Projekt macht schwer vermittelbare Arbeitssuchende fit für den Beruf

Übers Praktikum in den Job

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Über das Praktikum in einen Job – in diesem Ziel sind die am Projekt „Hoga und Handel 2.0“ Beteiligten vereint.

Zeven - Wie wichtig die Zusammenarbeit mehrerer Institutionen ist, um schwer vermittelbare Arbeitssuchende in Lohn und Brot zu bringen, das wird anhand des Projektes „Hoga und Handel 2.0“ deutlich, das jetzt im Zevener Mehrgenerationenhaus (MGH) vorgestellt wurde. Der Weg in den Job führt über die Qualifikation – in Theorie und Praxis.

Die Mitarbeiter des Jobcenters des Landkreises widmen sich mit Macht der schwer vermittelbaren Arbeitssuchenden. Dazu zählen kreisweit rund 3000 Personen, wie der Leiter des Jobcenters, Harald Glüsing, erklärt. Rund die Hälfte ist ohne Arbeit, rund 40 Prozent stocken auf, weil der Lohn nicht zum Leben reicht, und zehn Prozent werden in Projekten fit gemacht für den Job. Eines dieser Projekte trägt den Namen „Hoga und Handel 2.0“. Das Jobcenter, der Europäische Sozialfonds und die Vita-Akademie tragen das Projekt. Ziel dessen ist es, Teilnehmern eine berufliche Perspektive zu eröffnen. Die Projektträger werden in diesem Bemühen von Mentor Fritz Strunk und dem Rotenburger Tempelritterorden unterstützt.

Anlässlich eines Pressegesprächs im MGH betonte Franz-Josef Kettmann, Geschäftsführer der Vita-Akademie, dass „Hoga und Handel 2.0“ das mittlerweile fünfte Projekt seiner Art ist.

Gut 25 Hartz-IV-Empfänger nehmen daran teil. Binnen eines halben Jahres werden sie theoretisch geschult, um eine Tätigkeit im Handel oder Hotel- und Gaststättengewerbe aufnehmen zu können. Vier Praktika dienen der Vermittlung von Fertigkeiten.

An dieser Stelle kommt Mentor Fritz Strunk ins Spiel. Er akquiriert die Praktikumsplätze. „Immer dran bleiben“, lautet sein Motto – nie telefonieren, sondern den Chef von Angesicht zu Angesicht ansprechen. Auf diese Art ist es Strunk beispielsweise gelungen, zwei Praktikanten bei Hans-Jürgen Hilken in der Mensa des Kivinan-Bildungszentrums unterzubringen. Auch bei Iris Weber im MGH hatte der Mentor Erfolg.

Er lobt in diesem Zusammenhang ausdrücklich die reibungslose Kooperation mit dem Zevener Jobcenter und insbesondere der zuständigen Sachbearbeiterin Wienke Bredehöft. Wo sie nicht helfen kann, da springen die Tempelritter ein. Der Orden hat es sich zur Aufgabe gemacht, Lücken im sozialen Netz zu schließen, erklärt der Kanzler der Comturei Rotenburg, Dr. Klaus Kock. Und so springt er beispielsweise ein, wenn es gilt, den Praktikanten für den Job einzukleiden.

Die Praktika sollen einerseits helfen, bei Arbeitgebern Vorurteile abzubauen, und andererseits, den Arbeitssuchenden Kenntnisse und Selbstvertrauen zu vermitteln. Petra Jäkel, Geschäftsstellenleiterin der Vita-Akademie in Zeven, verweist darauf, dass viele Projektteilnehmer lernen müssen, ihren Tagesablauf zu strukturieren. Sie müssen aufgebaut werden, ihre Ängste überwinden und die Erfahrung machen, etwas zu können.

Auf diesem Feld ist die Vita-Akademie eigener Aussage nach erfolgreich, denn 62,5 Prozent der Teilnehmer an den fünf in Zeven durchgeführten Projekten sind in Minijobs oder sozialversicherungspflichtige Beschäftigungen vermittelt worden. Als besondere Hemmnisse stellen sich bei der Vermittlung von alleinerziehenden Müttern die Kinderbetreuung im Verein mit mangelnder Flexibilität bei den Arbeitszeiten dar.

tk/zz

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