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Fynn Kliemann schießt in irrem Instagram-Video gegen Medien und „woke linke Szene“

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Von: Fabian Raddatz

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Fynn Kliemann spricht 2019 auf einer Bühne bei den „Online Marketing Rockstars“ (OMR).
Fynn Kliemann hat in einem neuen Instagram-Video ordentlich Dampf abgelassen. © Georg Wendt/dpa

In einem neuen Video wittert ein aufgebrachter Fynn Kliemann eine Verschwörung und feuert gegen vermeintliche Kräfte, die „sein Leben zerstört haben“.

Rüspel – Da lässt einer Dampf ab: In einem neuen Instagram-Video schießt Influencer Fynn Kliemann emotional gegen die Medien und die „woke linke Szene“. Ziemlich viele Leute hätten ziemlich viel durcheinandergebracht, beginnt Kliemann seine Triade – und setzt dann zum Rundumschlag an.

Die Medien hätten „sein gesamtes Leben zerstört“: „Zehn Jahre nonstop Arbeit, alles ist kaputt“, so ein aufgebrachter Fynn Kliemann. Die Vorwürfe, Maskenbetrug begangen zu haben, streitet er vehement ab: „Mann, ich habe keine dieser Bangladeshi-Masken verkauft, ich habe die weder produziert noch verschenkt, das ist alles bewiesen.“

Fynn Kliemann schießt in irrem Instagram-Video gegen Medien: „Habe Reparationen geleistet“

Er habe Fehler gemacht, klar, sagt der Geschäftsmann. Doch er habe sie eingesehen, sich dafür entschuldigt und „auch Reparationen geleistet.“ Ob er es war, oder ob er es nicht war, die Sachlage sei allen völlig egal, befindet Kliemann und ist sich sicher: „Die Medien werden meinen Fall den ganzen Sommer ausschlachten.“

Aber auch andere Kräfte, die an seinem Untergang arbeiten, meint der 34-Jährige ausgemacht zu haben: Da gebe es Teile in der linken woken Szene, die nicht akzeptieren könnten, dass es Menschen wie ihn gebe, die nicht nach Regeln und Vorschriften anderer leben. Als woke (übersetzt etwa „aufgewacht“) wird jemand bezeichnet, der Ungerechtigkeiten in einer Gesellschaft empfindet und diese thematisiert. Das Adjektiv wird mittlerweile auch in einem negativen Sinne verwendet.

Gegen Regeln von Menschen mit Zeigefingern und Vorurteilen, dafür stehe auch sein Kliemannsland, vor das er sich schützend stellt: „Hier werden Leute, die für sich und dich entschieden haben, sich selbst zu verwirklichen, für mich in Sippenhaft genommen und das ist falsch. Was hat das „Kliemannsland“ damit zu tun? Nichts. Und die Leute da erst recht nicht.“

„Bin kein Betrüger“: Der Fall Fynn Kliemann

Kliemann startete vor Jahren den Event-Standort im niedersächsischen Ort Rüspel bei Bremen, es ist eine Art Abenteuerspielplatz für Erwachsene. Es wird gebastelt, geschraubt, Musik gemacht – man kann Workshops buchen. Kliemann kennt man auch durch seine Do-it-Yourself-Clips auf Youtube, wo ihm Hunderttausende folgen.

Anfang Mai geriet er durch einen TV-Beitrag von Satiriker Jan Böhmermann wegen Verbindungen zu einer Textilfirma rund um das Geschäft mit Schutzmasken in die Kritik. Nach dem Maskenskandal sammelte auch die Polizei Rotenburg Anzeigen und Beweise. Im Raum steht die Frage, ob die Produktionsherkunft – Asien statt Europa – bei Geschäften der Firma mit einem Großhändler im Jahre 2020 bewusst verschwiegen worden war. Kliemann („Bin kein Betrüger“) und die Firma hatten sich dann unabhängig voneinander mehrmals zu Wort gemeldet und den kleinteiligen Fall erläutert. Kliemann hatte sich nach eigenen Angaben vor allem mit seiner Bekanntheit, seinem Namen und unentgeltlich dafür eingesetzt, dass in der Pandemie schnell Masken hierzulande auf Großhandelsebene organisiert werden.

Ermittlungsverfahren gegen Kliemann eingeleitet

Gegen Kliemann läuft derzeit ein Ermittlungsverfahren wegen Betrugsverdachts im Kontext des TV-Beitrags. Eine Anfrage bei dem Influencer für eine Reaktion darauf blieb bislang unbeantwortet. Die Ermittler hatten nach eigenen Angaben mindestens eine Anzeige erhalten und leiteten später das Ermittlungsverfahren gegen Fynn Kliemann ein.

Kliemann verlinkte in seinem Instagram-Post auch auf ein Youtube-Video des „Kliemannslands“. In diesem zeigen Mitstreiter des Standortes, wie Kooperationspartner seit dem TV-Beitrag nach und nach absprangen. In dem Video mit der Überschrift „Das „Kliemannsland“ hat sich von Fynn Kliemann distanziert“ wird für ein Event in einigen Tagen geworben. Man wolle weitermachen. (Mit dpa-Material)

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