Im Kreistag zeichnet sich Mehrheit für Vertrag mit Elbe-Klinikum ab / CDU-FDP-Gruppe zieht Antrag zurück

„Operation Chirurgie“ am Zevener Krankenhaus scheitert

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Mit Mahnwachen hatten viele Zevener für den Erhalt ihres Krankenhauses gekämpft.

Zeven - Letzte Hoffnungen, die stationäre Chirurgie am Zevener Krankenhaus doch noch zu erhalten, haben sich zerschlagen. Die CDU/FDP-Kreistagsgruppe teilte mit, keinen Antrag auf Erhalt zu stellen und stattdessen das von der Kreisverwaltung mit dem Elbe-Klinikum Stade ausgehandelte Konzept zu unterstützen. Danach wird es in Zeven künftig eine Notfallversorgung rund um die Uhr geben, aber keine durchgehende Chirurgie mehr.

Eine Initiative der Stadt Zeven ist damit gescheitert. Bürgermeister Hans-Joachim Jaap (CDU) hatte die Idee ins Spiel gebracht, die Chirurgie erst einmal zwei oder drei Jahre zu erhalten und den Bedarf dann neu zu bewerten. Die Zevener SPD hatte im Stadtrat daraufhin einen Antrag eingebracht, an dessen Ende ein einstimmiger Beschluss stand. Über die jeweiligen Parteifreunde in den Kreistagsfraktionen sollte für den Erhalt der Chirurgie geworben werden. Tatsächlich hatte die CDU/FDP-Gruppe im Kreistag dann einen entsprechenden Antrag formuliert. Doch der ist nun vom Tisch, teilte die Gruppe mit.

Vorausgegangen war die Anhörung mehrerer Experten wie Axel Kaiser von der Gesellschaft Lohfert und Lohfert, die den Landkreis bei den Verhandlungen mit dem Elbe-Klinikum berät. Vor allem die von ihm vorgestellten Zahlen gaben den Ausschlag. Danach habe sich die Belegung im MLK zwar im Vergleich zum „sehr schwachen Jahr 2014“ verbessert, liege jedoch weiter deutlich unter der Grenze für einen wirtschaftlichen Betrieb, resümieren CDU und FDP.

Gerade nachts werde die Chirurgie kaum beansprucht – pro Woche durchschnittlich fünf Operationen. „Dafür kann man kein komplettes Operations-Team rund um die Uhr vorhalten“, zitiert die Kreistagsgruppe den Referenten und kommt am Ende zu dem selben Schluss. Zumal eine qualitativ hochwertige chirurgische Rund-um-die-Uhr-Versorgung im Rahmen des Versorgungsauftrags innerhalb des Landkreises auch ohne ein solches Angebot am Standort Zeven sichergestellt sei, wie weiter heißt.

CDU und FDP wollen nun mehrheitlich dem von der Kreisverwaltung vorgelegten Konzept zustimmen. Auch die Mehrheitsgruppe aus SPD, Grünen und WFB dürfte dieses unterstützen. Er sei stets für Alternativen offen, so diese besser seien als die „gute, wenn auch nicht sehr gute“ Lösung mit den Elbe Kliniken, erläuterte Bernd Wölbern (SPD). Einer Verlängerung der Chirurgie hätte er nur zustimmen können, wenn dahinter ein tragfähiges Konzept steht. Ein solches aber gebe es nicht. Ähnlich wie Wölbern hatte sich zuvor auch schon Marianne Knabbe von den Grünen geäußert, sodass davon auszugehen ist, dass der Kreistag am Donnerstag der Vereinbarung mit den Stadern zustimmt. Danach übernimmt das Elbe-Klinikum für den symbolischen Preis von einem Euro 51 Prozent der zur Zeit kreiseigenen und seit Jahren defizitären Ostemed GmbH.

Das Krankenhaus Zeven soll weiterhin rund um die Uhr eine Notfallversorgung im Bereich der konservativen Medizin aufrecht erhalten, während an der Klinik Bremervörde auch eine medizinische Schwerpunktbildung gefördert werden soll. In beide Häuser sollen in den nächsten Jahren Millionen an Investitions- und Instandhaltungskosten fließen. Weiter sieht der Vertragsentwurf vor, die jetzt in Zeven ansässige Krankenpflegeschule nach Bremervörde zu verlegen. So der Kreistag dem zustimmt, treten die Verträge am 1. Januar in Kraft.

oer/zz

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