Im Schülerwohnheim Zeven sollen minderjährige Flüchtlinge unterkommen

Jugendliche finden Heimat in Aspe

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Lothar Kannenberg (Fünfter von links) und sein Team der Akademie Kannenberg informierten im Zevener Rathaussaal gemeinsam mit Vertretern der Samtgemeinde und des Landkreises über die künftige Unterbringung unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge in einem Teilbereich des Schülerwohnheims des Landkreises im Zevener Stadtteil Aspe.

Zeven - Von Andreas Kurth. „60 Halbstarke kommen da nach Aspe. Was kommt da auf uns zu?“ Diese Frage einer Anwohnerin aus Zeven-Aspe während des Informationsabends am Montag zeigte die Ängste der Bevölkerung vor der angekündigten Unterbringung unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge in einem Teilbereich des Schülerwohnheims des Landkreises. Das Team der Akademie Kannenberg – als Betreiber der neuen Einrichtung – und Vertreter des Landkreises stellten das Konzept vor und beantworteten viele Fragen.

Ab dem 4. Januar werden vorübergehend bis zu 60 minderjährige Flüchtlinge, die sich derzeit in der Kaserne in Visselhövede aufhalten und ohne Begleitung erziehungsberechtigter Erwachsener sind, im Schülerwohnheim des Landkreises am Nelkenweg in Aspe wohnen. Der eigentliche Wohnheims-Betrieb wird dort allerdings nicht eingestellt, sondern die Gebäude sind teilweise saniert und aufgeteilt worden. In einem Flügel können weiterhin 42 Schüler während ihres Unterrichts in Zeven wohnen, im anderen bis zu 60 junge Flüchtlinge.

Betrieben wird diese Clearing- und Inobhutnahmestelle, wie die Einrichtung im Behördendeutsch genannt wird, von der Akademie Kannenberg, die nach der Ausschreibung des Landkreises den Zuschlag erhalten hat. Die Akademie ist eine anerkannte Jugendhilfe-Einrichtung, und betreut bereits rund 900 minderjährige Flüchtlinge in 15 Einrichtungen in Bremen, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Sachsen.

Für das pädagogische Konzept dieser Einrichtung ist die ehemalige Tarmstedterin Birgit Struß verantwortlich. Sie erläuterte im Zevener Rathaussaal, dass der Ablauf im Schülerwohnheim in Aspe an den Jugendlichen orientiert sein wird. „Es wird eine klare Tagesstruktur geben, mit viel Sport, Unterricht und persönlichen Gesprächen“, sagte Struß.

Fragen aus den Reihen der rund 60 Zuhörer gab es vor allem von Bewohnern des Stadtteils Aspe, die wissen wollten, was sie zu erwarten haben. Das Team der Akademie Kannenberg beruhigte die Bürger. Es werde rund um die Uhr eine Betreuung und Aufsicht für die Jugendlichen geben, und so sei nicht damit zu rechnen, dass sie nachts durch die Straßen zögen. Außerdem gehe man nicht davon aus, dass die Gesamtkapazität von 60 Jugendlichen über längere Zeit erreicht werde.

Karin Ritter, Leiterin des Jugendamtes, machte vielmehr deutlich, dass es darum gehe, die Jugendlichen so schnell als möglich in Pflegefamilien oder geeignete Einrichtungen weiter zu vermitteln. Die Behörde geht von einer durchschnittlichen Aufenthaltsdauer von sechs bis acht Wochen aus, in Einzelfällen auch länger.

Die jungen Syrer, Afghanen und Iraker, um die es sich in der Mehrzahl handelt, sind zwischen 14 und 17 Jahre alt. Ergänzend wurde von Polizei-Oberrat Jörg Wesemann mitgeteilt, dass es im Landkreis Rotenburg bisher kaum Kriminalitätsdelikte mit jungen Flüchtlingen gegeben habe. Drei Schwarzfahrer wurden erwischt, und ein Gewaltdelikt gab es. Das sei im Grunde gar nichts, stellte Wesemann fest.

zz

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