Verhandlungen für die Beschäftigten in der Diakonie starten im Februar

Das Ziel: Ein Tarifvertrag

Hofft auf einen Tarifvertrag: Rainer Nagel.

Rotenburg - Von Guido MenkerROTENBURG · Für die Beschäftigten in der Diakonie stehen die nächsten Verhandlungen bevor. Und aus Sicht der Arbeitsgemeinschaft der Mitarbeitervertretungen in den Diakonischen Werken Niedersachsen („agmav“) soll es dabei nicht nur um die Frage der Einkommensverbesserungen gehen: Die „agmav“ fordert nämlich auch einen Tarifvertrag für die Kolleginnen und Kollegen.

„Zukunft verlässlich gestalten – Diakonie ver.dient Tarifverträge“, lautet der Slogan, mit dem die Gewerkschaft ver.di sowie die „agmav“ die Beschäftigten auf die bevorstehende Tarifrunde einstimmen. Denn Entgelterhöhungen und Arbeitszeitfragen seien in der Vergangenheit von der sogenannten Arbeitsrechtlichen Kommission verhandelt worden. Die Arbeitnehmerverter am Verhandlungstisch – dazu gehört auch Rainer Nagel als Vorsitzender der Mitarbeitervertretung in den Rotenburger Werken – sehen darin keine Zukunft mehr. Sie sprechen von einem Ungleichgewicht zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern, das faire Ergebnisse kaum möglich mache. Rainer Nagel im Gespräch mit unserer Zeitung: „Wir wollen auf Augenhöhe verhandeln.“ In einem Tarifvertrag sieht er aber weitere Vorteile. Einerseits könne die Gewerkschaft mit am Verhandlungstisch Platz nehmen, andererseits könne ver.di zugleich auch ein Bündnispartner für die Arbeitgeber werden, wenn es um die Frage der Finanzierung sozialer Arbeit geht, meint Nagel.

Ein „Tarifvertrag Soziales“ hätte möglicherweise Folgen für die gesamte Branche, denn gelte der Tarifvertrag für mehr als 50 Prozent der Beschäftigten, könne er für allgemeinverbindlich erklärt werden – und hätte Flächenwirkung, so Nagel. „Wir leisten gesellschaftlich sehr wertvolle Arbeit und müssen an der allgemeinen Einkommensentwicklung teilhaben. Wir leben nun einmal nicht vom Export, sondern hängen am Tropf der öffentlichen Kassen“, sagte Nagel. Ist, wie zurzeit, von deutlich erhöhten Steuereinnahmen die Rede, müsse auch mehr Geld ins soziale System.

Die letzte Vereinbarung der Arbeitsrechtlichen Kommission lief zum Ende des vergangenen Jahres aus. Am 9. und 10. Februar startet die neue Verhandlungsrunde. Noch steht nicht fest, mit welcher prozentualen Forderung die „agmav“ in die Gespräche geht. Fest steht aber, dass auch über die Altersteilzeit sowie über Überstundenzeitzuschläge für Teilzeitbeschäftigte verhandelt werden soll. Im Dezember übrigens hatte ver.di eine Umfrage unter den Diakonie-Beschäftigten gestartet. In den Rotenburger Werken betrug der Rücklauf mehr als 50, im Diakoniekrankenhaus rund 30 Prozent. In den Werken fiel die Zustimmung zur Forderung nach einem Tarifvertrag mit 91 Prozent besonders hoch aus.

Vor dem Hintergrund der Forderung nach einem solchen Tarifvertrag verbindet die Gewerkschaft das natürliche Interesse an einem hohen Organisationsgrad unter den Beschäftigten. Auch Rainer Nagel hat allein im vergangenen Jahr eine Reihe von Kollegen für eine Mitgliedschaft bei ver.di gewinnen können – und dafür jeweils eine Prämie in Höhe von 15 Euro kassiert. „Das Geld spende ich allerdings grundsätzlich für das Kinderhospiz Löwenherz in Syke“, sagte er. Und ganz ähnlich machten es auch eine ganze Reihe seiner Kollegen.

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