggerichte Standard sind und erst gar keine Küchen mehr gebaut werden.“

Wichtiger Aspekt bei seinen Patienten sei die Anamnese durch die Befragung des Patienten. Was spricht für eine Umweltbelastung, was hat sich wann verändert? „Ist es ein Zipperlein oder bin ich richtig krank, sind die Beschwerden auf Fremdstoffe zurückzuführen? „Jedes Jahr gibt es in Brüssel 150 000 neue angemeldete chemische Verbindungen, mit denen unser Immunsystem erst einmal zurecht kommen muss. Die Immunzellen reagieren mit der Produktion und Ausscheidung eines Botenstoffes. Zum Beispiel bei Schimmel: Kommt die Lunge damit in Berührung, wird es auf die Dauer zur Belastung und kann unter anderem Rheuma auslösen, das generell mit Cortison behandelt wird, ohne die Ursache zu erforschen.

„Wie reagiert mein

Entgiftungssystem?“

Aber nicht nur stoffliche Belastungen, auch Psychostress wirkt sich auf das Immunsystem aus“, verdeutlichte der Mediziner. Auch hier muss man wieder nach dem Wann, Warum und Was fragen, um der Ursache auf den Grund zu gehen.

Ein weiterer Punkt sei die genetische Veranlagung. „Wie reagiert mein Entgiftungssystem, zum Beispiel die Lunge oder Leber? Chronische Krankheiten fallen nicht vom Himmel. Irgendwann ist das Glas voll und läuft über.“ Jeder reagiere aber anders. Die gesetzlichen Grenzwerte seien nur für den Durchschnitt und greifen allgemein. Die ganze Immundiagnostik werde leider nicht anerkannt, sondern vielmehr passend zurechtgebogen.

Die Veranstaltung lief unter dem Motto: „Umweltgesund statt Umweltkrank – Unsere Dörfer sollen gesünder werden.“ Ziel der Bürgerinitiative WUG ist, das Wissen und Hintergründe in Verbindung mit der Schadstofffreisetzung durch Verpressung, Störfälle, undichte Leitungssysteme und Freisetzung von giftigen Substanzen, durch Abblasen und Abfackeln zu vermitteln. So können Stoffe beim „Fracking“ freigesetzt werden und den Menschen in Gefahr bringen. Dagegen sollte man mit allen Mitteln angehen, lautete das Schlusswort des Umweltmediziners.

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