Feierabend im Testzentrum

Feierabend im Corona-Testzentrum Zeven: Nach 1500 Tests ist Schluss

Seit Mitte März hatte der Tarmstedter Internist und Experte für Epidemieeinsätze, Florian Steiner, maßgeblich am auf Aufbau des Testzentrums mitgewirkt.
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Seit Mitte März hatte der Tarmstedter Internist und Experte für Epidemieeinsätze, Florian Steiner, maßgeblich am auf Aufbau des Testzentrums mitgewirkt.

Zeven – Das im März in Zeven eingerichtete Corona-Testzentrum stellt zum Freitag seinen Betrieb ein. Das hat die Bezirksstelle Verden/Stade der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen (KVN) am Dienstag mitgeteilt. Seit dem 12. März sind bis zum Dienstag etwa 1 500 Tests in Zeven durchgeführt worden. Dabei habe es etwa sechs Prozent positive Ergebnisse gegeben. Das teilt die KVN-Bezirksstelle auf Anfrage mit.

Die Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen zieht ein positives Zwischenfazit zur Bewältigung der Corona-Pandemie. Dies gelte insbesondere auch für den Landkreis Rotenburg, in dem mittlerweile die Zahl der Neuinfektionen erheblich zurückgegangen sei. Auch die Arztpraxen kehrten wieder zu einem Regelbetrieb zurück. „Patienten sollten deshalb auch wieder die Präventionstermine wahrnehmen und die Praxen bei Beschwerden unbedingt kontaktieren“, erläutert der Vorsitzende des Bezirksausschusses der Bezirksstelle in Stade, Dr. Stephan Brune. „Deshalb sollen auch die noch wenigen notwendigen symptomatischen Testungen flächendeckend im Landkreis in den Praxen durchgeführt werden“, so Brune. Damit würden den Patienten lange Wege zum Testzentrum erspart.

Die Schließung des Testzentrums zum jetzigen Zeitpunkt bezeichnet Landrat Hermann Luttmann (CDU) als nachvollziehbar, aber: „Es handelt sich um eine landesweite Entscheidung, ohne dass die Landkreise daran beteiligt worden sind.“ Keineswegs hätte er anders entscheiden, aber eine wichtige Frage sei, wie es mit der Wiederinbetriebnahme aussieht, falls es eine zweite Corona-Welle geben sollte.

Details könne er noch nicht nennen, sagt Luttmann, aber der Landkreis werde dafür sorgen, dass das Zentrum in Zeven für den Fall der Fälle kurzfristig wieder starten kann. Auch der inzwischen mehr oder weniger aufgelöste Krisenstab befinde sich im Stand-By-Modus, so Luttmann auf Anfrage.

Das Testzentrum in Zeven sei eine sehr gute Einrichtung am richtigen Standort gewesen – „eine Zeit, in der wir zu Beginn der Pandemie ja nicht wussten, wohin es geht“, sagt der Landrat. Richtig verortet und vor allem auch richtig aufgebaut. Luttmann erinnert in diesem Zusammenhang ganz besonders auch an den Tarmstedter Seuchen-Experten Dr. Florian Steiner, der daran maßgeblich beteiligt gewesen sei. „Wir sind ihm dafür sehr dankbar.“

Mit Blick auf die insgesamt geringen Fallzahlen stellt der Landrat fest: „Der Landkreis ist dünn besiedelt. Das ist weniger beim ÖPNV, aber dafür bei einer Pandemie von Vorteil.“ Zudem habe sich die Bevölkerung sehr verantwortungsbewusst verhalten. Und: „Manchmal braucht man auch etwas Glück.“

Im Nachhinein könne die kurzfristige Errichtung der Testzentren zum Schutz und zur Entlastung der Praxen als Erfolg betrachtet werden, so Dr. Hans-Walter Fischer, Vorsitzender des KVN-Bezirksausschusses im Bezirk Verden und für die Altkreisregion Rotenburg verantwortlich. Die KVN lässt die gute Zusammenarbeit mit dem Landkreis Rotenburg und einigen sehr engagierten Ärzten und medizinischen Fachangestellten vor Ort nicht unerwähnt. Mittlerweile könnten alle Praxen durch die KVN mit Schutzkleidung versorgt werden. Die Testzahlen seien enorm zurückgegangen, sodass diese Infrastruktur nicht mehr notwendig sei. Die Funktionsfähigkeit der ambulanten Strukturen sei ein wichtiger Pfeiler im Kampf gegen die Pandemie auch zur Entlastung der stationären Versorgung. Deshalb werde die KVN sofort reagieren, wenn gegebenenfalls im Herbst wieder unterstützende Strukturen notwendig sein sollten. Der Landrat ist sich sicher: „Eine zweite Welle trifft uns nicht mehr unvorbereitet.“

114 Corona-Fälle hat es bislang im Landkreis gegeben; 112 Patienten sind genesen, zwei gestorben. Es gibt zurzeit also keine aktiven Fälle, teilt Landkreissprecherin Christine Huchzermeier mit. 16 Personen befänden sich zurzeit noch in Quarantäne.

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